Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

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2209

Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von 2209 » Donnerstag 10. November 2016, 20:40

Hallo ihr da,
ich habe mich nach vielen Jahren mal wieder an das alte Hobby gemacht und hantiere jetzt mit der G70. Mein Lieblingsthema ist die Fotografie im nahen Bereich. Ich will mich jetzt nach den vielen Jahren erst mal wieder rantasten und nutze bisher über die letzten Jahrzehnte noch meine analoge Olympus OM-1 neben eine kompakten Oly in den letzten 8 Jahren.

Zuerst will ich mal nicht so teuer einsteigen um ein Makroobjektiv für die Neue zu erwerben, denn für mein subjektives Empfinden machen heutige Knipsgeräte bei Weitem nicht so einen hochwertigen Eindruck wie eben die oben erwähnte gute alte Kamera. Ich vermute geringere Langlebigkeit.

Aber egal, das ist eben so mein Eindruck. Der bewegt mich dazu zuerst mal zwischen Makro-Vorsatzlinse und Umkehrring (den man inzwischen auch als Retro-Adapter bezeichnet) zu wählen. Es kommt mir nicht darauf an zwischen 5 und 50 Euro zu entscheiden. Beides sind Beträge, die ich durchaus ohne Kleinkredit aufbringen kann ;)

Und nun die eigentliche Frage:
Hat hier jemand Erfahrungen im Vergleich der Bildqualität zwischen Makro-Vorsatzlinse und klassischem Objektiv mit manuellem Fokus und manueller Blende (am Objektiv befindlich) gesammelt und kann Für und Wider der beiden Optionen berichten?

Und nein, ich habe derzeit nicht die Ambition im Auge per Stacking sonstwie tiefengeschärfte Bilder zusammen zu klicken. Ich möchte nur das Foto machen und mir eines von meheren aussuchen und behalten. Schön soll es sein und dem klassichen Sinn eines gemachten Bildes genügen.

Und ja, ich bin im Besitz klassischer Objektive mit manuellen Einstellmöglichkeiten.

Vielen Dank für langes Lesen und netten Abendgruß in die Runde

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Jock-l
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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Jock-l » Donnerstag 10. November 2016, 20:45

... vor einigen Jahren- als die Überlegung im Raum stand Macro kaufen oder nicht- hatte ich mit einem Canonvorsatz gearbeitet, um ein Gefühl für dieses Arbeiten zu bekommen. Ansehnliche Ergebnisse gab es bei gutem Licht, da wo ich gegensteuern mußte via ISO-Anhebung gefielen mir die Ergebnisse oft nicht mehr. Schlußendlich sind nach dem ersten Macro (mit AF) einige weitere als ältere Objektive mit manuellen Fokus eingezogen, die letztgenannten bevorzuge ich an meiner GX8.

Zumal ich viel variieren kann- so wird beispielsweise ein altes 50mm Takumar mit einfachen mech. Adapter wird zu einem 100mm-Objektiv, via LensTurbo II Adapter (M42 mit Hinter/Ausgleichslinse, um den gesamten Bildkreis des Objektivs zu nutzen) und Crop 1,5x eher zu einem rund 75mm-Objektiv ... Das wäre im nächsten Jahr auch eine Überlegung wert zu vergleichen, mit/ohne Vorsatzlinse an mech. Adapter und LT II.
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von 2209 » Donnerstag 10. November 2016, 21:25

Jock-l hat geschrieben:..kann- so wird beispielsweise ein altes 50mm Takumar mit einfachen mech. Adapter wird zu einem 100mm-Objektiv, via LensTurbo II Adapter (M42 mit Hinter/Ausgleichslinse, um den gesamten Bildkreis des Objektivs zu nutzen) und Crop 1,5x eher zu einem rund 75mm-Objektiv ... Das wäre im nächsten Jahr auch eine Überlegung wert zu vergleichen, mit/ohne Vorsatzlinse an mech. Adapter und LT II.
Danke für Deine Erfahrung.
Das ist aber wieder etwas ganz Anderes, denn es wird ja mittels Linse die Brennweite des althergebrachten Objektives erweitert. Oder ich verstehe es falsch? Klar ist mir, dass ich mit erhöhter Brennweite ebenso im näheren Bereich größere Abbildungen erzielen kann, wenn ich weit genug vom Motiv entfernt bleibe.

