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Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 10:55
von juniors
Hallo zusammen,
ich habe eine Panasonic G9 MFT mit einem Leica DG Vario-Elmarit 12-60mm F2.8-4.0 Objektiv.
Nun mein Problem: Ich mache mit dieser Kamera sehr viele Fotos von unserem kurzen Sohn. Der ist aber so fix auf den Beinen, das ein Großteil der Fotos (auch im Garten) teilweise unscharf sind (Bewegungsunschärfe). Hierbei ist die Belichtungszeit eindeutig zu lang. Ich habe bereits auch schon die ISO hochgeschraubt und die Blende voll geöffnet (geringe Schärfentiefe).
Ich nutze in der Regel den AE-Modus mit Programmautomatik (P), und habe auch testweise die Intelligenter Automatik und den Sport-Modus (S) probiert.
Ebenfalls besitze ich noch das Panasonic Lumix G 20 mm f1.7. Hierbei handelt es sich zwar um ein lichtstarkes Objektiv bei dem der Autofokus nach meiner Meinung relativ träge ist und für schnelle Kinderbewegungen nicht so geeignet ist.
Für mich stellt sich hierbei die Frage - wenn ich mir mal ein anderes lichtstarkes Objektiv mit Festbrennweiter probiere z.B. Sigma 30 mm F1,4 ob die Ergebnisse besser werden (kürzere Belichtungszeit und kleinere ISO). Ich habe auch gelesen das dieses Objektiv bei schwachen Lichtverhältnissen ebenfalls nicht das schnellste sein soll.
Kann jemand ggf. ein schnelles und auch lichtstärkeres Objektiv für eine MFT Kamera empfehlen?
Es sollen einfache Fotos von dem Kleinen werden - wie es sich so gerade ergibt.
Oder hat jemand sonst noch interessante Tipps?
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 11:07
von tura
"ISO hochgeschraubt" - was muss man sich darunter vorstellen ? Und welche Belichtungszeiten hast du damit erreicht ?
Setz die ISO mal auf 3200 ! Ich meine, mit deiner G9 und dem Leica-Zoom sollten da passende Fotos möglich sein - vorausgesetzt es handelt sich um Bewegungsunschärfen und nicht um Fehlfokussierungen. Ggf. mal einen anderen AF-Modus ausprobieren.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 11:08
von David
Auch hier rate ich zu einer ganz einfachen Lösung, nämlich einen Blitz.
Es funktioniert sicher auch mit lichtstarken Objektiven. Musst diese aber wahrscheinlich sehr
offenblendig benutzen was wiederum zu einer geringen Schärfentiefe führt.
Der Vorteil des Blitzens ist, das du mit der kurzen Abbrenndauer des Blitzes die Bewegung einfrieren kannst
und auch fehlendes Licht hinzufügen kannst. Wenn du dann noch einen geeigneten Lichtformer einsetzt,
gibt es auch keine Lichtreflexe auf der Haut und sieht natürlich aus.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 11:12
von Jock-l
... wenn Du es umsetzen kannst- in der EBV Deiner Wahl schwarzen Balken/Farbrechteck über das Gesicht des Kindes oder verpixeln o.a., anschl. das Bild samt Exifs verkleinern und hier einstellen. Dann ist mehr als Kaffeesatzlesen möglich ...
Zu den Objektiven, ich habe beide nicht- das Zoom fängt in WW-Stellung bei f2,8 an und geht zügig hoch auf f4; je nach Brennweitenstellung heißt Offenblende vielleicht 3,2 oder 3,5 ...
Das 20mm Objektiv ist mir nur durch Mitlesen bekannt und ich bringe es hoffentlich nicht durcheinander- der AF ist wohl etwas träger als bei anderen Objektiven.
Zur ISO- mit der G9 kannst Du m.E. ruhigen Gewissens bis ISO 1600 gehen, ohne daß sich die Verarbeitung in der EBV groß ändert. Mit einem Beispielbild Deinerseits dürften wir das genauer erkennen...
Arbeitest Du mit Belichtungskorrektur (+/- Taste am Gehäuse, rechts vor dem vorderen Drehrad) ?
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 11:21
von muewo
Ich handele so: Einfeld AF, Serienaufnahme, Motiv Programm Sportfoto oder Bewegung einfrieren oder Blendenautomatik mit kurzer Verschlusszeit.
Diese Vorgehensweise steht im Workshop auf Seite 265 des Handbuches für die GH3.
Das wird im Handbuch zur G9 sicher auch stehen.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 11:23
von Holger R.
ich würde tatsächlich mal den S-Modus (das ist nicht der Sportmodus, sondern die Blendenautomatik, bei der man die Zeit vorwählt, und die Halbautomatik die passende Blende dazu vorwählt) nutzen, eine Belichtungszeit von z.B. 1/160s vorwählen, und die ISO auf Automatik. Damit dann mal testen ob die Belichtungszeiten ausreichen, um die Bewegungsunschärfen zu umgehen. Wie hoch der ISO-Wert hierbei steigt ist im Prinzip einfach so zu akzeptieren, denn lieber verrauscht und Detailarm, als durch Bewegungsunschärfe "kaputt".
Ich habe meine besten Kinderbilder mit dem 20er bekommen. Klar ist der AF gemächlich, aber nicht so arg, wenn er nur kurze Wege zurück legt.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 13:02
von juniors
Hallo zusammen,
erst einmal danke für die vielen Antworten.
Anbei mal ein vergrößerter Ausschnitt von einem Bild. Das Bild ist auf einem Balkon entstanden.
Was mir noch eingefallen ist, macht es ggf. Sinn den Autofokus auch mal auf Verfolgung zu stellen.
Ich glaube langsam das einmal die Verschlusszeit und die Fokussierung das Problem ist.
In dem. Beispielbild war die ISO vom Vortag noch auf niedrig gestellt gewesen (Urlaub).
Macht es ggf. Sinn die ISO auf Auto zu stellen. Auf welchen Wert würdet Ihr die Obergrenze setzen?
Gruß Juniors
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 13:14
von tura
Mit dem Bildausschnitt lässt sich noch nicht wirklich viel anfangen, alleine schon deshalb, weil wir nicht wissen, wie stark das vergrößert ist. Was man sagen kann ist, dass die Fokusebene wohl am ehesten im Bereich des zweiten Hemdknopfes von unten liegt.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 13:19
von winterhexe
und jetzt kommt mal ne unbedarfte foto- omma zu worte, deren dreijährige enkelin auch ein solcher wirbelwind ist... da kann ich vorher nix gross einstellen, jedenfalls hab ich die ruhe nicht dazu... ich muss auch fix sein... deswegen fotografiere ich - asche auf mein haupt - immer im P-modus und mit serienbildfunktion.. (da werden die techniker und profis hier laut aufschreien

