Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
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Berniyh
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Re: Elektronischer Verschluss und Kunstlicht - Streifen Test

Beitrag von Berniyh » Freitag 12. September 2014, 20:58

Lenno hat geschrieben:Aber zur Not, könnte ich hier 1/100stel oder 1/80stel
noch nehmen, wenn man nicht genau hinguckt.
Kommt halt auf die Frequenz dieser Schwingungen an, würde ich mal sagen. Wenn das gerade so passt (und das scheint bei diesen Verschlusszeiten so zu sein), dann sieht man nichts.
veo hat geschrieben:
Berniyh hat geschrieben:Hm, ist das Problem mit LEDs generell nicht vorhanden?
So nicht! Nur, wenn die LED's mit Gleichstrom betrieben werden (Akku) gibt's kein Problem.
Du kannst auch eine Halogen Leuchte an ein entsprechend leistungsfähiges Gleichstrom- Netzteil hängen und hast kein Problem.
So wie ich verstanden habe sind das nicht die Schwingungen der Netzfrequenz, die das verursachen, aber sicher bin ich mir nicht, da ich mir selbst nie wirklich Gedanken dazu gemacht habe (versuche einfach den EV bei Kunstlicht zu meiden).
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Matthias
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Re: Elektronischer Verschluss und Kunstlicht - Streifen Test

Beitrag von Matthias » Freitag 12. September 2014, 21:14

David, danke!

Sehr interessant und gut zu wissen. ;)

lg Matthias
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"Derjenige ist weise, der sich nicht um das sorgt, was er nicht hat – sondern sich über das freut, was er hat." (Epictet)

Lenno

Re: Elektronischer Verschluss und Kunstlicht - Streifen Test

Beitrag von Lenno » Freitag 12. September 2014, 21:18

Ich denke man muss das einfach von Situation zu Situation ausprobieren, bei einem unruhigen Hintergrund wird das vielleicht weniger auffallen,
als bei einem gleichmässig homogenen Hintergrund. Einfach mal ein wenig mit den Zeiten spielen und ausprobieren.

Lenno

Re: Elektronischer Verschluss und Kunstlicht - Streifen Test

Beitrag von Lenno » Freitag 12. September 2014, 23:19

So wie es der Zufall so will, ausgerechnet heute ein Feuerwerk, da konnte ich gleich mal ausprobieren, wie sich der EV dort macht.

Zuerst hab ich mit 1/30stel fotografiert, die ganzen Bilder mit 1/30stel waren OK, allerdings etwas unscharf und für meinen Geschmack kommt das Feuerwerk nicht schön raus, da die Zeit zu lang ist.
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.09.01.jpg
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.09.01.jpg (48.59 KiB) 1870 mal betrachtet
dann bin ich auf 1/60stel hoch, das sieht zwar etwas besser aus ...
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.10.22.jpg
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.10.22.jpg (87.51 KiB) 1870 mal betrachtet
... aber man hat hier keine Garantie, das ab und zu solch ein Bild mit hellem Streifen dazwischen ist.
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.11.09.jpg
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.11.09.jpg (73.02 KiB) 1870 mal betrachtet

Der Großteil der Bilder hat diesen hellen Streifen.
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.08.02.jpg
Bildschirmfoto 2014-09-13 um 00.08.02.jpg (190.8 KiB) 1870 mal betrachtet
Ich bin sehr froh das ich die Gelegenheit hatte, dies zufällig heute testen zu können.

Meine klare Empfehlung, wenn ihr Feuerwerk fotografieren wollt, EV ausschalten und den gewöhnlich
elektronisch gesteuerten manuellen Verschluss auswählen.
Meist ist bei Feuerwerk eh so ein Krach, so das ihr niemanden mit eurem Auslösegeräusch stört.

fox

Re: Elektronischer Verschluss und Kunstlicht - Streifen Test

Beitrag von fox » Freitag 12. September 2014, 23:27

Versteh ich jetzt nicht, wo kommt der helle Streifen her? Kunstlicht gibt's doch da nicht.

Lenno

Re: Elektronischer Verschluss und Kunstlicht - Streifen Test

Beitrag von Lenno » Freitag 12. September 2014, 23:33

Wie du weißt, ist der interne Blitz bei eingeschaltetem EV nicht anwählbar.
So ein Feuerwerk ist ja nichts anderes, es blitzt, d.h. es gibt Lichtspitzen, die dann
vom Sensor nicht auf einmal erfasst werden können, da beim EV der Sensor zeilenweise ausgelesen wird.