Meine Frage zielte auf den Vergleich Umkehrlinse (da wird das Objektiv mit dem Filtergewinde "falsch herum" auf den Objektivanschluss der Kamera montiert) vs. Nahlinse

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Jock-l » Donnerstag 10. November 2016, 22:25

Das war mein Weg- angefangen mit Vorsatzlinsen, Umkehrringe gekauft aber davon abgelassen (Einstellen der Blende an Kamera, Objektiv abschrauben/umsetzen,... ), diese Vorsatzlinsen/Achromaten auch wieder weggelegt...

So wird es deutlicher- mein Fehler, hätte das mehr herausstellen sollen ;)
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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von jessig1 » Donnerstag 10. November 2016, 23:15

Hallo,

ich habe auch alles probiert und kann dir nur empfehlen, wenn dein Interesse schon Makro ist, kauf dir gleich ein Makroobjektiv und dann ein systemkompatibles und kein adaptiertes Altglas.
Über kurz oder lang wirst du das sowieso machen.
Warum dann erst in andere Dinge investieren, wenns auch nur ein paar Euro sind.

Wenns dann doch nicht gleich ein Makroobjektiv sein soll, dann solltest du dir überlegen, ob nicht Zwischenringe die bessere Wahl als Retroadapter oder Achromat sind.

Vom Retroadapter würde ich dir ganz abraten. Ist in der Praxis umständlich zu handhaben da es für mft keine Retroadapter mit Datenaustausch zur Kamera gibt. Die Blendeneinstellung funktioniert nur umständlich über Tricks und zum Verstellen mußt du immer zwischen Retro und normal wechseln.
Gruß Jürgen

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Jock-l » Donnerstag 10. November 2016, 23:35

jessig1 hat geschrieben:... und kein adaptiertes Altglas.
Warum dieser Ausschluß ?
(Ich arbeite mit diesen an MFT/Nikon derzeit sogar überweigend als auch mit AF-Macros an Nikon.)
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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von jessig1 » Freitag 11. November 2016, 07:35

Jock-l hat geschrieben:
jessig1 hat geschrieben:... und kein adaptiertes Altglas.
Warum dieser Ausschluß ?
(Ich arbeite mit diesen an MFT/Nikon derzeit sogar überweigend als auch mit AF-Macros an Nikon.)
Das ist meine persönliche Meinung dazu weil:

- nicht jedes Altglas adaptiert gute Ergebnisse bringt
- Altglas nicht immer viel billiger ist
- zum Altglas immer ein Adapter dazu gebraucht wird, weil es selbst beim selben Hersteller
unterschiedliche Anschlüsse gibt
- zB ein Altglas mit vergleichbaren Daten wie das 60er mft-makro mindestens das doppelte Gewicht mit sich bringt.
Gruß Jürgen

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Binärius » Freitag 11. November 2016, 10:27

Ich nutze sowohl Achromaten als auch Zwischenringe, auch einen Retroadapter verwende ich besonders gern am 50mm Altglas.
Manchmal kombiniere ich die Dinge auch um zum Ziel zu kommen.
Vom Preis her ist das absolut übersichtlich, man muss sich also nicht für eines entscheiden.
Gruß Binärius aka Jens

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Jock-l » Freitag 11. November 2016, 11:12

Sehe ich ähnlich- im Lauf der Zeit erkennt man welche Brennweiten man besonders nutzt, hat irgendwann "sein" Standard dabei vor Ort (bei mir z.B. alte Achromaten von Minolta im entspr. Durchmesser für 35-100mm und 12-35er/f2,8 und damit kombinierfähig).
jessig1 hat geschrieben: - nicht jedes Altglas adaptiert gute Ergebnisse bringt
- Altglas nicht immer viel billiger ist
Ich habe nur nachgefragt weil begrifflich "Altglas" alles umfasst und damit nicht differenziert, wo auch heute noch herausragende alte Objektive Sinn machen. Man sieht es auch heute noch am Preis wo wahre Schätze vorhanden sind- aber nicht alle hochpreisigen Objektive taugen zur entspr. Arbeit, es gibt hin und wieder Hypes um gewisse Dinge im Internet und dann wird von der Masse recht ziellos gekauft und Preis getrieben ;)
Man kommt um die intensive Beschäftigung mit den Dingen nicht herum !

