Belichtung: was ist besser ?

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tamansari

Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von tamansari » Dienstag 21. April 2020, 10:26

Moin moin,
ich mache eine Aufnahme mit iA
stelle fest: is wohl zu dunkel oder zu hell
also an der Camera Blende auf oder zu oder Verschlußgeschwindigkeit wunschgenäß angepasst.
oder aber: ich sage OK
setze mich an den Computer und regele die Helligkeit mit ACDSee ad Libidum.

Ist das Ergebnis Identisch?

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David
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Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von David » Dienstag 21. April 2020, 10:42

Beim aufhellen ist das Ergebnis nicht gleich.
Abdunkeln geht immer, aber aufhellen produziert immer Luminanzrauschen.
Deshalb ist ja die Empfehlung bei der Digitalaufnahme "ETTR" (Expose to the right) also die Histogrammanzeige ganz bis nach rechts auffüllen. Was zu hell ist kann man dann abdunkeln.
So ist gewährleistet das man alle digitalen Signale von Schatten bis Lichter optimal eingefangen hat.
Es gibt den ein oder anderen Fall wo ich nicht so Belichten würde. Aber wenn man in Raw fotografiert kann man
das ziemlich oft so machen, mit Ausnahmen eben.

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Horka
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Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von Horka » Dienstag 21. April 2020, 13:11

An der Quelle zu optimieren ist immer das Beste. Der große Vorteil unserer Kameras ist ja, schon vor der Aufnahme im Sucher mögliche Abweichungen vom Soll zu sehen und eingreifen zu können.

Je genauer die Aufnahme Deinen Belichtungsvorstellungen entspricht, um so bessere Änderungsreserven hast Du am PC.

Horst
Handliche Kameras

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zenker_bln
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Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von zenker_bln » Dienstag 21. April 2020, 14:19

tamansari hat geschrieben:
Dienstag 21. April 2020, 10:26
Ist das Ergebnis Identisch?

Nein!
Mit der Blende an der Kamera veränderst Du
die Tiefenschärfe.
Mit der Zeit veränderst du Bewegungsunschärfe.

Hier sollte vorab bedacht werden, welches der beiden Faktoren mein Bild beeinflussen sollen (freistellen -> Blende /Bewegungsunschärfe -> Zeit)
Klaus
(Und viel zu viel Fotogeraffel...Kameras/Objektive/....)

tamansari

Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von tamansari » Dienstag 21. April 2020, 17:37

Horka hat geschrieben:
Dienstag 21. April 2020, 13:11
An der Quelle zu optimieren ist immer das Beste. Der große Vorteil unserer Kameras ist ja, schon vor der Aufnahme im Sucher mögliche Abweichungen vom Soll zu sehen und eingreifen zu können.

Je genauer die Aufnahme Deinen Belichtungsvorstellungen entspricht, um so bessere Änderungsreserven hast Du am PC.

Horst
Danke für Deine Antwort.
Ich habe es ja schon geahnt !
Da muß ich dann ja wohl jetzt doch etwas mehr an die Knöpjes drehen.
(Was ich eigentlich nicht mag, dies gefummele,
und dann vergess ich die Einstellungen und schon sind die nächsten Bilder ...................

tamansari

Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von tamansari » Dienstag 21. April 2020, 17:38

zenker_bln hat geschrieben:
Dienstag 21. April 2020, 14:19
tamansari hat geschrieben:
Dienstag 21. April 2020, 10:26
Ist das Ergebnis Identisch?

Nein!
Mit der Blende an der Kamera veränderst Du
die Tiefenschärfe.
Mit der Zeit veränderst du Bewegungsunschärfe.

Hier sollte vorab bedacht werden, welches der beiden Faktoren mein Bild beeinflussen sollen (freistellen -> Blende /Bewegungsunschärfe -> Zeit)
Danke für Deine Antwort,
aber es ging nicht um Schärfe sondern um Belichtung
vorher / nachher

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Jock-l
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Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von Jock-l » Dienstag 21. April 2020, 18:20

tamansari hat geschrieben:
Dienstag 21. April 2020, 17:37
... und dann vergess ich die Einstellungen und schon sind die nächsten Bilder ...................
Das ist bei den ersten Malen so, später bist Du dann Virtuose und machst Deine eigene (händische) Belichtungsreihe... ;)

Wobei das ja immer noch eine Möglichkeit wäre, eine mittlere Einstellung wählen und die Kamera schafft je nach Voreinstellung ein dunkleres und ein helleres Bild oder mehr, alles als Serie. Hinterher muß man dann aber konzentrierter zu Werke gehen und die überflüssigen Dinge nach Sichtung konsequent löschen...
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol: Doch: Blau-Gelb sind meine Farben !!!

