Panoramen mit GX9
Verfasst: Samstag 31. Juli 2021, 19:21
Seit vielen Jahren mache ich Panoramen, bisher aus Einzelbildern zusammengesetzt mit dem Microsoft ICE, einer sehr guten und freien Software. Die Ergebnisse sind Klasse, aber teilweise auch viel Arbeit. Meine früheren Kameras hatten Panorama-Modi, aber die Qualität und Flexibilität liessen zu wünschen übrig. Nun soll man keine Vorurteile behalten, also die GX9-Panoramafunktion ausprobiert.
Zuerst hatte ich Probleme, weil ich zu vorsichtig, zu langsam geschwenkt habe, was den Bildwinkel stark reduzierte, weil die Kamera zu früh abbrach. Auch heute nach einer dreistelligen Anzahl von GX9-Panoramen ist für mich das richtige Schwenktempo immer noch ein kardinaler Punkt:
- zu langsames Schwenken: die maximale Aufnahmezahl wird zu früh erreicht, es fehlt Schwenkwinkel
- zu schnelles Schwenken: Wellen im Horizont durch weniger präzise Kameraführung. Die Kamera beendet bei zu schnellem Schwenk auch vorzeitig ("interruptus")
Dazu muss ich sagen, dass ich Digital-Panoramen, so weit es möglich ist, immer Freihand mache, ich nehme kein Stativ mit, Andere können das anders sehen und schleppen.
Was mir leider fehlt, die GX9 hat keinen Modus, im Hochformat einen Querschwenk zu machen, das verschenkt leider Potential, oder habe ich etwas übersehen?
Gut sind die beiden wählbaren Modi Standard und Wide. Im Wide-Modus bekomme ich mit kurzen Brennweiten 720-Grad Panoramen hin. Das ist nützlich, um genau den richtigen Anfangs- und Endpunkt zu setzen.
Überhaupt bin ich von den erzielbaren Auflösungen sehr angetan, das ist nicht nur ein Spielerei-Gimmick, sondern für ernsthafte Panoramen zu gebrauchen. Weiterhin ist positiv, dass die jpgs nicht komplett auf der "Grünen Welle" belichtet werden, sondern mit sauber einstellbaren jpg-Profilen möglich sind. Ich bevorzuge "lebhaft" mit ganz runtergedrehtem Kontrast, damit die Dynamik von links nach rechts nicht aus dem Ruder läuft, später aufsteilen kann man immer noch. Die Kamera schärft im Pano-Modus etwas mehr nach als im Normalmodus, so dass ich im Profil die Schärfe tiefer stelle (normal plus 4, Pano plus 1-2).
Mit kurzen und mittleren Brennweiten setzt die GX9 die Bilder sauber zusammen, 7,5mm bis 45mm machen i.A. keine Probleme.
Mit 75mm, 100mm und 150mm gibt es wachsende Montagefehler, vertikale Versätze und horizontale Lücken. Es ist ratsam, alle Panoramen mit Tele mehrmals aufzunehmen. Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass der mechanische Verschluss tendentiell bessere Passungen liefert als der elektronische Verschluss. Das mag an den Bilddeformationen liegen, die der elektronische Verschluss erzeugt, besonders bei Bewegung, und die die GX9 daran hindert, exakt zu nähen.
Die Dateigrösse von 8176 x 1920 px im Standard-Modus ist für die Bildschirmbetrachtung vollkommen ausreichend. Möchte oder muss man grosse Prints abliefern, ist ein im ICE montiertes Pano aus Einzelbildern natürlich klar überlegen, da habe ich schon 80MP Bilder zusammengerechnet.
Wenn das Motiv unten aus Sandstrand und oben aus blauem Himmel, dazwischen das Meer, besteht, macht die GX9 natürlich Unfug, das gibt Klaffungen ohne Ende, zu wenig Struktur zum Aneinanderrechnen. Darüber hinaus gilt natürlich generell, dass die Linse nicht gut genug sein kann: Auflösung, Kontrast, Verzeichnung, Ausleuchtung, Farbränder, je besser, desto eindeutigere Information bekommt der kamerainterne Rechner zur korrekten Montage. Panoramen mit Tele, bei denen das Motiv einen Kilometer weit weg ist mit dem daraus resultierenden geringeren Detailkontrast führen zu Störungen bei der Montage. Dann ist es besser, zusätzlich Einzelaufnahmen zu machen, die man ggf in den ICE werfen kann, damit die Aufnahmesituation nicht zu einem Totalausfall wird.
