Optimierung von Raw-Dateien
Verfasst: Sonntag 23. März 2025, 14:47
Hallo,
aktuell lese ich gerade das Buch "Das Handwerkszeug des Fotografen" und mache die darin enthaltenen Workshops, so auch den Workshop "Optimieren Sie Ihre RAW-Bilder":
https://www.assets.dpunkt.de/leseproben ... Bilder.pdf
Dies, wie die Nennung weiterer Produkte im folgenden Text, soll keine Werbung sein, ich habe auch keinerlei Vorteile dadurch, dass ich dies hier erwähne. Es könnte evtl. eine Zusatzinfo sein, warum ich diesen Beitrag hier geschrieben habe.
RAW-Dateien nutze ich schon eine gefühlte Ewigkeit, hatte mich aber nie um die Details gekümmert. Das bin ich nun angegangen und dabei bei der Software RawDigger gestoßen:
http://www.rawdigger.com
Die Anzeige des Raw-Histogramms hat mir geholfen das "nach rechts belichten" (ETTR) zu verstehen, aber dazu schreibe ich evtl. noch einen gesonderten Beitrag.
Zuerst habe ich mit dem RawDigger die Raw-Dateien meiner G9 angeschaut, sowohl das Histogramm als auch die Anzahl der unterschiedlichen (Farb-)Werte der Kanäle (R, G,B, G2) des Bayer-Sensors. Dann hat mich interessiert wie die Raw-Dateien der G9II "aussehen". Die Anzahl der unterschiedlichen Werte je Kanal war bei der G9 II wesentlich höher als bei der G9. Um eine möglichst gute Vergleichbarkeit zu haben, habe ich die Kamera-Testbilder bei digitalkamera.de gekauft. Dabei hat sich im Vergleich G9 zu G9II gezeigt, dass die Raw-Datei der G9II etwa 12 Mal so viele Farbwerte enthält wie die der G9. Die G9II gibt in den EXIF-Daten eine Farbeite von 16 Bit (je Farbkanal) an, die G9 12 Bit. Somit könnte die G9II 16 Mal mehr Farbwerte speichern als die G9. Dies trifft aber nur für die Raw-Daten zu, bei den JPG-Bildern aus der Kamera ist die Farbtiefe 8 Bit (je Farbkanal). Grafisch darstellt sieht das dann so aus (wobei die Farben der Balken nur zur Unterscheidung dienen und keine weitere Bedeutung haben): Die Referenz für jeder Säulengruppe ist der Wert der G9 normalisiert auf "1". Diese Darstellung zeigt auch das Potenzial der Raw-Daten.
Meine Neugier war geweckt. Deshalb suchte ich nach Testbildern einer Vollformat-Lumix und bin fündig geworden für die DC-S5M2X. Hier dieselbe Grafik inkl. der DC-S5M2X, deren Farbtiefe in den EXIF-Daten mit 14 Bit angegeben ist: Bei 14 statt 12 Bit Farbtiefe sind 4 Mal so viele Farbwerte möglich und das schöpft die DC-S5M2X auch quasi aus. Bei den JPG-Daten ergiben sich quasi keine Unterschiede.
Nun wollte ich sehen, wie diese untschiedliche Basis von Raw-Dateien im Raw-Konverter meiner Wahl (RawTherapee) aussieht: Mit einem solchen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Wo sind die vielen zusätzlichen Farbwerte aus den Raw-Dateien geblieben? Zunächst aber noch eine Zusatzinfo wie die unterschiedlichen Farben gezählt wurden. Da mir keine solche Funktion in Raw Therapee 5.11 bekannt ist, habe ich das Testbild mit dem Profil "(Neutral)" entwickelt und dann als 16 Bit unkomprimiertest TIFF exportiert. Dabei sollten dann keine Farbwerte "verloren" gehen. Diese 16 Bit TIFF Datei habe ich dann in GIMP 2.10.38 eingelesen und dort die Funktion Farben/Information/Farbraumanalsyse genutzt welch die Anzahl der verwendeten Farbe im Bild ausgibt. IrfanView 6.62 gibt übrigens exakt dieselbe Anzahl von Farben aus. XNViewMP weicht erheblich davon ab.