Das ist beim elektronisch gesteuertem mechanischen Verschluss nicht der Fall. Hier wird das gesamte Bild
auf einmal auf den Sensor belichtet und gespeichert und ausgelesen. (so grob erklärt ich bin kein Techniker,
und ich hab es sicher falsch erklärt)

So in etwa würde es auch aussehen, wenn man mit EV, den internen oder auch einen externen Blitz einsetzen würde.
Und deshalb verneint die Kamera den Einsatz desselben.

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Wolfgang B.
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Re: Test m. d. elektronischen Verschluss - Kunstlicht, Feuer

Beitrag von Wolfgang B. » Freitag 12. September 2014, 23:56

Tolle Arbeit Lenno!

Eigentlich brauchen wir eine Rubrik mit Tutorials für allgemeine Grundsätze fürs Fotografieren mit den verschiedenen Lumixen, z.B. für genau dieses Thema: Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen:

Danke, ich mag so etwas. Das verschafft jedem Neuling einen tollen Überblick und ist eine tolle Hilfe und man muss sich nicht mühsam durch die vielen Threads durchlesen.

Liebe Grüße, Wolfgang
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Nikon, Canon sprach die Tante, als sie Lumix noch nicht kannte.

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Horka
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Re: Test m. d. elektronischen Verschluss - Kunstlicht, Feuer

Beitrag von Horka » Samstag 13. September 2014, 08:39

Fox hat Recht, es ist ein anderes Thema als das begonnene, aber auch ein sehr interessantes.

Ich kann Deine Zeiten-Überlegungen allerdings nicht nachvollziehen, David. Meine Meinung war bisher, dass beim Feuerwerk die längere Zeit die bessere ist (sieht man vom Verwackeln ab), weil dann mehr Leuchtspuren abgebildet sind und das Bild "voller" wirkt, deswegen tendiere ich eher zur 10tel als zur 60tel.

Auch den Zusammenhang zwischen den weißen Streifen und dem EV kann ich nicht physikalisch/technisch verstehen. Die Lage im Bild und zur Lichtquelle ist nicht konstant und mit zeilenweisem Abtasten für mich nicht erklärbar.

Ist die Wolke auch bei Deinen Aufnahmen mit 1/30 s zu sehen? Hast Du bei den "klaren" Bildern mit MV aufgenommen?

Du hast Recht, es war ein Glück, diese Aufnahmen zu bekommen. Leider ergibt sich selten Gelegenheit, weiter zu probieren. Aber vielleicht greifen wir das Thema am 30. Dezember wieder auf mit einem Aufruf zum Testen. ;)

Horka
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Lenno

Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen

Beitrag von Lenno » Samstag 13. September 2014, 09:26

Horka hat geschrieben:Fox hat Recht, es ist ein anderes Thema als das begonnene, aber auch ein sehr interessantes.

Ich kann Deine Zeiten-Überlegungen allerdings nicht nachvollziehen, David. Meine Meinung war bisher, dass beim Feuerwerk die längere Zeit die bessere ist (sieht man vom Verwackeln ab), weil dann mehr Leuchtspuren abgebildet sind und das Bild "voller" wirkt, deswegen tendiere ich eher zur 10tel als zur 60tel.

Horka

Ich habe das Thema nun umbenannt, das trifft es wie Wolfgang sagt, wohl eher den Kern.
Zum Thema Feuerwerk bezüglich Zeiten werde ich ein anderes Thema in Allgemeine Fotografiediskussionen stellen.
http://lumix-forum.de/viewtopic.php?f=2 ... 25#p269225

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Re: Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen

Beitrag von k-m-w » Samstag 13. September 2014, 09:50

Hallo David!
Danke für Deinen ausführlichen Test! Sehr informativ, besonders da ich mich mit der GH4 auch erst mit den Möglichkeiten und Einschränkungen des elektronischen Verschlusses rantesten muss!
LG
Michael


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Berniyh
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Re: Test m. d. elektronischen Verschluss - Kunstlicht, Feuer

Beitrag von Berniyh » Samstag 13. September 2014, 10:50

Horka hat geschrieben:Auch den Zusammenhang zwischen den weißen Streifen und dem EV kann ich nicht physikalisch/technisch verstehen. Die Lage im Bild und zur Lichtquelle ist nicht konstant und mit zeilenweisem Abtasten für mich nicht erklärbar.
Wo genau ist denn das Problem?