Da ich immer AF-Objektive und Adapter für M42 (da gibt es eine Vielzahl passender Objektive ! Um auf den Gedanken der Vielzahl von Adapter zurückzukommen) mitsamt einiger weniger hochlichtstarkter Objektive dabeihabe, ist es schnell möglich zu wechseln- entweder Achromaten aufschrauben oder eines der mitgenommenen M42er einzusetzen...

Was mich interessiert mitlesen lässt- hat Wer vorzeigbare Bildbeispiele für Anwendung Umkehrringe/Retrostellung ? Ich hatte wegen Randunschärfen ja frühzeitig diese Variante verlassen ...
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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Retina1 » Freitag 11. November 2016, 15:58

Hallo Wolfgang,
Wenn Du noch ein gutes Makroobjektiv aus der Analogzeit im Bestand hast, würde ich es mit einem günstigen Adapter dazu versuchen.
So mache ich es mit dem manuellen 55er Mikronikkor an der GX7.
Durch den Cropfaktor hast Du nur den halben Bildwinkel im Vergleich zum Kleinbild, das liefert gute Möglichkeiten. Auch wenn der nominelle Massstab gleich bleibt, ist bei gleichem Abbildungsmaßstab ein Viertel der Fläche gegenüber KB schon formatfüllend.
Und Du nutzt nur die Mitte des Bildkreises, also meist den Bereich mit der besten Bildqualität.
Gruß Klaus
Unsere gemeinsame Ausrüstung: G3, G6, GX7, LX100, Pana 20, 42,5/1.2, 14-42 (I), 14-140 (II), 100-300(I); Oly 9-18, 40-150/4.0, 60, 9mm Body Cap Lens, Tamron 14-150, diverses Altglas und Zubehör

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von 2209 » Freitag 11. November 2016, 20:17

Vielen Dank für eure Antworten in diesem Thread. Ich habe noch Objektive hier. Eines davon halte ich für geeignet und werde es mittels Adapter mal ausprobieren. Ich werde mir auch einen Umkehrring für ein anderes, vorhandenes Objektiv zulegen.

Möglicherweise wird es zu ordentlichen Bildern kommen. Wenn mich dann noch der Wunsch ereilt alle Systemmöglichkeiten nutzen zu wollen, dann kommt irgendwann doch das System-Makro dazu. Das entscheide ich aber erst später. Ich habe Zeit und kann zunächst einmal rumexperimentieren.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Binärius » Samstag 12. November 2016, 20:00

Jock-l hat geschrieben:Was mich interessiert mitlesen lässt- hat Wer vorzeigbare Bildbeispiele für Anwendung Umkehrringe/Retrostellung ? Ich hatte wegen Randunschärfen ja frühzeitig diese Variante verlassen ...
In der Praxis fällt das natürlich nicht unbedingt auf, in der Kürze der Zeit habe ich mal die Struktur einer Tapete hergenommen.
Der Bildauschnitt entpricht in etwa einer kleineren Briefmarke.
Objektiv Pentax-M 1.7/50mm retro bei Blende 5.6
Mit dem mFT-Sensor haben wir natürlich das Sahnestück des Bildkreises.
Ich bin also ganz zufrieden, mit den größeren Sensoren wird das möglicherweise anders aussehen.

Bild

Sorry wegen der grellen Farbe.
Gruß Binärius aka Jens

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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Jock-l » Samstag 12. November 2016, 22:45

Ach was- Danke für Dein Bildbeispiel !
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
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Re: Makro-Vorsatz vs. Umkehrring

Beitrag von Binärius » Sonntag 13. November 2016, 13:38

Ist schon klar, dass diese Informationen für Dich nichts neues sind.
Nur gibt es vielleicht ja auch User hier die ein Alglas besitzen und wegen dem Hinweis auf eventuelle Randunschärfen einen Retroadapter erst gar nicht probiert hätten.
Ich meine für ca. 15 Euro sollte man sich den anschaffen, wenn man im Makrobereich ein wenig experimentieren möchte.
Die Abbildungsleistung ist mit einem der richtig guten 50 bzw. 35mm Altgläser zumindest an mFT-Sensoren nicht von schlechten Eltern.
Gruß Binärius aka Jens

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