Grundlegende Fragen zum Blitzen

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
Benutzeravatar
available
Beiträge: 6298
Registriert: Samstag 27. August 2011, 11:36
Kontaktdaten:

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von available » Montag 25. August 2014, 19:43

Lenno hat geschrieben: Mir ist bloss nicht ganz klar warum dann jemand einen Blitz im TTL Betrieb verwendet, und aber das manuelle Programm der Kamera dazu.

Kann man doch dann gleich alles manuell machen. Wahrscheinlich steh ich gerade auf dem Schlauch.
Gegenfrage:
Warum benutzt Du eine Belichtungskotrrektur z.B. im Modus "A"?
Du könntest doch dann gleich in "M" fotografieren?
Mein Flickr
G3/GH2/E-M1
Wali 7.5
Pan 7-14/14-42/1.2 42,5/45/100-300
Nokt 0.95/25
Oly 45/75/12-40/40-150
Zeiss 1.4/50/85
Canon 70-200
Leica Summicron-M 2/50
Zuiko FT 2/14-35/50/150
Elinchrom
Gorilla/Benro B0,Sirui T025/C10/N2004/K20x,Nodalninja, Pelicase

Benutzeravatar
Horka
Beiträge: 13718
Registriert: Sonntag 26. August 2012, 12:08
Wohnort: Südlich von Köln

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von Horka » Montag 25. August 2014, 20:02

Ich fotografiere drinnen gerne mit längeren Belichtungszeiten, um die Stimmung ein bisschen zu erhalten. Damit mir der Blitz die nicht übertönt, drehe ich ihn in der Kamera meist auf -1. Damit bleibt die TTL-Messung, z. B. bei größerer Entfernung, erhalten.

Außerdem nimmt eine Verminderung des Blitzes bei Porträts den Blitzeinfluss zurück, ohne die Regelmöglchkeit auszuschließen.

Horka
Handliche Kameras

Lenno

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von Lenno » Montag 25. August 2014, 20:35

available hat geschrieben:
Gegenfrage:
Warum benutzt Du eine Belichtungskotrrektur z.B. im Modus "A"?
Du könntest doch dann gleich in "M" fotografieren?
Beim fotografieren wähle ich Programm A oder S, weil es schneller geht, ich muss nur auf Zeit oder Blende achten nicht auf beides.
Außerdem ändert sich die Blende/Zeit Kombination bei sich wechselnder Lichtmenge durch Wolken automatisch. Bei M ist man ja ständig
am kontrollieren und nachregeln, viel zu umständlich wenns schnell gehen soll.

Aber beim Blitzen mit einem TTL Blitz?
Ich kauf mir doch nicht so ein Supertollen Automatikblitz wenn ich dann im manuellen Programm rumwurschteln muss.


Deshalb blitze ich gleich manuell im manuellen Programm, ohne einen hochtechnischen Schnick Schnack Blitz.

Benutzeravatar
Horka
Beiträge: 13718
Registriert: Sonntag 26. August 2012, 12:08
Wohnort: Südlich von Köln

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von Horka » Montag 25. August 2014, 21:18

Mit dem TTL-Blitz ist es wie im wirklichen fotografischen Leben. Wenn Du weißt, was Du tust, wurstelst Du nicht rum.

Wenn Du eine bestimmte Blendenzahl wünschst, stellst Du sie bei A ein, die Kamera wählt eine Zeit und blitzt richtig belichtet.
Wenn Du eine bestimmte Zeit.............................................S..............................Blende.......................
Wenn Du Beides vorgeben willst, stellst Du beides bei M ein und die Kamera belichtet mit Blitz richtig.
Wenn Du Dich nicht kümmern willst, nimmst Du P und s. o.

Es gibt gute Gründe für jeden Modus. Und wenn Du die Blitzstärke beeinflussen willst, stellst Du sie an der Kamera ein.

Einfacher geht's nicht.

Horka
Zuletzt geändert von Horka am Montag 25. August 2014, 21:24, insgesamt 1-mal geändert.
Handliche Kameras

Benutzeravatar
available
Beiträge: 6298
Registriert: Samstag 27. August 2011, 11:36
Kontaktdaten:

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von available » Montag 25. August 2014, 21:20

Lenno hat geschrieben:
available hat geschrieben:
Gegenfrage:
Warum benutzt Du eine Belichtungskotrrektur z.B. im Modus "A"?
Du könntest doch dann gleich in "M" fotografieren?
Beim fotografieren wähle ich Programm A oder S, weil es schneller geht, ich muss nur auf Zeit oder Blende achten nicht auf beides.
Außerdem ändert sich die Blende/Zeit Kombination bei sich wechselnder Lichtmenge durch Wolken automatisch. Bei M ist man ja ständig
am kontrollieren und nachregeln, viel zu umständlich wenns schnell gehen soll.

