Hallo Foris,
ich weiß nicht genau, ob in diesem Thread nicht aneinander vorbei geschrieben wird. Im Eröffnungspost ist von förderlicher Blende die Rede und wie man z.B. bei Landschaftsaufnahmen bei einem 1"-Sensor und eher weitwinkligen Brennweiten vorgehen könnte.
Die
förderlich Blende ist ein Kompromiss zwischen Schärfe und Tiefenschärfe.
Bei Landschaftsaufnahmen will man häufig viel Tiefenschärfe haben und man nimmt einen Schärfeverlust bewusst in Kauf. Bauartbedingt (kleinerer Sensor als MFT, APSC oder KB und dadurch kleinere Brennweite bei gleichem Bildwinkel) hat die FZ1000 einen größere Tiefenschärfe als die "Großen", kommt aber auch viel früher in den Bereich von sichtbaren Beugungsunschärfen. Blende 8 ist bei der FZ1000 deshalb eigentlich nur der "Notnagel".
Von daher ist es durchaus angebracht, auch bei Landschaftsaufnahmen bei Blende 4 oder 5,6 zu beginnen und dann zu schauen, "ob es passt". Die Frage, inwieweit man Beugungsunschärfen in Kauf nehme sollte, ist als situationsbedingt und von der jeweiligen Intention des Fotografen abhängig. Bei einem Makro- oder Landschaftsbild treffe ich vollkommen andere Entscheidungen als bei einem Portrait.
Übrigens setzt die Beugungsunschärfe im Weitwinkelbereich viel füher ein als im Telebereich.
Häufig wird diese förderliche Blende auch als optimale Blende oder Blende mit optimaler Schärfe bezeichnet. Ich halte das aber für Quatsch, denn der optimale Schärfepunkt ist definiert durch die
kritische Blende. Bei der kritischen Blende geht es um den Punkt an dem der Schärfezuwachs durch geringere Aberrationen beim Abblenden aufgezehrt wird durch Schärfeverluste durch Lichtbeugung. - Die Tiefenschärfe spielt in dieser Betrachtung keine Rolle.

- comp_1920px-Kritische_Blende_01.jpg (144.99 KiB) 6925 mal betrachtet
(Quelle Wikipedia)
Die Kurven beziehen sich eher auf eine Cam im Kleinbildformat. Bei der FZ1000 müsste man sich das etwas nach links verschoben vorstellen und die rote Kurve der Lichtbeugung höher ansetzen. Man sieht aber trotzdem, dass Beugungschärfe auch bei offenen Blenden vorhanden ist. Wenn man nun abblendet, z. B. von f2,8 ausgehend, dann ist meist durch einmaliges Abblenden der allgemeine Schärfenzuwachs größer als der Schärfeverlust durch Lichtbeugung. Ich kann mir vorstellen (ich weiß es aber nicht genau), dass die kritische Blende der FZ1000 im Weitwinkelbereich schon bei Blende 4 überschritten ist und im Telebereich bei Blende 5,6. - Dies sollte zumindestens in der Theorie so sein, ob man das dann auch schon sieht, ist eine andere Frage)
Trotzdem kann und wird man selbstverständlich über diesen kritischen Bereich hinaus weiter abblenden, wenn man aus gestalterischen Gründen mehr Tiefenschärfe haben will.
Die FZs haben in der Regel eine recht gute Offenblendtauglichkeit. D.h. minimales Abblenden reicht zur Erzielung einer maximalen Schärfe durchaus aus. Dies ist auch der Grund, warum die Automatiken bei der FZ1000 relativ lange versuchen, die Blende offen zu halten, und eher die Verschlusszeit verkürzen, bevor sie dann irgendwann abblenden.
Dies wurde hier in etlichen Threads auch schon "bemängelt". Die Automatiken versuchen aber nur, den Sensor optimal zu bedienen.
@DivisionBell: Horst, Deinen Einwand verstehe ich nicht. Die hyperfokale Distanz spielt bei Landschaftsaufnahmen immer eine Rolle, auch noch bei kleineren Sensoren als dem 1"-Sensor der FZ1000. Das war aber hier nicht die Fragestellung.
Beste Grüße, Wolfgang