Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
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herbert41
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von herbert41 » Donnerstag 15. April 2021, 18:15

idefixbt hat geschrieben:
Sonntag 28. Februar 2021, 16:54
Hallo Herbert,
ich kann mich den Ausführungen von Gerd einfach nur anschließen und Dir danke sagen für die beiden PDF-Dateien.
Deine Ausarbeitungen haben mir bei einigen Unklarheiten doch sehr geholfen. Ich bin schon auf den 3.Teil gespannt.
Hallo Gerhard,
der 3. Teil ist verlinkt (s.o.= 1. Beitrag auf Seite 4).
Anscheinend ist er aber so umfangreich und schwierig, dass es bislang nicht einen einzigen Kommentar dazu gibt.
Schade eigentlich, so viel Mühe und keine Resonanz!

Das erinnert mich an eine Daniel-Düsentrieb-Geschichte: Daniel (der geniale Erfinder in Entenhausen) stellt auf einer Erfindermesse seinen Witzautomaten vor. Der Automat erzählt aber ausschließlich Witze, deren Pointe nur für ausgebildete Physiker und Chemiker verständlich ist. Also interessiert sich niemand für den Automaten. Daniel macht das Beste daraus, stellt den Automatem bei sich zu Hause auf, sitzt allein vor dem Gerät und lacht sich einen Ast! - Muss ich wohl auch so ähnlich machen . . .
Gruß Herbert

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magle
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von magle » Donnerstag 15. April 2021, 18:39

Vielen Dank Herbert auch für den 3. Teil und die zugehörigen, umfangreichen Studien.

Dass ich mich noch nicht zu Deinen Anleitungen geäußert habe, hat mehr damit zu tun dass ich insbesondere für den 3. Teil Zeit und Ruhe zum Lesen brauch.
Letztes Wochenende hatte ich mit Hilfe der Kurzanleitung einen ersten Versuch gestartet. Leider fiel mir später am PC ein dummer Einstellungsfehler meinerseits auf, sodass ich alle Bilder gelöscht habe :( .
Was ich daraus gelernt habe, ist, dass Stacking sorgfältiges Arbeiten erfordert. Aber ich bleibe dran ...
Viele Grüße,
Martin

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Bilder gibt es hier

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herbert41
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von herbert41 » Donnerstag 15. April 2021, 18:45

magle hat geschrieben:
Donnerstag 15. April 2021, 18:39
Vielen Dank Herbert auch für den 3. Teil und die zugehörigen, umfangreichen Studien.

Dass ich mich noch nicht zu Deinen Anleitungen geäußert habe, hat mehr damit zu tun dass ich insbesondere für den 3. Teil Zeit und Ruhe zum Lesen brauch.
Letztes Wochenende hatte ich mit Hilfe der Kurzanleitung einen ersten Versuch gestartet. Leider fiel mir später am PC ein dummer Einstellungsfehler meinerseits auf, sodass ich alle Bilder gelöscht habe :( .
Was ich daraus gelernt habe, ist, dass Stacking sorgfältiges Arbeiten erfordert. Aber ich bleibe dran ...
Hallo Martin,
zeitgleich habe ich eben (seit über einer Stunde) versucht, nach Franks Buch Post Fokus zu einer Aufnahme zusammenzusetzen und bin mehrfach gescheitert. Auch hier fehlt mir eine systematische Anleitung. Irgendwie hatte ich dann plötzlich doch ein scharfes Gesamtfoto, aber wie das zuStande gekommen ist, kann ich nicht nachvollziehen. Also, ich lide mit!
Gruß Herbert

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mbf
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von mbf » Freitag 16. April 2021, 05:20

Hallo Herbert, mir lag eine Antwort schon eine Weile auf der Tastatur, aber irgendwie habe ich das mit dem Abschicken verpennt.

