Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Hier gibt`s Infos und Diskussionen rund um die Micro-Four-Thirds-Modelle der Lumix G-, GH-, GF- und GX-Reihe.
mft-Schnupperer
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Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von mft-Schnupperer » Sonntag 6. Oktober 2019, 18:06

Hallo, liebe Lumix-Leut'!

Ich bin drauf und dran, mir dies Jahr noch diese (nach den Werten) phänomenale Lumix G9 zu kaufen, nachdem nun etwaige Kinderkrankheiten vielleicht ausgestanden sein werden? Deshalb meine eher grundsätzliche Frage hier, unter den G-Modellen, an euch Fachleute: Bitte wofür (nicht: 'warum') braucht man derart rasante Serienfolgen und ultrakurze Verschlusszeiten?

Ich kam bisher mit 9B/sec bei flatternden Möwen eigentlich ganz gut klar und jene bisher minimalste Verschlusszeit, 1/8000, habe ich noch nie sinnvoll eingesetzt/gebraucht. Ist ja auch ne Lichtfrage. Bei diesem grandiosen update für mich auf 20, 60, ja sogar diese irre schnellen Videobilder, explodieren förmlich die naiven Vorstellungen eines damit noch Unerfahrenen. Doch, was ist dabei vernünftig und ...wofür?

Wollt ihr mir bitte, am liebsten praktische, Anwendungen nennen, die solche Superwerte von der G9 sinnvoll 'brauchen'? Oder alles nur Marketing, um neugierige Amateurfotografen wie mich dafür zu reizen/interessieren und letztlich zu ...binden?

Danke für eure vernunftsorientierten Hinweise!
Denn, was nütze zum Beispiel jene 1/32000 sec, wenn - unabhängig vom nötigen Licht - der technische/finanzielle Aufwand für den richtigen Auslösungszeitpunkt alles andere in den Schatten stellt...?

Viele Grüße und herzlichen Dank
für eure Informationen!
'schnupper' :- )

P.S.: Gibt es praktische G9-Erfahrungen zur Verlässlichkeit der af-Nachführung bei verschiedenen B/sec?

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chrisspeed
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von chrisspeed » Sonntag 6. Oktober 2019, 18:23

Ohne echte praktische Vorteile nennen zu können, ist es eine recht sinnfreie Frage, den Grund für technischen Fortschritt zu hinterfragen. Möglicherweise reduziert sich ja der Ausschuss verwackelter Aufnahmen bei so einer Geschwindigkeit oder man bekommt endlich den Flügel eines Kolibris scharf...

Schöne Fotos hat man allerdings schon mit wesentlich schlechteren Equipment gemacht :)


Übrigens...alte Fotos sind immer schön......
LG Christian

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ObjecTiv
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von ObjecTiv » Sonntag 6. Oktober 2019, 19:10

mft-Schnupperer hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 18:06
Bitte wofür (nicht: 'warum') braucht man derart rasante Serienfolgen und ultrakurze Verschlusszeiten?

Ich kam bisher mit 9B/sec bei flatternden Möwen eigentlich ganz gut klar
OK, Möwen sind ja auch eher langsame Flieger. Versuch mal dein Glück mit Schwalben oder noch schnelleren Vögeln. Da können auch die 20B/s knapp werden. Der Autofocus bzw. der AFC ist da aber eher die limitierene Funktion. Wenn dein Hauptaugenmerk auf BIF liegt, dann gibt es da sicher empfehlenswertere Kameras, für BIF mit hoher Ausbeute würde ich da eher ne D500 mit entsprechendem Glas wählen. Was nicht heißen soll, dass das mit ner G9 nicht geht. Aber der Ausschuß wird höher sein.

Der AFC der G9 ist OK und auch anpassbar an verschiedene Situationen, aber genau das macht ihn auch komplexer in der Handhabung.

Ein anderer Anwendungszweck für möglichst hohe Bildfolgen ist neben diversen Sportarten z.B. die Tropfenfotografie, wo es auch Hilfreich ist, wenn man den besten Moment aus einer hohen Anzahl an Frames aussuchen kann.