)
gut, da kommen dann schon einige hundert bilder zusammen

aber wenn ich die dann durchsehe, habe ich hinterher doch einige sehr schöne und scharfe fotos dabei... den rest lösch ich dann... das schöne aber ist, das keines der bilder wie gestellt aussieht...
gruss hermine
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 13:38
von juniors
Hallo „Foto-Oma“,
Du sprichst mir aus der Seele. Der Kleine ist im Garten so fix unterwegs das man keine Zeit hat in Ruhe eine Einstellung zu wählen. „Mann“ rennt ständig hinter dem Kleinen hinterher und muss aufpassen das er nichts anstellt

) Auf der andere Seite hat man die Kamera und möchte ein paar coole Fotos schießen.
Ich glaube diese beiden Welten sind schwer in Einklang zu bringen. Gruß Juniors
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 14:03
von Uli's Pana
Zeitvorwahl 1/125 bis 1/500 und Auto-Ist würde ich auch nehmen. Das du den Stabilisator am Objektiv und an der Kamera aktiviert hast, davon gehe ich mal aus.
Serienbildaufnahme Mittel mit Live View und AF-Nachführung, den AF-Modus auf AFF. Das mit dem Blitz (indirekt) halte ich auch für eine gute Wahl. Du kannst ja die Blitzintensität herunterregeln. Firmware 2.0 ist aufgespielt? Modus Gesichts- und Augenerkennung aktiviert?
Dann sollte es klappen.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 20:30
von quadfahrer
focussiert denn das objektiv normalerweise exakt genug?
mit blitzen ist so eine sache. mache ich eher selten, da die kleinen oft irritiert ihr spiel unterbrechen, wenns blitzt.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Mittwoch 27. November 2019, 21:04
von Holger R.
ich hätte kein Schmerz, bis ISO1600 zu gehen. Wie gesagt, lieber verrauscht als unscharf. Zu geschätzten 70% sind Unschärfen bei meiner Kinderfotografie Bewegungsunschärfen gewesen, und vielleicht 30% war der Fokus zu langsam/daneben.
Deswegen würde ich hierauf mein Hauptaugenmerk legen: Belichtungszeit kürzer, ggfls. ISO hoch. Sicher geht das mit ISO Auto mit einer Begrenzung am besten. Und irgendwann sind die Werte wo es funktioniert eh klar, meist nach paar Versuchen.
Ich habe immer beim spielen fotografiert, und nicht beim toben. Ausser im Freien, da geht´s auch beim toben. Im Innenraum immer mit Festbrennweiten um f1.4-1.7.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Donnerstag 28. November 2019, 14:24
von Sinuett
juniors hat geschrieben: ↑Mittwoch 27. November 2019, 13:38
Hallo „Foto-Oma“,
Du sprichst mir aus der Seele. Der Kleine ist im Garten so fix unterwegs das man keine Zeit hat in Ruhe eine Einstellung zu wählen. „Mann“ rennt ständig hinter dem Kleinen hinterher und muss aufpassen das er nichts anstellt

) Auf der andere Seite hat man die Kamera und möchte ein paar coole Fotos schießen.
Ich glaube diese beiden Welten sind schwer in Einklang zu bringen. Gruß Juniors
Die technischen Tips sind ja genug gepostet.
Ich stelle mal die Frage, ob tobende Kinder ein geeignetes Fotoobjekt sein müssen.
M. E. wohl nur als Ausnahme.
Meine schönsten Kinderportraits (noch analog) waren Ruhefotos mit konzentrierten Kindergesichtern beim Malen, beim Buch ansehen, beim ruhigen Spielen.
Oft aufgenommen mit 200mm. Dadurch ist der Störfaktor gering.
Re: Probleme bei der Kinderfotografie
Verfasst: Donnerstag 28. November 2019, 15:20
von Gamma-Ray
Wenn sich Kinder fix bewegen, dann meine ich ist mindestens 1/500 - 1/1000 angesagt.
Zudem kann der Filius auch mal schnell die Naheinstellgrenze toppen, wenn er vor dir herumhopst.
Gehe auch mal etwas weiter weg und teste mit Brennweiten >=60 mm.
Der P-Modus ist wohl eher suboptimal, also S-Modus mit 1/1000 vorwählen, ISO auf max. 3200 müsste eigentlich passen.
Wenn so ein ganzer kleiner Körper in Aktion ist, dann ist Bewegungsunschärfe schnell passiert, auch mit 1/160.
Und hör ruhig mal auch auf Omma.