Ich bin beeindruckt vom Aufwand, den Dein Projekt so mit sich gezogen hat. Aber so ist es meistens, wenn man "nur mal eben" etwas testen will, ist das Ergebnis meist eine nur noch dem Insider verständliche EXCEL-Tapete. Umso dankbarer bin ich, dass Du Dir die Mühe gemacht hast und einen nachvollziehbaren Artikel zu Papier gebracht hast. Ich bin noch nicht durch alles durch, es ist aber auch keine Literatur die man kurz vor dem Schlafen noch eben durchblättert. Insbesondere das Aufdröseln des "Blenden-Paradoxons" fand ich spannend, da es eine unmittelbare Auswirkung auf das Vorgehen hat. Hier ist mir erst so richtig klar geworden, warum und wie man s einstellen sollte.

Für die Praxis nehme ich mit, dass kleine s-Werte für mich praktisch sind, aber beim Rest kann man nie wissen, ob man das nicht doch mal brauchen kann. Nochmal: Danke!
Grüße, Matthias

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herbert41
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von herbert41 » Freitag 16. April 2021, 17:19

mbf hat geschrieben:
Freitag 16. April 2021, 05:20
. . .
Für die Praxis nehme ich mit, dass kleine s-Werte für mich praktisch sind, aber beim Rest kann man nie wissen, ob man das nicht doch mal brauchen kann. Nochmal: Danke!
Hallo Matthias,

danke für die Rückmeldung!
Und noch eine Ergänzung: Ich rate, die s-Werte nicht unnötig klein zu wählen, weil damit ja auch die Anzahl der Fotos einer Serie (proportional zu s) größer wird. In den von mir empfohlenen s-Werten ist bereits eine Überlappung von mind. 25% berücksichtigt; das sollte reichen.

Es macht ja schon einen Unterschied, ob man z. B. in einer einzigen Serie 120 statt 80 oder gar 500 statt 300 Fotos auf der Karte hat.

Allgemein würde mich noch interessieren, ob irgendjemand Erfahrungen beim Bracketing/Stacking mit Brennweiten >60mm hat. Je größer die Brennweite, desto kleiner müsste nach meinen Untersuchungen der erforderliche s-Wert eingestellt werden, was dann wieder die Zahl der Fotos nach oben treibt.

Gruß Herbert

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sasssoft
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von sasssoft » Mittwoch 28. April 2021, 19:20

Hallo, mal zwei Stackingbeispiele von mir, frisch vom gestrigen Tag. Es ist ein sich gerade aus der Knospe geöffnetes Buchenblatt, das noch schön wellig gefaltet ist. Beide Bilder zeigen dasselbe Blatt mit exakt derselben Entfernung und Ausrichtung. Die etwas unterschiedliche Belichtung kommt daher, dass ich mit einem Reflektor das Licht gelenkt habe und das bei den Bilder etwas unterschiedlich gelungen ist.
Beide Bilder sind mit dem Oly 60 an einer G9 aufgenommen, Schrittweite 4.

Das erste Bild ist mit Bl. 2,8 und aus 99 Bilder mit HeliconFocus gestackt. Man sieht, dass der Hintergrund schön weich und unscharf sind. Die Zahl der Bilder hat aber nicht ausgereicht, das Blatt bis hinten scharf zu bekommen.

Das zweite Bild ist mit Bl. 5,0 und 82 Bildern gestackt. Der Hintergrund ist wesentlich schärfer, was mir persönlich nicht so gefällt. Aber das ganze Blatt ist jetzt mit nur 82 Bildern komplett in der Schärfe.

Gruß
Alfred
Buchenblatt 1.jpg
Buchenblatt 1.jpg (144.3 KiB) 500 mal betrachtet
Buchenblatt 2.jpg
Buchenblatt 2.jpg (142.21 KiB) 500 mal betrachtet
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BerndP
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von BerndP » Donnerstag 29. April 2021, 01:17

Ich bin beeindruckt, Alfred!
Wie schnell sind denn 82 Bilder im Kasten (Zeit)?
Ich habe heute bei einigem Wind versucht, nur 1 Bild von frischen Blättern scharf zu kriegen.
Da musste die ISO schon ziemlich hoch, um mehr als 1/500 s zu kriegen.
Schönen Gruß Bernd
Lumix-Kameras von klein bis groß, P und PL Objektive von 8 - 400, adaptiert Pentax K 50/1.7, 135/3.5. Sony (A700, A58) mit lichtstarken Minolta A Linsen. Analoge Teile im Schrank (RIP).