Aber beim Blitzen mit einem TTL Blitz?
Ich kauf mir doch nicht so ein Supertollen Automatikblitz wenn ich dann im manuellen Programm rumwurschteln muss.

Deshalb blitze ich gleich manuell im manuellen Programm, ohne einen hochtechnischen Schnick Schnack Blitz.

Hallo David,

Dann wäre das Gegenargument:
Ich kaufe mir doch keine Kamera mit Automatikfunktion (A,S,P) um noch mit der Belichtungskorrektur arbeiten zu müssen.

Hallo David,

noch mal langsam:
Für das schnelle Bild nimmt man einen TTL-Blitz ohne Zuschaltung der Korrektur. Mit einem manuellen Blitz ist man in diesem Fall viel zu langsam.
So weit so gut.

Zum Thema Belichtungskorrektur:
Genauso wie der erfahrene Fotograf die Belichtungskorrektur zur Übersteuerung des Kamerabelichtungsvorschlages bei available light verwendet kann er dieses auch mit einem TTL Blitz bei weiterhin vollem Komfort einsetzten um eben die Automatik zu übersteuern.
Dieser manuelle sehr schnelle Eingriff macht einen TTL Blitz nicht überflüssig und verhilft zu sehr schnellem arbeiten.

Anders sieht es im Studio aus. Da wird zur vollkommenen Lichtkontrolle bei sehr langsamen vorgehen weitgehend manuell gearbeitet.

Viele Grüße

Andreas
Mein Flickr
G3/GH2/E-M1
Wali 7.5
Pan 7-14/14-42/1.2 42,5/45/100-300
Nokt 0.95/25
Oly 45/75/12-40/40-150
Zeiss 1.4/50/85
Canon 70-200
Leica Summicron-M 2/50
Zuiko FT 2/14-35/50/150
Elinchrom
Gorilla/Benro B0,Sirui T025/C10/N2004/K20x,Nodalninja, Pelicase

panne
Beiträge: 330
Registriert: Freitag 12. Oktober 2012, 16:10

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von panne » Donnerstag 28. August 2014, 14:03

Lenno hat geschrieben:Da ich selbst nur einen einfachen Blitz ohne TTL habe, weiß ich natürlich nicht was dort alles einstellbar ist.
aber wenn das so ist, ist es ja gut.

Mir ist bloss nicht ganz klar warum dann jemand einen Blitz im TTL Betrieb verwendet, und aber das manuelle Programm der Kamera dazu.

Kann man doch dann gleich alles manuell machen. Wahrscheinlich steh ich gerade auf dem Schlauch.
Hallo Lenno,

da ich das hier aufgebracht habe, der Versuch einer Erklärung.

1. Bei Verwendung eines Blitzes hast du in der Regel zwei Lichtquellen: Zum einen das Umgebungslicht, zum anderen das Blitzlicht.

2. Für beide Belichtungen gibt es unterschiedliche Automatiken: Für das Umgebungslicht hast du die diversen Kamera-Automatiken (z.B. Zeitautomatik, ISO-Automatik, ...), für das Blitzlicht hast du die TTL-Automatik.

3. Modus M mit TTL-Blitz macht deshalb Sinn, weil hier nur eine Automatik aktiv ist, die TTL-Automatik. Das ist auch nicht kompliziert einzustellen, da normalerweise unter kontrollierten Lichtbedingungen verwendet: Beispiel größere Familienfeier (z.B. Hochzeit), Ort des Geschehens ist ein größerer Raum mit künstlicher Beleuchtung. Als erstes wird im Modus M (Für Olympus Kameras: ISO wird fest eingestellt) die korrekte Belichtung OHNE Blitz eingestellt, das sollte jeder Fotograf zustand bringen. Jetzt belichten wir 1-3 EV unter durch Verkürzung der Belichtungszeit und schalten den TTL-Blitz ein. Mit dieser Einstellung wandern wir durch den Raum und fotografieren die Gäste, je nach Motiv bemühen wir den Blitz-Belichtungsausgleich (=> weißes Kleid oder schwarze Kleidung).

4. Alternativ kann man das o.g. Szenario auch wie folgt im Modus A lösen: Modus A mit TTL-Blitz sorgt automatisch für ISO 200 fest (bei der GX7). Die Unterbelichtung des Umgebungslichtes (1-3 EV) erzeugen wir mit dem Belichtungsausgleich der Kamera, der TTL-Blitz holt das über die Blitzbelichtung wieder rein, das Bild ist also korrekt belichtet. Mit dieser Einstellung wandern wir durch den Raum und fotografieren die Gäste, je nach Motiv bemühen wir den Blitz-Belichtungsausgleich (=> weißes Kleid oder schwarze Kleidung).

