Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

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Jock-l
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von Jock-l » Freitag 15. Februar 2019, 23:27

Prosecutor hat geschrieben:
Freitag 15. Februar 2019, 13:57
Es war schon immer so, dass jeder, der seine Urheberrechte verletzt sah, dagegen vorgehen konnte. Genau wie bei jeder anderen Rechtsbeeinträchtigung.

Weshalb jetzt aber Internetplattformen zensiert werden müssen, damit die wirtschaftlichen Interessen einer Minderheit (wer eigentlich?) von Staats wegen besonders geschützt werden sollen, erschließt sich mir nicht.
Ganz ehrlich ? Es geht ums Geld.
YT anschreiben, daß da Wer geschütztes Material hochlädt- das war zu mühselig/kostenintensiv. Man verlief sich mit Meldung jeden einzelnen Kanals, statt YT als Ganzes in die Pflicht zu nehmen. Mit Firmen wie FB, G..gle und Co. wollte man es aufnehmen, hatte aber nie den rechten Rückhalt EU-weit und hier hätte jeder Lobbyverein glänzen können !!!
Ich denke, denen in Übersee hätte man sehr schnell beibringen können, welchen Stellenwert persönl. Daten für uns haben- Abschalten dieser ext. Schnüffler im www-Adressraum europaweit, zwei Wochen den Sturm der "gespielten Entrüstung" aushalten und anschl. erleben wie diese Möchtegernkonzerne einlenken- Geschäft und Umsatz geht ja doch vor...

Ist das passiert ? Nein, jetzt versucht man durch eine andere juristische Herangehensweise das Richtige (Schutz der wirtsch. Interessen der Rechteinhaber) zu tun und achtet nicht auf weitflächige Kollateralschäden... Zu denen das Recht auf freie Persönlichkeitsentfatung u.v.a.m. gehört ;)

Ich bin verblüfft, wie wenig das interessiert und scheinbar gelassen hingenommen wird, weil solche Werkzeuge schnell für Zensorische Dinge genutzt werden können.

Hat man sich einmal an die Anwesenheit des Hais gewöhnt, sieht man vielleicht nicht mehr die Zähne im Maul ...

Etwas zum Anhören/Video - ein Rechtsanwalt geht ans Eingemachte ;)
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol:

wohe
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von wohe » Samstag 16. Februar 2019, 11:24

Sehr guter Beitrag, Jock-I !
Du schreibst mir aus der Seele.

Grüße

Wolfgang

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Lenno
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von Lenno » Samstag 16. Februar 2019, 12:18

Jock-l hat geschrieben:
Freitag 15. Februar 2019, 23:27


Hat man sich einmal an die Anwesenheit des Hais gewöhnt, sieht man vielleicht nicht mehr die Zähne im Maul ...

Das meinte ich mit "verzichten".

Wir hätte viele Möglichkeiten wie z.B.

- jeder hebt sein Geld von den Banken ab, was glaubt ihr wie blöd die da stehen würden.
- jeder lässt sein Auto mal einen Monat lang stehen.
- jeder verzichtet auf Handy, Fernsehen und Computer Internet.

Einfach dem der Macht und Kontrolle ausüben will, sein Werkzeug entziehen es einfach nicht mehr verwenden.

Ich habe schon seit vielen Jahren keinen Fernseher mehr, ein Handy hab ich seit 1,5 Jahren nicht mehr,
mit dem Computer/Internet hadere ich noch, wäre aber glaube ich auch irgendwie machbar.

Verändere ich dadurch irgendetwas - leider nein - Warum? -> Weil es halt viel zu wenig machen.

Versklavung funktioniert nur, wenn sie freiwillig geschieht. Und wie freiwillig verwenden wir Handy, Internet etc.

Ich denke auch nicht das man dauerhaft für alle Ewigkeit darauf verzichten müsste, einfach mal den Machteliten zeigen
was "wir" wollen. Und mal den ganzen "Gehirnwäsche-Krempel" vors Kanzleramt schmeißen und 1 Jahr lang mal nichts dergleichen
mehr benutzen.
Die Verluste einiger Konzerne wäre dramatisch.

Junkers im EU Parlament hat dies gesagt:
»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert.
Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen,
was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter - Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.«
Meiner Meinung nach ist der "Point of no return" schon erreicht,
und mir tun alle nachfolgenden Generationen leid, die durch unsere Untätigkeit
den ganzen Scheiß ausbaden dürfen.

Das alles ist ziemlich OT, und hier irgendwie nicht die richtige Adresse,
die richtige Adresse wäre Berlin und Brüssel. Vielleicht sieht man sich mal.

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Jock-l
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von Jock-l » Samstag 16. Februar 2019, 12:30

Ah, jetzt verstehe ich Deine Beiträge besser, Danke fürs Nachlegen ;)
Einiges ist verzichtbar- Fernsehen für Reportagen und dergleichen bleibt noch, aber die Akzeptanz solcher Zeiträuber ist bei mir ebenfalls einige Stufen gefallen.
Wie sehr sich Abhängigkeiten einschleifen, erlebe ich durchs Umschalten am g..glefreien Smartphone (Fairphone mit zwei Karten), da erhielt ich öfters Proteste wegen Nichterreichbarkeit- inzwischen haben sich die Leute daran gewöhnt, daß ich nicht immer erreichbar sein muß, das ist meine Freiheit ;)
Und Höhepunkte des Hochgefühls- mit der Kamera im Anschlag in Feld, Wald, Wiese und See unterwegs sein :D