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sasssoft
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von sasssoft » Donnerstag 29. April 2021, 07:53

Wie schnell sind denn 82 Bilder im Kasten (Zeit)
Vorbemerkung: Wenn es geht, schneide ich meine Motive ab und gehe damit auf die wintergartenähnliche Terrasse, wo es fast windstill ist. Mit einer Schwanenhalsklemme kann ich das Motiv dann befestigen und ausrichten, Kamera auf Stativ davor, Funkauslöser, zusätzliche Lichtführung über 30 cm-Reflektor. Die Kamera macht ungefähr 3 oder 4 Bilder pro Sekunde, so dass für die 80 Bilder ca. 20 Sekunden nötig sind. Da das Motiv nicht wegläuft und es in meinem 'Terrassenstudio' quasi windstill ist, spielt das keine Rolle.

Im Freiland nehme ich meist 6K-Videos auf, das geht wesentlich schneller. HeliconFocus kann die automatisch wieder in einzelne Bilder zum Stacken zerlegen.

Ich bin auch immer wieder erstaunt, wie gut Helicon leichte Motivbewegungen durch Wind oder durch Kamerabewegung ausgleicht!

Gruß
Alfred
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PSG7
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von PSG7 » Donnerstag 29. April 2021, 14:09

Hallo Alfred,

sehr schön gelungen! Mir gefällt das zweite Bild besser, weil der Hintergrund ruhiger ist. Dass im Mittelgrund die Pflanzenteile nicht ganz unscharf sind, finde ich sogar angenehm.
Wer schon mal mit Focus Stacking gearbeitet hat, weiß, dass gute Ergebnisse alles andere als einfach sind. Ich habe kein spezielles Programm, arbeitete bisher mit Photoshop, bin aber seit einiger Zeit auf Affinity Photo umgestiegen. Die Ergebnisse sind meist nicht (ganz) zu meiner Zufriedenheit.

Alfred, mach bitte so weiter! Auch Deine Wortbeiträge sind angenehm sachlich und respektvoll.
Gruß Hans
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Lumix G81, G70; 15 mm, 42,5 mm, 14-140 II mm, 100-300 mm II; Oly 9-18 mm, Sigma 60 mm; versch. OM-Linsen

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herbert41
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von herbert41 » Donnerstag 29. April 2021, 14:53

An Alfreds sehr gelungenem Stack will ich noch mal die grundsätzlichen Zusammenhänge zwischen s, n, und der Blendenzahl Bz erläutern.

Alfreds Einstellungen: s = 4, n = 82, Bz = 5
(das ist die in der G9 angezeigte Drittel-Blendenstufe; s. Tab. 5.2 in Teil III meiner Bracketing-Anleitung; genauer Wert = 5,04; spielt aber keine Rolle).

Wir lassen zunächst den s-Wert konstant; s = 4.
Wenn wir nun die Blendenzahl Bz in ganzen Blendenschritten variieren, beträgt der Faktor von einem Bz-Schritt zum nächsten ganzen Bz-Schritt Wurzel(2) = 1,414. Beim Aufblenden verkleinert sich die tatsächliche Schrittweite (in mm) und vergrößert sich die erforderliche Anzahl n der Einzelfotos um diesen Faktor. Beim Abblenden ist es gerade umgekehrt. Wir erhalten damit folgende Tabelle (Ausgangswerte von Alfred fett, unterstrichen):

Bz = 3,5 ; ; 5 ; ; 7,1 ; ; 10 ; ; (v.l.n.r. Faktor 1,414)
n = 116 ; ; 82 ; ; 58 ; ; 41 ; ; (v.l.n.r. Divisor 1,414)

(Bitte entschuldigt die doppelten Semikolons; anders habe ich die Abstände zwischen den Zahlen nicht hinbekommen; mehrere Leerzeichen hintereinander werden automatisch auf ein Zeichen gekürzt . . .)

