Na, da habe ich ja ganz schön was ausgelöst mit meiner Frage.
veo hat geschrieben:Mal ganz ketzerisch gefragt: Muss man wirklich die elektronischen Daten mit sehr viel größerem Aufwand sichern, als alles andere einschließlich der Erbstücke, was man über die Jahre angesammelt und liebgewonnen hat? Die Truhe mit dem Leinen der Urgroßmutter ist auch weg nach einem Brand.
Ja und nein: Die Truhe mit den Erbstücken lässt sich natürlich nicht einfach kopieren und irgendwo lagern. Dafür ist der Verlust vielleicht doch eher zu verschmerzen, als der Verlust von tausenden Fotos oder - noch schlimmer - wichtigen aktuellen Unterlagen. Gegen Feuer und Hochwasser ist die Truhe natürlich auch empfindlich, gegen Fehlbedienung oder ähnliches aber bei weitem nicht so sehr. Ein kurzer Spannungsimpuls, ein unbedachter Mausklick, einmal im falschen Moment gestolpert - schon kann heute alles verloren sein.
Anders ausgedrückt: Die alten Ägypter hatten eine sehr unempfindliche Speichertechnik, Backup war da eher unnötig. Die Schreib- und die Zugriffsgeschwindigkeit waren sehr gering, besonders handlich waren die Datenträger (Steintafeln) auch nicht gerade. Wenn eine Steintafel zerbrach, konnte man diese Fragmente dafür auch nach Jahrhunderten wieder herstellen.
Deutlich verbessert waren Schreib- und Zugriffsgeschwindigkeit und auch die Handlichkeit schon bei den alten Papyrusrollen. Die Haltbarkeit war gegtenüber den Steintafeln dafür nicht mehr so gut - aber immer noch besser, als bei heutigem Papier.
Heute haben wir Datenträger mit extrem hoher Speicherdichte bei gleichzeitig extrem kurzen Schreib- und Lesezugriffen sowie sehr komfortabler Suchfunktion. Dafür sind dies Datenträger deutlich empfindliocher, als die Steintafeln oder Papyrusrollen. Ein Backup ist unumgänglich. Klar, man kann seine Daten in die Cloud auslagern (bis zu welcher Menge eigentlich?) - um die Sicherung kümmern sich neben dem (neugierigen?) Betreiber dann auch NSA, BND, KGB usw., auch wenn noch nicht geklärt ist, wie man im Bedarfsfall wieder an seine Daten kommt. Ein wichtiger Unterschied zur Steintafel und zur Papyrusrolle ist, dass man heutige Datenträger nur noch mit Hilfsmitteln (z.B. geeigneten Laufwerken) auslesen kann. Ältere Datenträger konnte man noch mit bloßem Auge (und dem richtigen Decoder (Sprachkenntnis)) auslesen.
So gesehen ist mir, damit komme ich zur ursprünglichen Frage zurück, grundsätzlich eine Sicherung auf eigenen Datenträgern doch deutlich sympathischer. Wie sicher die M-Disk wirklich ist, weiß hier aber offensichtlich auch niemand. Wie die Entwicklung weiter geht und ob die angedachten Nachfolger je wirklich erscheinen und sich durchsetzen, das steht natürlich noch in den Sternen.
Ach ja, das passt zwar nur bedingt zum Thema, aber hier noch ein Beispiel, dass auch früher manche Anwender mit der gerade aktuellen Technik ihre Probleme hatten
https://www.youtube.com/watch?v=brAlzKHYFnA.
Icetiger