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Re: Belichtung: was ist besser ?

Beitrag von Der GImperator » Dienstag 21. April 2020, 19:02

War auch mein erster Gedanke (siehe Klaus).
Die drei Belichtungs-entscheidenden Faktoren Blende/ISO/Zeit sind per se ja (relativ, vom Grundsatz) beliebig. Nur das Endergebis der drei Parameter sollte dann mindestens seitens des Belichtungseindrucks her passen.
ABER die Prioritäten des Fotografen, welche der Faktoren er wie stark in RIchtung einer Art Extremum "manipuliert", sind JE NACH SITUATION/MOTIVEN ja schon ENTSCHEIDEND!!!!! :idea: .
(Bsp. sich schnell bewegende Motive möglichst bewegungsSCHARF und ggf. auch "eingefroren" darstellen zu lassen, benötigt einen "extremen Eingriff" (-> superkurze, dem Motivelement in seiner Bewegungsgeschw. angepasste ss wählen) bei den Belichtungszeiten. Für das "ausgewogen belichtete" Foto, unterwirfst du damit die Blenden- u. ISO-Werte dem Anpassungskompromiß, hast damit vielleicht Bilder mit zu wenig Tiefenschärfe oder kommst nicht um ein stark rauschbehaftetes Bild herum).
DAS gilts für jede Motiv/Licht-Situation entsprechend zu beurteilen, abzuwägen, durchzuführen. Die Auswirkungen dieser Parameter in der grafischen Darstellung sind NICHT in der Post Production zu egalisieren. Man kann höchstens kaschieren.

Diese wichtigen Faktoren mal außen vor gelassen:
ICH bin eher ETTL-Anwender. Hat sich daraus ergeben, daß ich bei der Bildkomposition VOR Auslösung mich oft (anfänglich wohl eher intuitiv, später bewußter) an den Elementen aus dem Bereich "Schatten/Tiefen" orientiert habe:
Welche sehr dunklen Bildelemente sind für mich bildrelevant und sollten wie deutlich dargestellt werden ?
Gibt es besonders dunkle Schatten, die ich a) getrost tendenziell absaufen lassen kann (weil "völlig irrelevant"), die b) als noch der für mich "beste Kompromiß" in der Enddarstellung daherkommen (man "opfert" sie gerne dem dann nämlich ansonsten super ausgewogen belichteten Hauptteil des Fotos, da sie (die Schatten-Bildinhalte/Elemente) keine motivisch besondere Relevanz haben.
c) als "Mischvariante mit dem gewissen Etwas": zur Verbesserung der BLICKFÜHRUNG kann man gewisse schattige Bildbereiche so stark ins abgedunkelte Abseits stellen, daß die bildrelevanten Stellen, v.a. die, wo man den Blick eines Betrachters hingewandert und fest angedockt haben möchte.
Das ist also auch in vielen Fällen ne Option ohne jede "Belichtungs-Not" (-> das Foto könnte man mit der Wunschblende, der Basis-ISO und ner Belichtung von ss1/400 genauso gut machen; man entscheidet sich aber für Wunschblende, Basis-ISO und nimmt ss1/1000 zum gezielten Abdunkeln).
:!: Vorteil (optisch, für den Gesamteindruck des Fotos) des ETTLs ist v.a., daß man id.R. ein besseres Kontrastierungsverhalten ins Bild bekommt. Wirkt kräftiger, dynamischer, lebendiger, spannender; nicht nur "Licht", sondern sehr oft auch beim Farbeindruck. "Highlight-Elemente" kommen dabei auch oft besser (hervorstechender, optisch auffallend schön anmutend) raus.