Das, was die G9 ausmacht, ist aber meiner Meinung nach nicht in erster Linie die reine Speed der Funktionen, sondern das Gesamtpaket der Möglichkeiten gepaart mit einem im MFT-Bereich in der Form bislang nicht vorhandenen Handling, resultierend aus der Größe des Bodys und Größe sowie Anordnung der Bedienelemente. Das muss man mögen, oder eben auch nicht. Daher ist "in die Hand nehmen" und ausführliches Testen beim Händler, vor allem auch mal mit größeren Objektiven, so wichtig. Kann ja auch sein, dass dir die G9 dann gar nicht gefällt.

Das schöne im MFT-Bereich ist ja, dass es für (fast) alle Geschmäcker was passendes gibt...

lg Peter

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Horka
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von Horka » Sonntag 6. Oktober 2019, 19:13

Wenn Du nur eine uralte Kamera hast, kauf Dir die G9 und vergiss die unnötigen Features. :D

Wenn Du eine neuere Lumix hast, wozu willst Du die G9 kaufen? ;)

Nebenbei: Ich habe mit meinen Kameras noch nie Fokusstack, 4K, schnelle Serie... genutzt, obwohl sie das können, und bin trotzdem glücklich mit ihnen.

Im Übrigen: Kauf Dir das Buch von Frank, bei den Erläuterungen findest Du auch Anwendungen.

Horst
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von Jock-l » Sonntag 6. Oktober 2019, 19:50

chrisspeed hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 18:23
... bei so einer Geschwindigkeit oder man bekommt endlich den Flügel eines Kolibris scharf...
Aus eigenem Erleben- bei Serienmodus mit 60 B/s... aber frage nicht wielange ich Zeit brauchte zum Ausmisten der Luschen :lol:

Für den TO: Techn. Spezifikationen sind ein Teil des Ganzen, nutze die Gelegenheit wenn sie sich ergibt und begrabble die Kamera samt Objektiv beim nächsten Fachmarktbesuch. Was nützen Details auf dem Papier, wenn sich Menues/Struktur nicht erschließen, die Kamera zu klein/groß für die eigenen Hände ausfällt u.v.m.
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von sasssoft » Sonntag 6. Oktober 2019, 20:03

Ich versuche mich mit der G9 z.B. an von der Blüte startenden Insekten (Bienen, Hummeln, Schwebfliegen). Da kann man schnellstmögliche Serien und Pre-Burst schon gut gebrauchen! Das geht aber nur bei gutem Licht, damit man auch kürzestmögliche Verschlusszeiten erzielen kann. Ich mache das nur zum Spaß und weil ich diese Herausforderung suche.

Wie man am Beispielbild sieht, bin ich noch weit von der Vervollkommnung entfernt ... :(

Gruß
Alfred
Biene_im_Flug.jpg
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Pana G9, GM5, 12-32, 35-100, 100-300 II, PanaLeica 15, 12-60, Sigma 60, Rokinon 7,5; Makro: Olympus 60, Raynox 150, 250, 202; Blitz: Metz 58 AF-2; Kompakt: Nikon P300; Beamer: ACER PD-521, BenQ W1720

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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von Prosecutor » Sonntag 6. Oktober 2019, 20:05

Für Sport und Action können 9 B/s zu wenig sein. Außerdem ist der PreBurst-Modus unverzichtbar, um den richtigen Moment zu erfassen.

Bild

Wenn beim Sport der Ball mit 60 km/h fliegt, ist er bei 10 B/s schon 1,6m zwischen den Bildern weiter geflogen...

Abgesehen vom Tempo ist der Sucher und das ganze Handling herausragend. Und die HiRes- Funktion ist auch nicht zu verachten.
Niels´Kameras: G9 | GX9 | GX800 | G70 | FZ1000
gehabt: FZ30, G1, G2, G6, GF3, GF7, GH5, GM1, GX1, GX7, GX8, GX80
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von schichti » Sonntag 6. Oktober 2019, 20:32

mft-Schnupperer hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 18:06
Danke für eure vernunftsorientierten Hinweise!
Hab ich leider (noch) nicht wirklich viel vorzuweisen. Besitze die G9 jetzt seit einer knappe Woche und kann leider keine Infos zu AFC, vielen Bildern pro Sekunde, etc. beitragen. Außer einem kurzen Fotospaziergang am Feiertag und dem Basteln einer angemessenen Handschlaufe (siehe Foddo), gibt es nur wenige Berührungsmomente mit dem Body (klingt verwerflich ist aber so) ;)