Insgesamt stelle ich fest, wenn das kamerainterne Pano funktioniert, hat man viel Zeit am Rechner gespart. Aber ich würde immer raten, zusätzlich Einzelaufnahmen als Backup zu machen. Der ICE mit der Rechenleistung eines PC kann naturbedingt mehr als diese kleine GX9, die andererseits schon verdammt viel kann.
Grüsse aus der Eifel
maro
Zuerst hatte ich Probleme, weil ich zu vorsichtig, zu langsam geschwenkt habe, was den Bildwinkel stark reduzierte, weil die Kamera zu früh abbrach. Auch heute nach einer dreistelligen Anzahl von GX9-Panoramen ist für mich das richtige Schwenktempo immer noch ein kardinaler Punkt:
- zu langsames Schwenken: die maximale Aufnahmezahl wird zu früh erreicht, es fehlt Schwenkwinkel
- zu schnelles Schwenken: Wellen im Horizont durch weniger präzise Kameraführung. Die Kamera beendet bei zu schnellem Schwenk auch vorzeitig ("interruptus")
Dazu muss ich sagen, dass ich Digital-Panoramen, so weit es möglich ist, immer Freihand mache, ich nehme kein Stativ mit, Andere können das anders sehen und schleppen.
Was mir leider fehlt, die GX9 hat keinen Modus, im Hochformat einen Querschwenk zu machen, das verschenkt leider Potential, oder habe ich etwas übersehen?
Gut sind die beiden wählbaren Modi Standard und Wide. Im Wide-Modus bekomme ich mit kurzen Brennweiten 720-Grad Panoramen hin. Das ist nützlich, um genau den richtigen Anfangs- und Endpunkt zu setzen.
Überhaupt bin ich von den erzielbaren Auflösungen sehr angetan, das ist nicht nur ein Spielerei-Gimmick, sondern für ernsthafte Panoramen zu gebrauchen. Weiterhin ist positiv, dass die jpgs nicht komplett auf der "Grünen Welle" belichtet werden, sondern mit sauber einstellbaren jpg-Profilen möglich sind. Ich bevorzuge "lebhaft" mit ganz runtergedrehtem Kontrast, damit die Dynamik von links nach rechts nicht aus dem Ruder läuft, später aufsteilen kann man immer noch. Die Kamera schärft im Pano-Modus etwas mehr nach als im Normalmodus, so dass ich im Profil die Schärfe tiefer stelle (normal plus 4, Pano plus 1-2).
Mit kurzen und mittleren Brennweiten setzt die GX9 die Bilder sauber zusammen, 7,5mm bis 45mm machen i.A. keine Probleme.
Mit 75mm, 100mm und 150mm gibt es wachsende Montagefehler, vertikale Versätze und horizontale Lücken. Es ist ratsam, alle Panoramen mit Tele mehrmals aufzunehmen. Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass der mechanische Verschluss tendentiell bessere Passungen liefert als der elektronische Verschluss. Das mag an den Bilddeformationen liegen, die der elektronische Verschluss erzeugt, besonders bei Bewegung, und die die GX9 daran hindert, exakt zu nähen.
Die Dateigrösse von 8176 x 1920 px im Standard-Modus ist für die Bildschirmbetrachtung vollkommen ausreichend. Möchte oder muss man grosse Prints abliefern, ist ein im ICE montiertes Pano aus Einzelbildern natürlich klar überlegen, da habe ich schon 80MP Bilder zusammengerechnet.
Wenn das Motiv unten aus Sandstrand und oben aus blauem Himmel, dazwischen das Meer, besteht, macht die GX9 natürlich Unfug, das gibt Klaffungen ohne Ende, zu wenig Struktur zum Aneinanderrechnen. Darüber hinaus gilt natürlich generell, dass die Linse nicht gut genug sein kann: Auflösung, Kontrast, Verzeichnung, Ausleuchtung, Farbränder, je besser, desto eindeutigere Information bekommt der kamerainterne Rechner zur korrekten Montage. Panoramen mit Tele, bei denen das Motiv einen Kilometer weit weg ist mit dem daraus resultierenden geringeren Detailkontrast führen zu Störungen bei der Montage. Dann ist es besser, zusätzlich Einzelaufnahmen zu machen, die man ggf in den ICE werfen kann, damit die Aufnahmesituation nicht zu einem Totalausfall wird.
Insgesamt stelle ich fest, wenn das kamerainterne Pano funktioniert, hat man viel Zeit am Rechner gespart. Aber ich würde immer raten, zusätzlich Einzelaufnahmen als Backup zu machen. Der ICE mit der Rechenleistung eines PC kann naturbedingt mehr als diese kleine GX9, die andererseits schon verdammt viel kann.
Grüsse aus der Eifel
maro