(Mal wieder ein) ABER es gibt ja auch Motive, die sollen unbedingt "eher mystisch-munkelig (dunkel)" rüberkommen und welche, die insg. einfach diesen "offenen", manchmal "lieblichen" hell-strahlend-klaren Look haben sollen (und wo z.B. auch eine nur "flache" kontrastische Unterscheidung dargestellt sein soll.
Halt wieder mal ein weiterer Faktor, den man bedenken kann, sollte, muß (wie wichtig, ist mal wieder von Motiv zu Motiv, Situation zu Situation, Geschmack zu (anderem) Geschmack unterschiedlich ;) )

Das ETTR hab ich in den ganzen Hobby-Jahren 2.5x auf den testenden (vergleichenden) Prüfstand gestellt.
Ich war schon leicht überrascht, daß man bei einem KONTROLLIERTEN ETTR tatsächlich noch die Details (zumindest die meisten) aus den helleren und Spitzlichtern rausholen kann, während der mittlere und dunklere Teil des Bildes ja eh bereits OOC tipp topp aussieht.
Ansonsten würde ich mich an deiner Stelle aber auch fragen, womit du grundsätzlich besser leben kannst- die Eindrücke tendenziell abgesoffener Tiefen oder das überstrahlte Weiß der stellenweisen Überbelichtung.
Auch aus Schatten kann man noch gut Details rausholen, muß dabei aber vorsichtig vorgehen, bzw. hat nicht so viel Remix-Spielraum (weil alles im Dunkel darstellungstechnisch "grob" und "Pixel-unrein" abgebildet wird & oft auch viel dunkelstellenweise Körnung produziert. Und dann macht man das (in der Post) ZU hell und damit die Störungseffekte gut sichtbar.... das versaut den Bildanmutungs-Eindruck.

Darum ORIENTIERE ich mich ja auch so gerne an den SCHATTEN. Ist der natürliche Dynamikumfang sehr hoch, gebe ich den Schattenbereichen noch immer den Rest einer gut erkennbaren Zeichnung, lasse sie aber grundsätzlich so dunkel als möglich.
Der Rest passt sich daran an (und kann dann anders als die Schatten, als "moderat belichtete Mitten und Lichter", in der Post in jedem Fall sehr leicht und störungsfrei remixed werden; sowohl ins hellere als auch dunklere gehend).
Und aus diesem Effekt der Belichtungskomposition heraus ergibt sich dann eben sehr oft ein ETTL ("Negativ 2 oder 3 Bel.-Stufen" hab ich in der Mehrheit meiner Bilder.)
Fürs ETTR dagegen ist vielleicht auch die Arbeit mit Histogramm fast unumgänglich. ("Vielleicht", da ich eben kein ETTR-Experte bin).
Weil: verschätzt du dich per Augenmaß-und-Belichtungswaagenanzeige-Belichtung, dann hast du ausgefressene Spitzlichter; sprich "weiße Flecken, Streifen, Flächen" (ohne jedes mü Detail) im Bild. Die Detaildarstellung bei einer "schattig orientierten Belichtung" kannst du dagegen ganz gut abschätzen.
Ob bei nem ETTR am Ende wirklich noch soviel Details und Farbe aus den Spitzlichtern rausgeholt werden können, daß es den eigenen Vorstellungen genügt, ist da (für mich zumindest bei den Tests und auch im Fotoalltag) nicht so leicht gewesen.
Wie gesagt- ich war echt (positiv) überrascht beim Testen, wie viele Farben und Details noch im Spitzlichterbereich verfügbar war.
ABER um da auch nicht versehentlich zu überdrehen, braucht man dann wohl dringendst die Histogramm-Darstellung, um zu erkennen, ob da was in "unwiederbringbare Bereiche" abgedriftet ist.
Mit DEM BLOSSEN AUGE ist das in den Spitzlichtern nicht machbar. (Bei ETTL im Bereich der Schatten recht gut machbar).

PS: Sorry, ich bekomm "Zeugs" einfach nicht kurz und bündig erklärt hin ;) Ich hoffe trotzdem, es hilft dir/dem einen oder anderen zur Orientierung, Anleitung oder als Impuls für ihre/seine eigene fotografische Philosophie.
G9_G70_FZ150_Samyang 7.5mm f3.5_Oly m.zuiko 7-14mm f2.8_Oly m.zuiko 12-40mm f2.8_Pana 14-140 f3.5-5.6_Pana 42.5 f1.7_Panaleica 50-200mm f2.8-4
Rollei Fotopro CT-5A, Raynox DCR 150, Lowepro Flipside Trek 350 + Nova 160 + Apex 110, Toblerone 400g-Pack

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