Wenn wir auf die übliche Blendenreihe (2,8 ; 4 ; 5,6 ; 8) umrechnen wollen, müssen wir zunächst von Alfreds gewählter „Drittel“-Zahl 5,0 auf 5,6 umrechnen. Der Umrechnungsfaktor für eine Drittel-Stufe beträgt 6. Wurzel aus 2 = 1,122 (s. Tab. 5.2 in Teil III). Da wir von 5 auf 5,6 abblenden, verringert sich die erforderliche Anzahl n; es muss durch 1,122 dividiert werden. Es ergibt sich:

Bz = 5 ; ; 5,6 ; ; (v.l.n.r. Faktor 1,122)
n = 82 ; ; 73 ; ; (v.l.n.r. Divisor 1,122)

Hiermit und mit dem Faktor bzw. Divisor 1,414 können wir nun die Tabelle für die übliche Blendenreihe berechnen:

Bz = 2,8 ; ; 4,0 ; ; 5,6 ; ; 8,0 ; ; (v.l.n.r. Faktor 1,414)
n = 146 ; ; 104 ; ; 73 ; ; 52 ; ; (v.l.n.r. Divisor 1,414)

Wichtig! Für sämtliche Kombinationen in den drei Tabellen bleibt der Schärfe-Verlauf innerhalb der Bracking-Zone unverändert, da wir s = 4 nicht verändert haben!

Bei seinem Stack mit Bz 5 und n = 82 stört Alfred der etwas zu scharfe Hintergrund.
Abhilfe: Aufblenden! Da hierbei die Schrittweite automatisch verringert wird, muss gleichzeitig n erhöht werden.

Bz 4 mit n = 104 oder Bz 2,8 mit n = 146 oder . . . oder . . .

Selbstverständlich sind auch weitere Kombinationen (auch mit Drittel- oder halben Bz-Stufen) nach diesem Umrechnungschema möglich!

Der Schärfe-Verlauf innerhalb der Bracketing-Zone wird hierdurch NICHT verändert!

Aber: mit Auf- und Abblenden kann gezielt die Schärfe außerhalb der Bracketing-Zone beeinflusst werden.

Anmerkung zur Veränderung von „Schritt s“
(zur Erinnerung: s ist nicht gleich der tatsächlichen Schrittweite in mm!):

Nehmen wir einmal an, dass sich im gestackten Bild (dem aus den Einzelaufnahmen zusammengesetzten Bild) von Alfred ständig scharfe und unscharfe Bereiche streifenweise abwechseln. Dann reicht die Überdeckung der Schärfebereiche der jeweils benachbarten Fotos beim Fokus-Bracketing nicht aus. Was ist zu tun?

Wie wir gerade am Beispiel oben gesehen haben, bringt Abblenden innerhalb der Bracketing-Zone NICHTS!

Es muss also der Wert von „Schritt s“ verringert werden, hier zunächst von s = 4 auf s = 3 (bei krasser Unschärfe evtl. auch gleich von 4 auf 2). Dies bedeutet, dass die tatsächliche Schrittweite (in mm) im Verhältnis 3/4 kleiner wird. Dies bedeutet gleichzeitig jedoch, dass mit der zuvor gewählten Anzahl n der Fotos nicht mehr das Ende der Bracketing-Zone mit den Einzelfotos erreicht wird. Also muss gleichzeitig die Anzahl n der Einzelaufnahmen um den Faktor 4/3 erhöht werden!

Sollten sich dann immer noch unscharfe Streifen im Stack zeigen, muss s nochmals verkleinert und n entsprechend vergrößert werden.

Ich hoffe, ich habe hiermit noch einmal praktische Hinweise zum zielgerichteten Experimentieren beim Fokus-Bracketing und Stacking gegeben.
Gruß Herbert

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sasssoft
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von sasssoft » Donnerstag 29. April 2021, 16:09

Oha Herbert, da haust Du uns wieder viele technische Details um die Ohren :o !

