Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Alles rund um die Superzoomer von Panasonic – von der legendären FZ50 bis zu FZ200, von der TZ1 bis zur TZ31
Benutzeravatar
wozim
Administrator
Beiträge: 6498
Registriert: Mittwoch 25. Mai 2011, 07:37
Wohnort: Herten Westerholt

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von wozim » Mittwoch 19. Juni 2019, 21:47

Ich möchte hier mal ein Zitat des Mathematikers Gauß und ein Zitat Feiningers in den Raum stellen:

Gauß schrieb:
Der Mangel an mathematischer Bildung gibt sich durch nichts so auffallend zu erkennen wie durch maßlose Schärfe im Zahlenrechnen.
Die Überleitung zur Fotografie kann sicher jeder selbst vollziehen.

Und Feininger merkte an:
“Die Tatsache, dass eine (im konventionellen Sinn) technisch fehlerhafte Fotografie gefühlsmäßig wirksamer sein kann als ein technisch fehlerloses Bild, wird auf jene schockierend wirken, die naiv genug sind, zu glauben, dass technische Perfektion den wahren Wert eines Fotos ausmacht.”

Also macht emotionale Bilder, die ansprechen, Gefühle erzeugen und zum Nachdenken anregen und lasst die Pixelpeeperei.
Holt wieder das Bild in den Mittelpunkt der Fotografie und nicht das letzte Quentchen der technischen Möglichkeiten.
Gruß Wolfgang

https://www.flickr.com/photos/fz100/

G3, GX80, 14 - 140 mm 3,6 - 5,6, Oly 45 mm 1:1,8, Sigma 19 mm und 60 mm 1:2,8, umfangreiche Altglassammlung, div. Raynox-Linsen

Rossi2u
Beiträge: 710
Registriert: Montag 16. Dezember 2013, 15:30
Wohnort: Dortmund

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Rossi2u » Mittwoch 19. Juni 2019, 22:15

HJarausch hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 15:50
Wenn ich es richtig verstanden habe, hat eine Digitalkamera eigentlich nur ein Viertel so viele Pixel wie angegeben, z.B. bei meiner FZ1000 nur 2736 x 1824 statt 5472 x 3648,
da jeweils 4 Sensoren (zweimal grün, einmal rot und einmal blau) kombiniert werden und dann die entstehende Farbe auf alle vier Bildpunkte 'interpoliert' wird.
Daher dürfte man ein Bild eigentlich nur bis zu einer maximalen Vergrößerung von 50% (nicht aber 100%) betrachten.
Nein.
Die Kamera hat eine Auflösung von 5472x3648 Pixeln. Und es stehen auch 5472x3648 einfarbige Farbinformationen zur Verfügung - je 5 Mio rote und blaue und 10 Mio grüne Pixel. Die kompletten Farbinformationen werden aus den umliegenden Pixeln interpoliert - richtig. Und da treten dann die Algorithmen der Hersteller auf den Plan - wer beherrscht die Interpolation am besten, um den einzelnen Pixeln die korrekten Farbwerte zuzuweisen.

Es gibt allerdings in manchen Fällen die Technik des Pixel-Binning. Dann werden mehrere, oft vier, Pixel zusammengefasst und mit einem gemeinsamen Farbfilter versehen. Dadurch kann man einerseits höhere Auflösungen generieren, andererseits höhere Lichtstärken realisieren. Das wird wohl gern bei kleinen Sensoren gemacht, beispielsweise in aktuellen Smartphones. Dann wird der 48-MPix-Sony-Sensor zum 12-MPix-Fotografierer.

Bei Foveon-Sensoren sieht das anders aus. Da wird dann gern mal von einer 48-Megapixel-Kamera geredet, obwohl nur 16 zur Verfügung stehen. Richtig wäre da, von 48 Mio farbempfindlichen Sensoren zu reden, denn pro Pixel stehen 3 "Farbempfänger" in rot, grün und blau zur Verfügung, die je nach Eindringtiefe der Farbe ins Substrat voneinander getrennt werden.
P GH3+BGGH3|12-35|45-150|14|20 II|O E-PL7|45|C-180 1,7x||Fujifilm X10
K. Rockwell: "Even Ansel said: The single most important component of a camera is the twelve inches behind it."
Ich hoffe, nicht auf verlorenem Posten zu stehen...

