kl007 hat geschrieben:natürlich kenne ich den Crop Faktor. Vereinfacht gesagt bedeutet doch, wenn man mit einer mft (Cropfaktor 2!) und einem Vollformat bei 400mm den gleichen Bildausschnitt bildfüllend fotografiert hat, ist er beim Vollformatsensor 36mm groß und bei mft 18mm.
Nein.
Wenn ein Motiv mit unterschiedlichen Sensorgrößen bildfüllend fotografiert werden soll, erfordert das gleichbleibende Bildwinkel und somit entsprechend unterschiedliche Brennweiten.
Ein Bildwinkel bleibt gleich, wenn sich
Aufnahmeformat (Sensorgröße) und Brennweite um den gleichen Faktor verändern, nämlich den Formatfaktor. Und das ist unser Cropfaktor.
Das Aufnahmeformat bleibt natürlich immer gleich, Deine obige Rechnung ist also Quatsch und der Bezug auf 400mm Brennweite die Soße dazu.
kl007 hat geschrieben:Ob der Zusammenhang dann deine 2 Blendenstufen ist (oder eher 4) (Doppelter Abbildungsmaßstab) muss ich halt nochmal im Makrobuch nachschauen.
Der Zusammenhang ist: Wenn man mit unterschiedlichen Sensorgrößen Fotos mit gleichem Bildwinkel und gleicher Blende aufnimmt, dann haben sie unterschiedliche Schärfentiefen. Die entsprechenden Brennweiten sinken ja mit der Sensorgröße. Analog dazu sinkt auch der tatsächliche Durchmesser gleicher Blendenzahlen. Will man vergleichbare Schärfentiefen erreichen, muss man die Blende äquivalent anpassen.
So wie sich das KB-Äquivalent über den Cropfaktor errechnet, so verhält es sich auch mit der Blende.
Rechnet man das durch, wird klar, wie stark man bei einer Vollformatkamera abblenden muss, um die gleiche Schärfentiefe zu erreichen, wie bei z.B. bei der FZ300. Der Lichtverlust bei starker Abblendung kann nur kompensiert werden mit dem Heraufsetzen des ISO-Wertes.
kl007 hat geschrieben: Über iso habe ich nicht gesprochen.
Musst Du auch nicht, es versteht sich von selbst, dass er immer mit einbezogen werden muss.
Die Schärfentiefe bei unterschiedlichen Sensorgrößen ist bei Äquivalenz der Blendenzahl vergleichbar, aber nur, wenn auch die ISO-Werte äquivalent eingestellt werden.
Bildwinkel und Blendendurchmesser sind genau wie der Cropfaktor lineare Werte und können direkt mit ihm multipliziert werden. Der ISO-Wert bezieht sich auf die Fläche und muss mit dem Quadrat des Cropfaktors multipliziert werden.
Nur bei Äquivalenz von Brennweite, Blende und ISO kann bei unterschiedlichen Sensorgrößen auf eine ähnliche Schärfentiefe geschlossen werden. Das kann hilfreich sein, wenn man die Möglichkeiten eines erreichbaren Schärfeverlaufs abschätzen möchte. Und darum geht es Dir ja bei Deinen theoretischen Betrachtungen.
In der Praxis kennt man seine Kamera und weiß, was nicht geht und was geht und wie man es erreicht.
Du willst Dir eine neue Kamera kaufen.
Es ist sinnvoll, sich im Vorfeld gut zu informieren. Du verwurschtelst Dich aber in abstrusen Theoriebetrachtungen, die Dir nichts bringen, weil sie in falschen Zusammenhängen und ohne Grundlagenwissen zusammengebastelt sind.
Fang doch erstmal an, Dir die Grundlagen der Fotografie anzuschauen, also die Beziehung Blende-Zeit-ISO und dann deren Zusammenspiel mit Brennweiten und verschiedenen Sensorgrößen.