Im Grunde ist es eben so, dass der EV durch das zeilenweise Abtasten Variationen während der Belichtung in der Beleuchtungsstärke wahrnehmen kann, da unterschiedliche Zeilen (oder besser gesagt Bildbereiche) eben unterschiedliche Beleuchtungsstärken sehen. Beim Feuerwerk gibt es ja nicht nur die Leuchtspuren, die man nach der Explosion sieht, sondern eben auch die Explosion selbst. Das ist kurzzeitig eben eine zusätzliche, starke Lichtquelle.

@Lenno: Du hast doch recht viel Erfahrung Fotografie von Gewittern/Blitzen.
Bei einem Blitz müssten mit dem EV teilweise sehr "interessante" Bilder herauskommen, oder nicht?
Kameras: G9, GM5
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Lenno

Re: Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen

Beitrag von Lenno » Samstag 13. September 2014, 14:59

Nachtrag: Leider ist es auch bei der 1/30 stel so, das dieses helle Belichtungsband zu sehen ist,
mir viel das in der Übersicht nur nicht gleich so auf. Nach dem ich aber nun auch die Aufnahmen
durchgegangen bin, habe ich in der Vergrößerung doch gesehen, das auch sie dieses Phänomen aufweisen.

Also tritt das ein, was Berniyh so schön beschrieben hat.
Im Grunde ist es eben so, dass der EV durch das zeilenweise Abtasten Variationen während der Belichtung in der Beleuchtungsstärke wahrnehmen kann, da unterschiedliche Zeilen (oder besser gesagt Bildbereiche) eben unterschiedliche Beleuchtungsstärken sehen. Beim Feuerwerk gibt es ja nicht nur die Leuchtspuren, die man nach der Explosion sieht, sondern eben auch die Explosion selbst. Das ist kurzzeitig eben eine zusätzliche, starke Lichtquelle.
1-30stel.jpg
1-30stel.jpg (783.61 KiB) 1755 mal betrachtet
@Lenno: Du hast doch recht viel Erfahrung Fotografie von Gewittern/Blitzen.
Bei einem Blitz müssten mit dem EV teilweise sehr "interessante" Bilder herauskommen, oder nicht?
Vermutlich würden genau solche Bilder rauskommen die unterschiedlich helle Streifen im Bild haben.
Ob das fotografisch interessant wirkt habe ich noch nicht ausprobiert.

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Berniyh
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Re: Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen

Beitrag von Berniyh » Samstag 13. September 2014, 15:52

Lenno hat geschrieben:Ob das fotografisch interessant wirkt habe ich noch nicht ausprobiert.
Ich meinte nicht die Art von "interessant". ;-)
Kameras: G9, GM5
Objektive: 12-32mm/3.5-5.6, 12-60mm/2.8-4.0, 100-400mm/4.0-6.3, 15mm/1.7, 42.5mm/1.7, Kowa 8.5mm/2.8, Samyang 7.5mm/3.5 Fisheye, Voigtländer 25mm/0.95
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Re: Verhalten des EV bei verschiedenen Lichteinflüssen

Beitrag von AMed » Samstag 13. September 2014, 22:28

Liebe Freunde,
das Problem hatten wir schon vor Jahrzehnten beim Abfotografieren von Fernsehbilder.
Auch damals musste die Belichtungszeit deutlich länger als eine Phase (25 B/s) sein.
Wir ändern uns, die Physik bleibt.
Grüsse,
AMed

fox

Immer noch Erleuchtung gesucht

Beitrag von fox » Samstag 13. September 2014, 23:08

Ich habe jetzt länger drüber nachgedacht, aber ich komme einfach nicht weiter.

Die von Lenno verwendeten Belichtungszeiten sind, wenn ich nicht wieder irgendwo 'nen Denkfehler habe, etwa 2-4 mal so lang wie die Auslesegeschwindigkeit des Sensors. Der Sensor wird zwar zeilenweise ausgelesen, aber er wird nicht zeilenweise belichtet. Warum ein Lichtblitz bei einer so langen Belichtungszeit sich nicht auf dem ganzen Sensor wiederfinden sollte, ist mir nach wie vor schleierhaft.

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