Fazit aus meiner Sicht: Ich komme mit der Schrittweite von 4 ganz gut zurecht, das ist sozusagen fest eingestellt. Außerdem hatte ich in der letzten Zeit die Gesamtzahl der Bilder auf 100 voreingestellt und änderte daran auch nichts. Ich breche die Stackingserie bei der Aufnahme dann manuell ab, wenn ich meine, meinen gewünschten Schärfebereich durchfahren zu haben. So war ich bei meiner Aufnahme überrascht, dass die Kamera plötzlich abbricht, weil die 100 erreicht waren!

(Für das Stacken verwende ich das jeweils letzte Bild nicht, weil dass durch das mechanische Abbrechen der Serie evtl. unscharf sein könnte; wäre hier eigentlich nicht nötig gewesen, weil die Kamera ja von sich aus beendete. Das eine Bild mehr hätte den Kohl aber auch nicht fett gemacht.)

Also habe ich die Bilderserie noch einmal wiederholt und die Blende etwas geschlossen. So konnte ich dann die Serie nach 82 Bildern manuell abbrechen und erreichte die Schärfe, die ich wollte.

Vielleicht sollte ich man Wahl von 100 maximalen Bilder noch einmal überdenken und erhöhen, damit ich mehr auf der sicheren Seite bin.

Gruß
Alfred
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von herbert41 » Donnerstag 29. April 2021, 17:23

sasssoft hat geschrieben:
Donnerstag 29. April 2021, 16:09
. . .
Vielleicht sollte ich man Wahl von 100 maximalen Bilder noch einmal überdenken und erhöhen, damit ich mehr auf der sicheren Seite bin.

Gruß
Alfred
Hallo Alfred,
weil du ja häufig Wert darauf legst, dass der Hintergrund möglichst unaufdringlich / unscharf dargestellt wird, kommst du zwangsläufig in den Bereich kleiner Blendenzahlen, was wiederum eine größere Anzahl von Fotos erforderlich macht. Also solltest du n deutlich größer als 100 wählen.
Aber eigentlich finde ich es viel besser, wenn du dabei bleibst, n=999 eingestellt zu lassen, den Ablauf auf dem Monitor zu beobachten und dann per Fernauslöser abzubrechen, wenn der Endpunkt der gewünschten Bracketing-Zone erreicht ist. Warum bist du nicht bei dieser Methode geblieben? Du warst doch davon ganz angetan!
Abgesehen hiervon ist s=4 für die großen Abbildungsmaßstäbe, die du bevorzugst, reichlich klein. Hier könntest du sicherlich noch bei n 20% -50% "sparen" und hättest beim Stacken weniger Einzelbilder zu verarbeiten.
Gruß Herbert

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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von sasssoft » Donnerstag 29. April 2021, 17:45

wenn du dabei bleibst, n=999 eingestellt zu lassen
Da ich in meinem früheren Stackingleben ;) selten über 60 Bilder gebraucht habe, schien mit 100 zunächst mal ausreichend. Aber Du hast ja Recht, mit 999 ist man immer sicher und vergessen, die Serie abzubrechen wird man wohl nicht :| .
ist s=4 für die großen Abbildungsmaßstäbe, die du bevorzugst, reichlich klein
Das glaube ich nun wieder nicht! Neulicht hatte ich eine Blüte ziemlich formatfüllend (ich glaube Buschwindröschen), da konnte ich beim Stacken in Helicon regelmäßige schmale Unschärfestreifen in der relativ einfarbigen Fläche der Blüte sehen. Das war eventuell ein Einzelfall, warum auch immer, aber hier wäre dann sogar eine Schrittweite von 3 oder 2 besser gewesen.

Bei Motiven mit unruhiger Struktur wären mir diese Unschärfestreifen gar nicht aufgefallen und im fertigen Bild sind sie bei solchen Motiven auch praktisch nicht zu sehen. Aber bei einfarbigen Motiven kann man das dann schon beim genauen Hinsehen erkennen!

Wie gesagt, das war vielleicht eine Ausnahme. Ich werde versuchen, das näher zu beobachten.