Aber gerade die Art, wie sie in der Hand liegt und (ich habs schon an anderer Stelle beschrieben) die unaufgeregte, Selbstsicherheit vermittelnde Arbeitsweise der Kamera macht schon einen deutlichen Unterschied zu meiner OMD E-M5. Ich denke nicht, dass mir nur wegen der Kamera bessere Bilder gelingen werden, aber die besseren Rahmenbedingungen, die der aktuelle Body zu bieten hat, kann man schwerlich wegdiskutieren. Und wenns es dann mal wieder auf eine Sportveranstaltung geht, will ich auch mal tatsächlich rausfinden, was der AFC zu bieten hat. Auch Focus-Stacking kann ich mir spannend vorstellen.

Letztendlich ist es aber, wie auch schon geschrieben wurde, eine Frage des in die Hand nehmens und der persönlichen Beurteilung von Menüstruktur und Bedienung im Allgemeinen. Da die Kamera aktuell im Preis gesenkt wurde, ist die Entscheidungsfindung vielleicht auch noch tendentiell zur G9 hin beeinflusst. Für mich war das jedenfalls (auch) ein Grund. Mit der Größe muss man halt klar kommen. Von den reinen Abmessungen her ist sie schon deutlich größer, als die M5, eher so in Richtung E-510, aber dennoch sehr angenehm ausgewogen und nicht zu schwer.

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20191006_211754.jpg (235.17 KiB) 1638 mal betrachtet
Viele Grüße, Thorsten
Unterwegs mit: Lumix DC-G9, ZD12‑100mm 1:4.0 IS PRO, ZD9-18, ZD25-1,8, ZD75-300ii, Samyang 7,5mm Fisheye, Raynox DC250, Oly-Systemblitz FL50 und Samsung Galaxy Note9 ;)

ObjecTiv
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von ObjecTiv » Sonntag 6. Oktober 2019, 20:45

Ja, den HighRes-Modus verwende ich tatsächlich gerne an der G9, da er doch verhältnismäßig "alltagstauglich" ist und sich auch noch ganz leicht aktivieren lässt. Die für diese Betriebsart üblichen Einschränkungen und Voraussetzungen müssen natürlich beachtet werden. Insgesamt finde ich den Modus aber einfacher in der Benutzung als z.B. bei der EM5-II.

PANA6381.jpg
PANA6381.jpg (124.62 KiB) 1623 mal betrachtet
volle Auflösung: https://photos.app.goo.gl/igMKCbmmtWqJFsrg6

Mit nem guten Objektiv kann man da in der Auflösung mit ner A7R4 etwa gleichziehen und übertrifft diese sogar minimal in Punkto Rauschen (Aber die A7R4 kann natürlich auch HighRes und liegt dann wiedervorn, zudem kann die A7R4 halt die hohe Auflösung auch ohne die HighRes-Einschränkungen). Aber immerhin, da geht ne Menge

lg Peter

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quadfahrer
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von quadfahrer » Montag 7. Oktober 2019, 18:52

mft-Schnupperer hat geschrieben:
Sonntag 6. Oktober 2019, 18:06
.... um neugierige Amateurfotografen wie mich dafür zu reizen/interessieren und letztlich zu ...binden?
ich denke mal, das die g9 sich nicht nur den amateuren widmen will, sondern immer mehr profis greifen zu kleineren kameras wie sony und panasonic. und da will und kann die g9 mithalten.
auch das schulterdisplay ist ein zeichen dafür.
Grüße von Jörg, dem Quadfahrer
G81 und GX800 - Pana 12-60, Pana 12-32, pana 25/1.7, Pana 100 - 300 I

mft-Schnupperer
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von mft-Schnupperer » Montag 7. Oktober 2019, 21:41

Habt herzlichen Dank euch für eure prompte Unterstützung!
Ich bin tief beeindruckt von eurer wunderbaren Begrüßung...! :- )
Und hab jetzt auch schleunigst darauf zu antworten.
(manche frühen Antworten sind aber nun fortgefallen?)

Damit bin ich gut weitergekommen. Es war vielleicht nicht die punktgenauen Antworten auf meine Frage, aber doch äußerst hilfreich! Lasst mich detailliert darauf eingehen...