Von den 12 Mal so vielen Farbwerten in den Raw-Daten bleiben nach der Raw-Entwicklung mit RawTherapee 5.11 nur etwa 30% mehr Farben der G9II gegenüber der G9 übrig. Die Verwendung ein 32 Bit TIFF-Exports aus RawTherapee brachte keine Änderung. Jetzt hat mich interessiert wie dies mit anderen Raw-Entwicklern aussieht. Daher habe ich dieselbe Farbzählung auch mit Darktable 5.0, Affinity Photo 2 (vielen Dank an Christian für die Unterstützung ) und Lightroom 6 (vielen Dank an Friedrich für die Unterstützung ) duchgeführt. Für Lightroom 6 war als Zwischenschritt teilweise eine Konvertierung mittels des Adobe DNG Converters notwendig, was aber laut RawDigger. keinen Einfluss auf die Anzahl der Farbwerte in der Raw-Datei hatte. Bei allen Raw-Konvertierungen wurde darauf geachtet so wenig Einfluss auf die Raw-Daten zu nehmen wie möglich. Hier das Ergebnis: Der Raw-Entwickler hat einen gewissen Einfluss auf die Anzahl der Farben, in keinem Fall aber ereicht die Anzahl der Farben nach der möglichst puren Raw-Enticklung das Potential in den Raw-Daten selbst.
RawTherapee bietet diverse Methoden zur Farbinterpolation an. Bei Darktable sind es verschiedene Methoden zum Entrastern. Bei beiden Tools hat dies einen Einfluss auf die Anzahl der Farben, aber auch hier bei weitem nicht das Potential in den Raw-Daten.
Der Farbraum der Testbilder, in den Raw-Entwicklern und GIMP war (soweit konfigurierbar) sRGB.
Momentan kann ich mit den Effekt des "Farbschwunds" nicht erklären. Für Hinweise aus dem Forum bin ich dankbar.
Viele Grüße,
Carsten
aktuell lese ich gerade das Buch "Das Handwerkszeug des Fotografen" und mache die darin enthaltenen Workshops, so auch den Workshop "Optimieren Sie Ihre RAW-Bilder":
https://www.assets.dpunkt.de/leseproben ... Bilder.pdf
Dies, wie die Nennung weiterer Produkte im folgenden Text, soll keine Werbung sein, ich habe auch keinerlei Vorteile dadurch, dass ich dies hier erwähne. Es könnte evtl. eine Zusatzinfo sein, warum ich diesen Beitrag hier geschrieben habe.
RAW-Dateien nutze ich schon eine gefühlte Ewigkeit, hatte mich aber nie um die Details gekümmert. Das bin ich nun angegangen und dabei bei der Software RawDigger gestoßen:
http://www.rawdigger.com
Die Anzeige des Raw-Histogramms hat mir geholfen das "nach rechts belichten" (ETTR) zu verstehen, aber dazu schreibe ich evtl. noch einen gesonderten Beitrag.
Zuerst habe ich mit dem RawDigger die Raw-Dateien meiner G9 angeschaut, sowohl das Histogramm als auch die Anzahl der unterschiedlichen (Farb-)Werte der Kanäle (R, G,B, G2) des Bayer-Sensors. Dann hat mich interessiert wie die Raw-Dateien der G9II "aussehen". Die Anzahl der unterschiedlichen Werte je Kanal war bei der G9 II wesentlich höher als bei der G9. Um eine möglichst gute Vergleichbarkeit zu haben, habe ich die Kamera-Testbilder bei digitalkamera.de gekauft. Dabei hat sich im Vergleich G9 zu G9II gezeigt, dass die Raw-Datei der G9II etwa 12 Mal so viele Farbwerte enthält wie die der G9. Die G9II gibt in den EXIF-Daten eine Farbeite von 16 Bit (je Farbkanal) an, die G9 12 Bit. Somit könnte die G9II 16 Mal mehr Farbwerte speichern als die G9. Dies trifft aber nur für die Raw-Daten zu, bei den JPG-Bildern aus der Kamera ist die Farbtiefe 8 Bit (je Farbkanal). Grafisch darstellt sieht das dann so aus (wobei die Farben der Balken nur zur Unterscheidung dienen und keine weitere Bedeutung haben): Die Referenz für jeder Säulengruppe ist der Wert der G9 normalisiert auf "1". Diese Darstellung zeigt auch das Potenzial der Raw-Daten.
