Display-Bild

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
ThomasT
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Re: Display-Bild

Beitrag von ThomasT » Samstag 18. August 2012, 13:20

Lenno hat geschrieben:Danke Thomas, sowas habe ich auch vermutet.

Der Erklärer im Video, klärt nachher selbst noch auf (ans Ende scrollen), das es sich um einen Fehler der Zahlen handelt, ansonsten fand ich das Video gut erklärt, danke Frank.
Ja, die Videos auf der Seite nicht schlecht. Insofern danke für den Tipp.

Das mit der gezielten Überlichtung sehe ich aber kritisch. Ohne ihm Unrecht zu unterstellen. Im Gegenteil, aber es ist etwas ungenau erklärt, von technischen Hintergrund finde ich.

Anscheinend (das muss ich echt mal rauskriegen) arbeiten die Sensoren "linear" (nicht wirklich, denn sicher gibt es ein Gamma), also propoertional zur Helligkeit, also Leuchtdichte. Letztendlich also proportional zur eintreffenden Lichtenergie.
Unser Auge empfindet aber grob logarithmisch. Die analoge Filmkennlinie wird ja auch immer doppelt logarithmisch angegeben. Bei Cineon-File-Format für Kino-Postproduction wurde 10bit logarithmisch angegeben, also 1024 Stufen von 0.3 D (D=Filmdichte) Basedensity bis rudn 2 D in Stufen von 0.02 D.

"Lineare"[1] Bildformate wie JPEG und Video haben demgegenüber mehr Codevalues im hellen Bereich und teilweise zuwenig in den Schatten. Zuwenig vorallem weil hier die 8bit-Stufen nicht ausreichen. Aber schon 10 bit ist eine Vervierfachung der möglichen Zwischenwert. D.h. schon mit 10 bit habe ich in den Schatten deutlich mehr Zwischenstufen als vorher in den Hellen Bereichen woe es locker ausgereicht hat.
Also würde ich den Überbelichtungsgewinn hier mal in Frage stellen.
Bleibt das Rauschen.

Die eigentliche Frage ist aber eine ganz andere: Wenn mein Motiv zu hohe Kontraste hat, belichte ich dann lieber unter ober über?
Bei analogen Film war die Antwort ganz klar: Überbelichten. Unterbelichtung fürht zur klaren Schatten (auf dem Negativ) und nach oben knickt die Kennlinie zwar langsam ab, aber ermöglicht noch Zeichnung. Digi-Knipsen die Jpeg (also 8bit) als Ergebnis haben, belichtet man auch lieber unter. Damit sind zwar die Schatten verrauschter, aber haben wenigstens noch Information während die Lichter andernfall in der 255-Brühe verschwinden.

Ich werde da mal Tests machen. Aus Schuß aus der Hüfte und Betrachten einiger Bilder mit Camera Raw würde ich sagen: es kommt drauf an!
Will man photographisch perfekte Bilder, dann ist Überbelichtung besser. Die Schatten sind klarer und weniger verrauscht. Die meisten hellen Lichter (Wolken) haben noch Zeichnung. Geclippte punktförmige Spitzlicher stören auch nicht groß. Einzig langzeitbelichtete Nachtbilder mit großen Flächen (beleuchtete Gebäude in sehr dunkler Umgebung) verschwinden in der Lichtsoße.
Will man dokumentarisch zusehen, dass "was drauf" und zu erkennen ist, dann ist Unterbelichtung besser. Man stellt so sicher, dass in den Lichtern alles drauf ist. Die tiefen Schatten sind zwar verrauscht, aber eben noch erkennbar(!). Mit Unterbelichtung hat man also u.U. mehr drauf. Sieht aber nicht toll aus und ist alles andere als photographisch perfekt.

Das ist übrigens eine Erkenntnis, die ich auch schon beim Ton hatte: Drastische Signalverarbeitung um schlechte Aufnahmen erträglich zu gestalten, also deutlich zu verbessern, sind ungeeignet, gute Aufnahmen in gleicher Weise zu verbessern. Hier würde das Signalprocessing das Signal versauen.

Muss ich nochmal drüber nachdenken. Immerhin hat es sehr dazu angeregt, das mal näher zu untersuchen.

[1] bei Video und davon abgeleitet Computerbildschirme sind die Zahlenwerte propoertional zur Gitterspannung der Bildröhren. Auch diese haben ein positives Gamma, von ich glaube 1.5. D.h. Auch bei den linearen Formatenkommt es wieder zur Spreizung. Der Effekt dass sich hellen die Werte tummeln und in den Tiefen fehlen ist so nicht ganz rso schlimm.
Lumix G3, GF3
Blackmagic Pocket Cinema Camera (super16 sensor, Cropfaktor 2.88 KB)
Panasonic 7-14, Laowa 7.5 mm, SLR Magic Hyperprime 12 mm, Panasonic 14-42, Sigma 19, Panasonic 20, Panasonic 45-150
Pentacon 29/f2.8, Pentacon 50/f1.8, Pentacon 135/f2.8

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