Ich bat euch um die möglichst praktische, also konkrete, Angabe sinnvoller Einsätze für solche irre schnellen Serienbilder und ultrakurzen Verschlusszeiten. Und erfuhr nun, dass alleine schon meine Frage nach dem Sinn solcher hohen Werte (wofür sind sie gut?) bereits "sinnfrei" sei! Das half mir praktisch allerdings weniger weiter als dein, selbst auch genutzter?, Tipp für reduzierte Verwacklungen, chrisspeed... ;- )

Der Haupteinsatz für meine G9 soll eine sichere (ist sie das?) und eben schnelle Fokusnachführung bei Serien sein. Das reicht mir eigentlich völlig, damit wäre mein Kaufgrund für die Kamera schon bedient.
Ergänzend zu solchen wunderbar schnellen Gebrauchsserien von traumhaften 20B/Sek mit(!) afc suchte ich nach dem sinnvollen Einsatz für die darüber hinaus genannten Extreme von noch schnelleren afs-Serien und gar den 4k/6k-Videobildern oder jenen lichtproblematischen Ultraschnellst-verschlüssen. Was ist also euren Erfahrungen (bitte nicht nur Vermutungen:) nach mit solchen Extremleistungen real und vernünftig anzustellen?

Ein simples und allgemeines "eben schnellere Sachen fotografieren" ist schon klar. Ich wüsste gerne vernünftige, konkrete Beispiele dafür, wenn minimale Unterschiede ein Bild bei schnellster Serie zumindest sehbar, oder sogar gravierend, noch verbessern können. Ich stelle mir dafür eher Fotos im akademisch/technischen Laborbezug vor, so wie Höchst-Isos in der Regel auch keinen vernünftigen Fotos dienen, sondern mehr Dokumentationen unter Extrembedingungen oder als besonderen Kunstformen.

Jock, dass das augenermüdende Auswählen aus den Massen von zum Beispiel Eishockey- oder Fußballbildern nur eines Spieles eine schlümme Strafarbeit ist, das weiß ich dir aus eigener Erfahrung bei einem Sportfotografen gut zu bestätigen! Bei deinen, nur in minimalen Details differenten, Schnellstserienbildern wird es dann bestimmt noch ärger sein! Du hast mein vollstes Mitgefühl! ;- ))

Welch konkreten Einsätze seht ihr also aus eurer erfahrenen Lumixsicht für 60 Bilder pro Sekunde, von denen ja auch nur 50 Bilder letztlich erlangt werden? Gibt es dazu Bildbeispiele? (Casio hatte vor langen Jahren einmal die schlaue Funktion, die letzten 30 oder sogar 40 Bilder einer Serie zu speichern, das war echt gut! Leider gaben sie die Exilim-Serie auf) Dass man sowas also machen KANN, ist schon klar. Wo aber ist der attraktive Einsatz, der mit weniger nicht erreichbar ist? Oder für sogar noch schnellere Standbilder aus Videos? (um 150 oder 180 B/Sek., nicht?)

Kennt jemand von euch bebilderte Vergleichsübersichten verschiedener Serienbildqualitäten im Netz, auch für mechanisch und elektronisch? Gibt es da (auch etwa Olympus-/Lumix-) Unterschiede? Sind solche ultraschnellen Serienbilder ebenso gut, scharf, brillant wie üblich geschossene One-shots? Also ganz praktische Fragen zur Bildqualität. Diese Frage ist aber eigentlich auch müßig, aufgrund der hier gezeigten Beispiele von sasssoft und Prosecutor! Das waren solche, wenn auch bestimmt nicht ultraschnellen, Serienaufnahmen, nicht? Grandios!