Aber zurück zu Uploadfilter und Co.- jetzt, wo sich erste Entwürfe für Dritte einsehbar/nachlesbar zeigen, kommt mehr Substanz ins Spiel. Es bleibt spannend, wie diese EU-Richtlinien und Gesetze in nationales Recht umgeformt werden sollen...
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von Karoline » Samstag 16. Februar 2019, 16:16

Wenn hier nach Juristen gerufen wird, so finde ich den Hinweis auf https://www.youtube.com/channel/UCb5TfG ... PQawfCFuAw sehr gut. Der spricht jedenfalls mir aus dem Herzen: "hingerotzt" ist der Text, noch nicht einmal redaktionell haben sie es auf die Reihe bekommen.
Und ich finde auch, dass Schimpfe angesagt ist. Mag sein, dass z.B. die Presse ein berechtigtes Anliegen verfolgt und dass die Presse- und Meinungsfreiheit zu schützen ist. Das wird in D durch das Grundgesetz verlangt. Es gilt aber auch der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und der sog. praktischen Konkordanz der Grundrechte. Man darf also nicht mehr als nötig machen (alle würden schreien, wenn man zum Schutz des Lebens in D das Autofahren verbietet...), muss das Mittel mit der geringsten Eingriffsintensität wählen und konkurrierende Grundrechte in einen angemessenen Ausgleich bringen. Das scheint mir hier nicht so wirklich gelungen zu sein und damit meine ich nicht nur das schlechte juristische Handwerk, was abgeliefert worden ist. Ein Hauptproblem scheint dabei zu sein, dass die großen "Rechtevertreter" bzw. "Rechteinhaber" am Tisch des Gesetzgebers sitzen. Der ganze Kladeradatsch, der jetzt zusammengeschrieben wurde, funktioniert doch nur zwischen den großen Plattformen und Verlgen, GEMA und wie sie alle heißen.

Nur eine Frage:
Habt Ihr eine Idee wo und wie Ihr Rechte an Euren Bildern geltend macht, damit die großen Plattformen im Falle eines unrechtmäßigen Uploads löschen oder eine Genehmigung von Euch einholen müssen? Wobei: Sie müssen ja löschen; eine Verhandlung über eine Zahlung als Gegenleistung für die Genehmigung ist ja nicht (mehr) möglich.

Und wo leben wir:
https://eur-lex.europa.eu/legal-content ... 2017CJ0161
Es liegt ein Vorabentscheidungsersuchen des BGH beim EuGH in dem es um die Frage geht: Kann ein Referat einer Schülerin, in dem unter Quellenangabe ein im Netz frei zugängliches, nicht gesondert geschütztes Foto verwendet wurde auf der HP der Schule eingestellt werden, so dass das Bild mit der Quellenangabe dort (auch) gesehen werden kann.

edit: Das soll auch geregelt werden - nur innerhalb des Unterrichts kann man die Fotos verwenden. Also schon so ein bisschen das Urheberrecht verletzen. Aber nicht so dolle und Netz ist wohl doll? Was soll der Sch..., so halbherzig? Das ist nicht kommerziell, wem tut das weh?

Schließlich:
Verlage usw. können auch heute schon Urheberrechtsverletzungen geltend machen. Das kann gegen so große Plattformen, um die es ja anscheinend eigentlich gehen soll, schwierig sein. Um solche Schwierigkeiten zu vermeiden oder zu verringern, gibt es bekanntes justisches Instrumentarium: Beweiserleichterung (Anscheinsbeweise, Beweislastumkehr), Verteilung von Darlegungslasten, Einräumung von Auskunftsansprüchen, vielleicht auch ein erleichterter Zugang zu Gerichten ... Dann sind die Lasten dorthin verteilt, wo sie hingehören und wir müssen uns nicht Gedanken darüber machen, ob Frank einen Uploadfilter braucht und ob er sich den leisten kann.
Viele Grüße
Karoline

Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche. (Che Guevara)
http://www.Karoline-Haustein.de
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von Horka » Samstag 16. Februar 2019, 20:54

Lenno hat geschrieben:
Samstag 16. Februar 2019, 12:18

Ich habe schon seit vielen Jahren keinen Fernseher mehr, ein Handy hab ich seit 1,5 Jahren nicht mehr,
mit dem Computer/Internet hadere ich noch, wäre aber glaube ich auch irgendwie machbar.
Ich habe keine Schokolade zuhause, weil, fange ich einmal an, muss die ganze Tafel weg. Das spricht nicht gegen die Schokolade, sondern gegen mich.

Die moderne Technik, egal welche, ist hilfreich, wenn man vernünftig damit umgehen kann. Wer nicht damit umgehen will, ok. Aber er sollte nicht stolz auf's Verzichten sein, denn angemesserner Umgang kann Vorteile bringen.

Wie auch angemessener Umgang mit dem Recht.

Horst
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Re: Urheberrechtsreform/ Uploadfilter

Beitrag von Jock-l » Dienstag 19. März 2019, 10:58

... und genau darum wird es gehen europaweit in den Demos am Samstag ...
Der Site entnehme ich weiter unten auch die Weiterverlinkung zu Foren gegen Upload, die dortige Liste der Unterstützer zeigt in einem Querschnitt auf, wer oder was alles dagegen stemmt.
Ich meine bewußt Querschnitt, denn die Zahlen der Anmeldungen in Foren ist das Eine, wenn man weiß daß Viele nur still mitlesen oder inaktive User über einen längeren Zeitraum sein können dann sind solche Nennungen von Mitgliederstärken ein bisschen mit Vorsicht zu genießen. Aber es spiegelt die Welt der Forenlandschaften und Vielfalt, die durch Uploadfilter betroffen sein werden ...

Dort könnten/sollten wir auch stehen, Frank !
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