Der Unterschied zwischen den Ansätzen ist das im Fall 3. das schwankende Umgebungslicht durch die TTL-Automatik mit dem Blitz ausgeglichen wird, im Fall 4. erledigt das vermutlich die Zeitautomatik der Kamera. Das führt dazu, daß beim Fotografieren von Menschen der Hintergrund von Bild zu Bild in der Helligkeit schwanken kann, in der Regel ist das unerwünscht. Außerdem sind im Fall 4. ZWEI Belichtungsautomatik-Programme gleichzeitig aktiv, die Zeitautomatik der Kamera und die TTL-Automatik. Ob es Wechselwirkungen gibt und welche das sind bestimmt der Hersteller der Kamera. Die M-Variante funktioniert mit jjeder Kamera.

Gruß
panne
GF3, E-M1.2, E-P5 ...

AMed
Beiträge: 73
Registriert: Dienstag 15. Juli 2014, 17:01

Re: Grundlegende Fragen zum Blitzen

Beitrag von AMed » Samstag 30. August 2014, 12:48

Hallo,
nochmal zu den Basics:
Wie schon oben erwähnt, besteht die Belichtung bei Blitzbetrieb aus der Summe
der Belichtungen mit dem Umgebungslicht und dem Blitzlicht.
Die Steuerung der Menge des Blitzlichtes kann durch den Blitz selbst erfolgen,
wenn er über einen eigenen Sensor verfügt, oder über die kameraeigene
Belichtungsmessung (dann in der Regel TTL).
TTL ist somit noch keine Automatikfunktion sondern nur die Belichtungsmessung durch
die Linse.
Automatikfunktionen werden über den Blitz selbst oder die Kamera zur Verfügung gestellt.
Ist der Blitz in das Kamerasystem integriert, kann er sämtliche Steuermöglichkeiten
der Kamera überlassen (muss es aber nicht!).
Die Belichtung selbst setzt sich aus den Komponenten ISO-Empfindlichkeit, Blende,
Belichtungszeit, Abbrennzeit des Blitzes zusammen.
ISO, Blende und Belichtungszeit sind manuell steuerbar, weiters auch eine
Belichtungskorrektur am Blitzgerät selbst oder in der Kamera.
Die Belichtungszeit wird im Programmautomatikbetrieb der Kamera frei von der
Kamera gewählt, entspricht also nicht notwendigerweise der minimalen
Blitzsynchronzeit.
Will man die kürzeste Blitzsynchronzeit verwenden, muss man - sie falls möglich -
im Kameramenü vorgeben oder die Zeitautomatik dafür verwenden (z. B. 1/125 s).
Mit der Blende steuert man den Beitrag des bestehenden Lichtes an der
Gesamtbelichtung (kleine Blende > lange Belichtungszeit > viel Umgebungslicht),
was bei Nachtaufnamen mit Blitz interessant sein kann.
Weitere Beeinflussungsmöglichkeiten bestehen durch die bewusste Einstellung der
ISO-Empfindlichkeit in der Kamera.
Die Abbrennzeit des Blitzes ist nicht direkt einstellbar, wird aber bei Highspeed-Aufnahmen interessant.
Moderne Blitze bieten häufig die Möglichkeit die Blitzleistung manuell zu regulieren (1/2, 1/4, 1/8, 1/16,...). Das wirkt sich dann
doch auf Abbrennzeit des Blitzgerätes aus.
Weiters kann die Belichtung über das Blitzgerät mit +/- gesteuert werde (reguliert in Grenzen die Leistung des Blitzgerätes).
Eine Belichtungkorrektur in der Kamera hat hingegen Einfluss auf die darzustellende Umgebungshelligkeit.
Damit nicht genug können die verschiedenen Kamerasysteme mit ihren Systemblitzen (aber in der Regel nur mit diesen) alle vorher angeführten Aspekte im Detail justieren/verändern.
Ergebnis sollte eine optimale Belichtung in allen Situationen sein.
Ein Blitzgerät, das alles kann, kostet auch entsprechend viel, liefert aber dann auch eine Zusatzfunktion, den Master-Betrieb (drahtlose Steuerung mehrere Blitzgeräte auch in Gruppen). Damit ist die einfache Ausstattung für den Studiobetrieb denkbar.
Welches Blitzgerät infrage kommt ist von den Vorlieben des Benutzers abhängig.
Besser ein besseres wählen, da es in der Regel seltener getauscht wird als die Kamera selbst. Ich bevorzuge prinzipiell systemeigene Blitzgeräte.
Grüsse,
AMed

Antworten

Zurück zu „Lumix Systemkameras: G-, GH-, GF-, GM- und GX-Modelle“