Danke dir, sasssoft, für deine wunderbare Drohnenaufnahme mit dem vollen Erntebeutel am Knie! DAS gibt mir guten Motivationsschub! Fern aller Extremwirkungen vermittelt das Bild natürlichsten Wiesenduft und saftigste Lebendigkeit! Danke auch für dieses Beispiel von sauberer Fokusfolge (oder gar ultraschnellem af-Einfangen im Fluge?). :- )

Dazu habe ich auch keine Vorstellungen vom praktischen Qualitätsvergleich. Daneben stellte sich meine ebenfalls ernste Frage, wie man/ich den passenden 'Klick'/Verschlusszeitpunkt (zumindest diese eine wichtige Sekunde) dafür erreicht, wenn man nicht pure jpg im afs durchrattern lässt. Ich wollte bei euch aus eurer Praxis mehr erfahren, als ich sonst nur aus unsicher verlässlichen Tests und Werbeaussagen entnehmen könnte, von deren trockenen Datenangaben ich auch nicht viel halte. Deshalb ja hier meine wiederholte Frage nach euren konkreten Erfahrungen. :- ) Aber ich ahne langsam, dass die Praxis in der Praxis auf Extrembursts und Ultrakürzestauslösungen verzichten kann. 'fragendguck'

Danke für die Nennung der schnellen Kolibriflügel, ObjecTiv. Natürlich gibt es noch schnelleren Flügelschlag als den von Möwen; ähnlich wird's bei fliegende Libellen oder Mücken auch sein. Vielleicht wird es ja tatsächlich Interessen in der Fotoschaft geben, Kolibriflügel und ähnliches noch schärfer abzubilden, als bisher mit der 1/8000 Sekunde möglich war. Ich kenne dazu keine Werte. Oder wirklich in speziellen/differenzierteren Haltungswinkeln der Flügel, die erst eine schnelle Serie offenbart? Solche Vergleichsqualitäten würde ich dazu gerne einmal sehen.

schichti, dein wichtiger Hinweis auf die besonders gute Griffigkeit der G9 las ich schon mehrmals, hier auch von ObjecTiv und Jock, die das IndieHandNehmen dringend empfahlen. Du hast recht, wenn man die Supersituation vor sich hat, dann darf man nicht erst hektisch am komplizierten Gerät herumfummeln und hysterisch Serien vom blanken Himmel schießen - der Gesamtorganismus Mensch-Maschine muss dann einfach punktgenau passen! Danke für diesen klugen Hinweis, deine Beurteilung ist mir hilfreich! :- )

Die klassische Tropfenfotografie von H-E. Edgerton aus der ersten Hochgeschwindigkeitsfotografie (vor über 80 Jahren), zerberstende Glassplitter einer (mittlerweile schon 'historischen':) Glühbirne, zerschlagene rohe Eier, mit nem Pfeil durchschossener, wassergefüllter, Luftballon, Champuskorken schießt aus Flasche..., sowas hatte ich auch als Idee für den Serieneinsatz und schnelle Verschlusszeiten im Kopfe. Ja gut, der beste Zeitpunkt ist dann mit hoher Bildfrequenz und dem pfiffigen Pre-Burst viel leichter zu erwischen. Bleibt noch die Frage der nötigen Lichtmenge für zum Beispiel die 1/32000 sec...! Deshalb bin ich ja auch auf der Suche nach praktischen und konkreten, vielleicht selbst erfahrenen, Kenntnisse darüber.

Und dann zum Schluss das überzeugende Beispiel der Hochauflösung von ObjecTiv...!
Ich bin erstaunt - das System der Bildvergrößerung ist ja aus der Photoshopbearbeitung bekannt, doch derart feine Ergebnisse aus einer mft-Automatik, die hätte ich nicht erwartet! Wirklich toll, Danke für das Beispiel!

Ich habe viel von euch erfahren
und bin froh hier, bei euch, geschnuppert zu haben!

Gruß und Dank an euch! :- )

Darf ich bitte an die angehängte Frage nach der Zuverlässigkeit der af-Nachführung bei der G9 erinnern? Vielleicht nicht nur unter dem Aspekt der unterschiedlichen Seriengeschwindigkeiten. Wo packt sie gut, wo schlurt sie? Lichtmengen und auch die verwendete Brennweite könnte ja vielleicht Unterschiede beim Kontrastfokus verursachen? Danke für Erfahrungen oder gegebenenfalls Versuche!

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sardinien
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von sardinien » Dienstag 8. Oktober 2019, 06:03

Hallo,
ich nutze regelmäßig mit der G9 folgende schnellen Anwendungen:

6K 30P S/S (single frame Extrahierung via Magix Pro) für wildlife Aktion (BiF, JAGDSZENEN.....)
6K postfokus
20fps pre im stop and go Modus mit AFF/AFC wildlife und Sport

Die Treffsicherheit der Verfolgung ist gut, wenn der Anwender bereit ist, sich intensiv einzuarbeiten und schnelle Koordination möglich ist. Die Trefferquote sinkt, wenn z.B. Stockenten, Gänsegeier........ vor Laubbäumen fliegen.