Meine Neugier war geweckt. Deshalb suchte ich nach Testbildern einer Vollformat-Lumix und bin fündig geworden für die DC-S5M2X. Hier dieselbe Grafik inkl. der DC-S5M2X, deren Farbtiefe in den EXIF-Daten mit 14 Bit angegeben ist: Bei 14 statt 12 Bit Farbtiefe sind 4 Mal so viele Farbwerte möglich und das schöpft die DC-S5M2X auch quasi aus. Bei den JPG-Daten ergiben sich quasi keine Unterschiede.
Nun wollte ich sehen, wie diese untschiedliche Basis von Raw-Dateien im Raw-Konverter meiner Wahl (RawTherapee) aussieht: Mit einem solchen Ergebnis hatte ich nicht gerechnet. Wo sind die vielen zusätzlichen Farbwerte aus den Raw-Dateien geblieben? Zunächst aber noch eine Zusatzinfo wie die unterschiedlichen Farben gezählt wurden. Da mir keine solche Funktion in Raw Therapee 5.11 bekannt ist, habe ich das Testbild mit dem Profil "(Neutral)" entwickelt und dann als 16 Bit unkomprimiertest TIFF exportiert. Dabei sollten dann keine Farbwerte "verloren" gehen. Diese 16 Bit TIFF Datei habe ich dann in GIMP 2.10.38 eingelesen und dort die Funktion Farben/Information/Farbraumanalsyse genutzt welch die Anzahl der verwendeten Farbe im Bild ausgibt. IrfanView 6.62 gibt übrigens exakt dieselbe Anzahl von Farben aus. XNViewMP weicht erheblich davon ab.
Von den 12 Mal so vielen Farbwerten in den Raw-Daten bleiben nach der Raw-Entwicklung mit RawTherapee 5.11 nur etwa 30% mehr Farben der G9II gegenüber der G9 übrig. Die Verwendung ein 32 Bit TIFF-Exports aus RawTherapee brachte keine Änderung. Jetzt hat mich interessiert wie dies mit anderen Raw-Entwicklern aussieht. Daher habe ich dieselbe Farbzählung auch mit Darktable 5.0, Affinity Photo 2 (vielen Dank an Christian für die Unterstützung ) und Lightroom 6 (vielen Dank an Friedrich für die Unterstützung ) duchgeführt. Für Lightroom 6 war als Zwischenschritt teilweise eine Konvertierung mittels des Adobe DNG Converters notwendig, was aber laut RawDigger. keinen Einfluss auf die Anzahl der Farbwerte in der Raw-Datei hatte. Bei allen Raw-Konvertierungen wurde darauf geachtet so wenig Einfluss auf die Raw-Daten zu nehmen wie möglich. Hier das Ergebnis: Der Raw-Entwickler hat einen gewissen Einfluss auf die Anzahl der Farben, in keinem Fall aber ereicht die Anzahl der Farben nach der möglichst puren Raw-Enticklung das Potential in den Raw-Daten selbst.
RawTherapee bietet diverse Methoden zur Farbinterpolation an. Bei Darktable sind es verschiedene Methoden zum Entrastern. Bei beiden Tools hat dies einen Einfluss auf die Anzahl der Farben, aber auch hier bei weitem nicht das Potential in den Raw-Daten.
Der Farbraum der Testbilder, in den Raw-Entwicklern und GIMP war (soweit konfigurierbar) sRGB.
Momentan kann ich mit den Effekt des "Farbschwunds" nicht erklären. Für Hinweise aus dem Forum bin ich dankbar.
Viele Grüße,
Carsten