Ich habe die Kamera im Rahmen einer Verschwiegenheitserklärung bereits für PHOTOGRAPHIE und mein nächstes Buchprojekt testen dürfen. (Damit ist die Katze aus dem Sack: Mein nächstes G-System-Buch beinhaltet neben der GH2 die neue G3
Ein Info-Video zum Autofokus der G3 konnte ich übrigens auch schon drehen (hier der Link zu YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=SrOas3DhP6A), ebenso einen Schwung erster Beweisbilder mit dem Vorserienmodell (Firmware 0.1) machen – beides findet Ihr auf unserem YouTube-Kanal bzw. unserem Flickr-Album. Die Links folgen in separaten Postings nach und nach. Bei Flickr habe ich schon mal drei ISO-Vergleiche eingestellt: ISO 1600 mit G2, GH2 und G3. Hier der Link zum ISO-1600-Foto mit der G3: http://www.flickr.com/photos/lumixforum ... hotostream
Hier meine Eindrücke und die Highlights der G3.
- 25% kleiner als bisherige G-Modelle (Ich mag das! Die G3 ist knuffig und kompakt, aber auch für große Hände noch gut halt- und bedienbar. Zwar hat Panasonic auf das AF-Rad auf der linken Schulter verzichtet, immerhin lassen sich solche Features auf eine der beiden „Fn“-Tasten legen)
- Aluminium-Frontplatte und wertiger Metallring ums Bajonett: Die erste Lumix G mit spürbar Metall am Gehäuse
- 15,8 Megapixel LIVE MOS-Sensor (der ist neu und löst etwas weniger auf als der der GH2, zudem handelt es sich nicht um einen Multiformatsensor wie bei der GH2)
- Venus Engine FHD-Prozessor wie in der GH2
- hervorragender elektronischer Sucher (löst 1,44 Megapixel auf, also faktisch etwas weniger als der der GH2, ist aber nach meinen Vergleichen absolut mit dem hervorragenden EVF der GH2 vergleichbar)
- 3“ dreh- und schwenkbares LC-Display mit Touch-Funktion (wie bei der GH2)
- 4 Bilder pro Sekunde bei voller Bildgröße (40 B/s bei 4 Megapixel)
- superflotter AF (ich zeige das auch im Video: Der AF der G3 ist dem der GH2 ebenbürtig!)
- FullHD-Videos (1920 x 1080), AVCHD oder Motion JPEG) und Stereo-Mikrofon (aber kein „kreativer Videomodus“ wie bei der GH2 und keine manuellen Videofunktionen)
- AF-Feld jetzt auf dem kompletten Motivbereich positionierbar (siehe unser YouTube-Video)
- neuer „Pinpoint“-AF: supergenaue Fokussierung auf winzige Details (siehe unser YouTube-Video)
- AF-Tracking während der Videoaufnahme
- kommt in drei Farben (Schwarz, Schokolade und Rot) für ca. 700 Euro inklusive Set-Zoom 14-42 mm
- Neues Set-Zoom-Design (komplett schwarzes Gehäuse)
G3 – mein erstes Fazit:
Mir war der Zwerg sofort sympathisch! Ich gestehe, dass ich eine Vorliebe für kompakte Kameras habe, und die G3 macht das Thema „Immer-dabei-Kamera“ noch mal einen Schritt einfacher. Vor allem zusammen mit einem Pancake kann man die Neue locker in der Hosentasche transportieren.
Natürlich hat Panasonic für die Schrumpfkur Bedienelemente am Body gestrichen. Am schmerzlichsten vermisste ich zunächst den praktischen AF-Schalter der G2/GH2 links auf der Schulter. Aber schon nach wenigen Stunden hatte ich mich daran gewöhnt, denn die AF-Modi lassen sich ganz schnell mit der linken Richtungstaste abrufen, und der Fokusmodus wird flott über die Q.Menu-Taste erreicht.
In Sachen Speed und Qualität hat mich die G3 sehr schnell überzeugt. Der AF ist ebenso zielsicher und rasant wie bei der großen Schwester GH2, die neue Möglichkeit, das AF-Feld auf dem kompletten Motivbereich herumzuschieben gefällt mir als passioniertem Makrofotografen ebenso wie der neuen „Pinpoint“-AF, mit dem sich auch kleinste Details exakt treffen lassen.
Und noch eine wichtige Erkenntnis: Das Rauschen der G3 liegt auf GH2-Niveau und lässt die G2 sichtbar hinter sich (siehe Flickr-Album).
Der elektronische Sucher ist zwar auf dem Papier baugleich mit dem der G2, in der Praxis aber auf GH2-Niveau – das ist für mich wichtig, da ich zur Sorte Fotograf gehöre, die ihre Bilder zum Großteil mit der Kamera direkt am Auge gestalten und die sich zu einer GF1 oder GF2 immer den (leider immer noch nicht wirklich überzeugenden Aufstecksucher) kaufen würden.
Was mich am Anfang störte: Panasonic hat bei der G3 aus Kosten- und Platzgründen den kleinen Sensor am Okular weggelassen, der bei der GH2 und G2 für die automatische Umschaltung von Monitor- zu Sucherbild sorgt, wenn man die Kamera ans Auge nimmt. Nach ein paar Tagen hat man sich aber daran gewöhnt, vor dem „Ans-Auge-Nehmen“ kurz die Umschalttaste links vom Okular zu drücken
Was mich etwas irritiert, ist die Strategie von Panasonic, auf die Frontseite der Kamera nur noch die Gattungsbezeichnung „G“ und nicht die konkrete Typenbezeichnung „G3“ zu drucken. Die steht oben auf dem Sucher. Wer also bei der nächsten und übernächsten Generation wissen will, um welche G es sich genau handelt, muss die Kamera von oben begutachten. Man kann damit leben.
Unterm Strich bin ich nach dem ersten Kontakt angetan von der G3! Die Neue vereint Kompaktheit (und damit DEN Vorteil spiegelloser Systemkameras!) mit ausgezeichneter Ausstattung und sehr guter Bildqualität. Für passionierte Filmer bleibt die GH2 erste Wahl, wer den Hauptfokus aufs Standbild legt, kann getrost zur G3 greifen – auf diesem Feld zieht die Kleine mit der großen Schwester gleich.