In meiner G9 werkelt eine SDXC, die ~ 160 RAWs bis zum Beginn des lags erlaubt.

Meinen workflow zur Bildauswahl und Bearbeitung habe ich ūber die Jahre optimiert. Ins Archiv wandern nur die besten Aufnahmen, die in der Regel in der 2:1 Ansicht am 4K 40/50 Zoll Bildschirm ausgewählt werden.

Fazit:
durch den Einsatz von G9 (100-400 mm) und GH5 (200 mm), hat sich mein Jahresarchiv um ca. 50% erhöht. Ist man bereit, sich in die EBV einzuarbeiten, sind auch ISO 8000 möglich, die Federstrukturen aufzeigen. Eine schnelle Bildfolge erleichtert Fokus Stacking mit 2-3 Aufnahmen (der AFC wabert ja) bzw. eine erheblich Rauschminderung durch einen Median Stack. Die kürzesten Verschlusszeiten kommen ins Spiel, wenn z.B. mein f/1.2 76,5 mm verwendet wird.

Noch Fragen?
Servus Gerd
LX 100 + G9 + GH5 + GX8/80 + f/1.8 8mm fish + 15mm + f/1.7 25mm + f/1.2 42,5mm + f/2.8 60mm macro + f/1.8 75mm + f/2.8 200mm + f/4 280mm + f/4 7-14 + f/2.8 12-35 I + f/2.8 35-100 II + 14-140 II + 100-400

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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von Jock-l » Dienstag 8. Oktober 2019, 08:26

... das sind solange Antworten (habt ihr bei Gimpi abgekupfert :lol: ?) die hebe ich mir für den Abend auf ;)
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol:

Rossi2u
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Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von Rossi2u » Dienstag 8. Oktober 2019, 10:49

Ok - im Vergleich zu einer G9 ist meine GH3 rein generationstechnisch "Alteisen", aber so lange ich damit noch Bilder hinbekomme, die von guten Freunden nach dem Ausdruck auf Leinwand mit dem Urteil "kannste verkaufen" bedacht werden (sind halt gute Freunde, aber ich finde sie auch druckenswert - so 1-5 Bilder pro Jahr ... ;) ), bin ich damit zufrieden.

Auch wenn ich jetzt im Schmetterlingshaus manchmal gedacht hab - "ah - dafür ist der Fortschritt also gut" - Preburst, Postfokus, elfundneunzig Bilder pro Sekunde, schnellerer AFC, kürzere Naheinstellgrenze am Telezoom und ISO 12tausendirgendwas hab ich auch genutzt - jaaaa - wäre alles interessant gewesen. Aber für einmal im Jahr kaufe ich mir keine neue Kamera. Da lege ich dann eher meinen Ehrgeiz da rein, mit dem Equipment, das ich habe, das Bestmögliche zu erreichen. Und wenn das Geduld und Spucke braucht - hey - dann ist das auch mal ne gute Erfahrung und macht auf eine besondere Art Spaß.

Klar: Wer einigermaßen regelmäßig so fotografiert, der "braucht" sowas, erst recht, wenn er Geld damit verdient. Auf der anderen Seite habe ich die Fähigkeiten der GH3 vermutlich noch nicht einmal angekratzt ... Was soll ich dann mit was neuerem, wo ich meine "Nutzungseffizienz" von vielleicht 30 auf 15-20 Prozent absenke?
Pana GH3+BGGH3|12-35|45-150|14|20 II
Oly E-PL7|45|C-180 1,7x
Fujifilm X10

K. Rockwell: "Even Ansel said: The single most important component of a camera is the twelve inches behind it."
Ich hoffe, nicht auf verlorenem Posten zu stehen...

piet

Re: Die irren Werte der "G9", wozu bloß im Amateurbereich?

Beitrag von piet » Dienstag 8. Oktober 2019, 11:06

irgendwie hat Rossi ja Recht!
Warum dann nicht gleich auch noch Mittelformat-Sensor dazu?

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