War auch mein erster Gedanke (siehe Klaus).
Die drei Belichtungs-entscheidenden Faktoren Blende/ISO/Zeit sind per se ja (relativ, vom Grundsatz) beliebig. Nur das Endergebis der drei Parameter sollte dann mindestens seitens des Belichtungseindrucks her passen.
ABER die Prioritäten des Fotografen, welche der Faktoren er wie stark in RIchtung einer Art Extremum "manipuliert", sind JE NACH SITUATION/MOTIVEN ja schon ENTSCHEIDEND!!!!!

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(Bsp. sich schnell bewegende Motive möglichst bewegungsSCHARF und ggf. auch "eingefroren" darstellen zu lassen, benötigt einen "extremen Eingriff" (-> superkurze, dem Motivelement in seiner Bewegungsgeschw. angepasste ss wählen) bei den Belichtungszeiten. Für das "ausgewogen belichtete" Foto, unterwirfst du damit die Blenden- u. ISO-Werte dem Anpassungskompromiß, hast damit vielleicht Bilder mit zu wenig Tiefenschärfe oder kommst nicht um ein stark rauschbehaftetes Bild herum).
DAS gilts für jede Motiv/Licht-Situation entsprechend zu beurteilen, abzuwägen, durchzuführen. Die Auswirkungen dieser Parameter in der grafischen Darstellung sind NICHT in der Post Production zu egalisieren. Man kann höchstens kaschieren.
Diese wichtigen Faktoren mal außen vor gelassen:
ICH bin eher ETTL-Anwender. Hat sich daraus ergeben, daß ich bei der Bildkomposition VOR Auslösung mich oft (anfänglich wohl eher intuitiv, später bewußter) an den Elementen aus dem Bereich "Schatten/Tiefen" orientiert habe:
Welche sehr dunklen Bildelemente sind für mich bildrelevant und sollten wie deutlich dargestellt werden ?
Gibt es besonders dunkle Schatten, die ich a) getrost tendenziell absaufen lassen kann (weil "völlig irrelevant"), die b) als noch der für mich "beste Kompromiß" in der Enddarstellung daherkommen (man "opfert" sie gerne dem dann nämlich ansonsten super ausgewogen belichteten Hauptteil des Fotos, da sie (die Schatten-Bildinhalte/Elemente) keine motivisch besondere Relevanz haben.
c) als "Mischvariante mit dem gewissen Etwas": zur Verbesserung der BLICKFÜHRUNG kann man gewisse schattige Bildbereiche so stark ins abgedunkelte Abseits stellen, daß die bildrelevanten Stellen, v.a. die, wo man den Blick eines Betrachters hingewandert und fest angedockt haben möchte.
Das ist also auch in vielen Fällen ne Option ohne jede "Belichtungs-Not" (-> das Foto könnte man mit der Wunschblende, der Basis-ISO und ner Belichtung von ss1/400 genauso gut machen; man entscheidet sich aber für Wunschblende, Basis-ISO und nimmt ss1/1000 zum gezielten Abdunkeln).

Vorteil (optisch, für den Gesamteindruck des Fotos) des ETTLs ist v.a., daß man id.R. ein besseres Kontrastierungsverhalten ins Bild bekommt. Wirkt kräftiger, dynamischer, lebendiger, spannender; nicht nur "Licht", sondern sehr oft auch beim Farbeindruck. "Highlight-Elemente" kommen dabei auch oft besser (hervorstechender, optisch auffallend schön anmutend) raus.
(Mal wieder ein) ABER es gibt ja auch Motive, die sollen unbedingt "eher mystisch-munkelig (dunkel)" rüberkommen und welche, die insg. einfach diesen "offenen", manchmal "lieblichen" hell-strahlend-klaren Look haben sollen (und wo z.B. auch eine nur "flache" kontrastische Unterscheidung dargestellt sein soll.
Halt wieder mal ein weiterer Faktor, den man bedenken kann, sollte, muß (wie wichtig, ist mal wieder von Motiv zu Motiv, Situation zu Situation, Geschmack zu (anderem) Geschmack unterschiedlich

)
Das ETT
R hab ich in den ganzen Hobby-Jahren 2.5x auf den testenden (vergleichenden) Prüfstand gestellt.
Ich war schon leicht überrascht, daß man bei einem
KONTROLLIERTEN ETTR tatsächlich noch die Details (zumindest die meisten) aus den helleren und Spitzlichtern rausholen kann, während der mittlere und dunklere Teil des Bildes ja eh bereits OOC tipp topp aussieht.
Ansonsten würde ich mich an deiner Stelle aber auch fragen, womit du grundsätzlich besser leben kannst- die Eindrücke tendenziell abgesoffener Tiefen oder das überstrahlte Weiß der stellenweisen Überbelichtung.
Auch aus Schatten kann man noch gut Details rausholen, muß dabei aber vorsichtig vorgehen, bzw. hat nicht so viel Remix-Spielraum (weil alles im Dunkel darstellungstechnisch "grob" und "Pixel-unrein" abgebildet wird & oft auch viel dunkelstellenweise Körnung produziert. Und dann macht man das (in der Post) ZU hell und damit die Störungseffekte gut sichtbar.... das versaut den Bildanmutungs-Eindruck.
Darum ORIENTIERE ich mich ja auch so gerne an den SCHATTEN. Ist der natürliche Dynamikumfang sehr hoch, gebe ich den Schattenbereichen noch immer den Rest einer gut erkennbaren Zeichnung, lasse sie aber grundsätzlich so dunkel als möglich.
Der Rest passt sich daran an (und kann dann anders als die Schatten, als "moderat belichtete Mitten und Lichter", in der Post in jedem Fall sehr leicht und störungsfrei remixed werden; sowohl ins hellere als auch dunklere gehend).
Und aus diesem Effekt der Belichtungskomposition heraus ergibt sich dann eben sehr oft ein ETTL ("Negativ 2 oder 3 Bel.-Stufen" hab ich in der Mehrheit meiner Bilder.)
Fürs ETTR dagegen ist vielleicht auch die Arbeit mit Histogramm fast unumgänglich. ("Vielleicht", da ich eben kein ETTR-Experte bin).
Weil: verschätzt du dich per Augenmaß-und-Belichtungswaagenanzeige-Belichtung, dann hast du ausgefressene Spitzlichter; sprich "weiße Flecken, Streifen, Flächen" (ohne jedes mü Detail) im Bild. Die Detaildarstellung bei einer "schattig orientierten Belichtung" kannst du dagegen ganz gut abschätzen.
Ob bei nem ETTR am Ende wirklich noch soviel Details und Farbe aus den Spitzlichtern rausgeholt werden können, daß es den eigenen Vorstellungen genügt, ist da (für mich zumindest bei den Tests und auch im Fotoalltag) nicht so leicht gewesen.
Wie gesagt- ich war echt (positiv) überrascht beim Testen, wie viele Farben und Details noch im Spitzlichterbereich verfügbar war.
ABER um da auch nicht versehentlich zu überdrehen, braucht man dann wohl dringendst die Histogramm-Darstellung, um zu erkennen, ob da was in "unwiederbringbare Bereiche" abgedriftet ist.
Mit DEM BLOSSEN AUGE ist das in den Spitzlichtern nicht machbar. (Bei ETTL im Bereich der Schatten recht gut machbar).
PS: Sorry, ich bekomm "Zeugs" einfach nicht kurz und bündig erklärt hin

Ich hoffe trotzdem, es hilft dir/dem einen oder anderen zur Orientierung, Anleitung oder als Impuls für ihre/seine eigene fotografische Philosophie.