Gruß
Alfred
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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von herbert41 » Donnerstag 29. April 2021, 17:59

sasssoft hat geschrieben:
Donnerstag 29. April 2021, 17:45
. . .
Das glaube ich nun wieder nicht! Neulicht hatte ich eine Blüte ziemlich formatfüllend (ich glaube Buschwindröschen), da konnte ich beim Stacken in Helicon regelmäßige schmale Unschärfestreifen in der relativ einfarbigen Fläche der Blüte sehen. Das war eventuell ein Einzelfall, warum auch immer, aber hier wäre dann sogar eine Schrittweite von 3 oder 2 besser gewesen.

Bei Motiven mit unruhiger Struktur wären mir diese Unschärfestreifen gar nicht aufgefallen und im fertigen Bild sind sie bei solchen Motiven auch praktisch nicht zu sehen. Aber bei einfarbigen Motiven kann man das dann schon beim genauen Hinsehen erkennen!

Wie gesagt, das war vielleicht eine Ausnahme. Ich werde versuchen, das näher zu beobachten.

Gruß
Alfred
Das würde mich sehr interessieren! Bei f=60mm bin ich nie in solch niedrige s-Regionen gekommen. Nach meinen Untersuchungen braucht man solch kleine s-Werte nur bei bei größeren Brennweiten als 60mm.
Gruß Herbert

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Re: Anleitung für das Stacking / Fokus-Bracketing mit Lumix G-Kameras

Beitrag von sasssoft » Dienstag 4. Mai 2021, 19:06

Mal ein paar Worte zu meiner Praxis: Ich habe gestern wieder einen Stackingtag eingelegt. Die Motive finde ich im eigenen, großen Garten, das Stacken führe ich auf der Terrasse durch (wie schon beschrieben). So habe ich ungefähr zwei Stunden gebraucht, um ca. 40 Motive bzw. Bilderserien zu erzeugen, dabei sind ca. 2500 Bilder zusammen gekommen.

Dann folgt das Stacken mit HeliconFocus und die anschließende Nachbearbeitung (vor allem 'Halos' entfernen). Das hat dann noch einmal ca. fünf Stunden gedauert. Es sind gut 30 fertige Bilder entstanden. Ich kann ungefähr 10 Min. Bearbeitung für jedes Bild rechnen.

Zwei Beispielbilder möchte ich zeigen: Zum einen wieder ein frisches Buchenblatt, gestackt aus 95 Bildern mit Bl. 2,8, Schrittweite 4, ISO 200 und 1/320 Bel.zeit, außerdem -0,3 unterbelichtet. Das Bild ist von vorn bis hinten vollständig scharf, obwohl einige Tiefe im Bild ist.

Zum anderen die erste Blüte einer gelben Taubnessel. Hier wurden 58 Bilder verwendet, wieder Bl. 2,8, Schrittweite 4, ISO 200, Bel.zeit 1/400 sec. und -0,3 korrigiert. Die Schärfe umfasst nur die Blüte, die Vorder- und Hintergrundblätter sollten unscharf bleiben.

Ich möchte zeigen, dass das Stacken nicht so nebenbei geht sondern schon eine zeitraubende Sache ist. Noch eine Beobachtung bei mir: das Zusammenrechnen mit HeliconFocus dauert am Ultrabook viel länger als am großen PC. Ursache: der Große hat eine eigene Grafikkarte, die einen Großteil der Berechnungen übernimmt (kann man in Helicon so einstellen), das Ultrabook nicht. Der Zeitunterschied ist gravierend: Am Ultrabook dauert die Berechnung vielleicht 30-150 Sekunden (je nach Zahl der Bilder), das Gleiche macht der Große in vielleicht 3 oder 4 Sekunden (!!!). Da ich jede Serie häufig zweimal stacke, einmal mit Methode B und einmal mit C, die ich dann miteinander verrechne, ist der Zeitunterschied schon beträchtlich. Trotzdem ist meistens die anschließende Bildbearbeitung noch zeitraubender, vor allem wenn Lichtreflexe und 'Halos' im Bild sind.

Gruß
Alfred

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Buchenblätter.jpg
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