Benutzeravatar
mopswerk
Beiträge: 3394
Registriert: Freitag 13. Dezember 2013, 16:09
Wohnort: Nordbadische Provinz

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von mopswerk » Donnerstag 20. Juni 2019, 09:27

wozim hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 21:47
... Zitat ...
Und der Mathecoach sagt aber auch:
"Mathematik ist ein wenig wie Autofahren. Man lernt es nicht durch bloßes Zusehen."
Mit Zahlen rumspielen gehört dazu, ebenso wie zum Fotos machen rumspielen mit Schärfefiltern dazu gehört, egal wie gut oder schlecht das Ausgangsmaterial sein möge.
Viele Grüße,Henrik
500px | Instagram
MFT: Isch Over (Baut endlich wieder native 3:2 Sensoren). Nur noch eMount, und ab und an was Manuelles.

Benutzeravatar
Fotopanther
Beiträge: 1940
Registriert: Dienstag 25. Oktober 2011, 12:24
Wohnort: Münsterland
Kontaktdaten:

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Fotopanther » Donnerstag 20. Juni 2019, 09:37

Gehst Du auch in ein Museum und betrachtest die ausgestellten Bilder mit einem 20cm-Abstand????
Warum nur will jeder Hobby-Fotograf seine Bilder mit 50- oder sogar 100%-Zoom sehen?
So schaut doch kein Mensch Bilder an!
Im übrigen stimme ich basaltfreund und Lenno zu.
Oh, und Feiniger hat auch Recht! Immer noch!

Der Fotopanther
Das Equipment, welches wir gebrauchen, spielt nur eine kleine Rolle. Vielmehr kommt es darauf an, es zu beherrschen!
__________________________________________
Meine Homepage
Mein Flickr

Benutzeravatar
x-DIABLO-x
Beiträge: 1130
Registriert: Dienstag 4. September 2012, 13:13
Wohnort: Berlin

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von x-DIABLO-x » Donnerstag 20. Juni 2019, 15:39

Schärfe-Fanatiker mhhh... mit Gimp mhhh.... . Hab mal dein verwackeltes Bild genommen und in Ps geladen (man bedenke ist nur nen Jpeg) hier mit Topaz Sharpen AI stabilisiert und dann mit einer Schärfaktion, die sich auf über 15 Ebenen in verschachtelten Smartobjekten beläuft, mit einer Schärfmaske nachgeschärft.
.
CUT_O.jpg
CUT_O.jpg (317.61 KiB) 500 mal betrachtet
Gruß Sven

Lumix G70/ Lumix GX80/ G-Vario 14-42/ G Vario 45-150/ G Macro 30 mm/f 2,8/ Leica DG Summilux 15 mm/f1,7 / Carbon Stativ K&F Concept® Bearbeitung: Photoshop CC 2018/WACOM Intuos

Benutzeravatar
basaltfreund
Ehrenmitglied
Beiträge: 15332
Registriert: Freitag 23. Dezember 2011, 20:13

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von basaltfreund » Donnerstag 20. Juni 2019, 15:49

heidernei Sven, da hast du ja mal wieder in die Trick ..ähh...Könnerkiste gegriffen....fein fein :D :D :D
viele Grüsse aus der Eifel Michael
G3 - Kit 14-42 - Raynox 150 - Pana 100-300 | SONY RX100M3 | SAMSUNG S7edge

Benutzeravatar
Jock-l
Beiträge: 8835
Registriert: Sonntag 10. Januar 2016, 13:26
Kontaktdaten:

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Jock-l » Donnerstag 20. Juni 2019, 20:26

Das Grundproblem bleibt- war das ein Ausschnitt aus einer Nichtschärfeebene, was waren vorauslaufende EBV-Schritte ? Wenn der TO sich dazu meldet, können wir vielleicht über die individuellen Möglichkeiten Dritter hinausschauen und thematisch korrekt Hilfestellung zu Schärfeproblemen liefern ... ;)
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol:

Benutzeravatar
Horka
Beiträge: 7805
Registriert: Sonntag 26. August 2012, 12:08
Wohnort: Südlich von Köln

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Horka » Donnerstag 20. Juni 2019, 21:53

wozim hat geschrieben:
Mittwoch 19. Juni 2019, 21:47
Also macht emotionale Bilder, die ansprechen, Gefühle erzeugen und zum Nachdenken anregen
Ein emotionales Bild, das mich anspricht, gewinnt durch technische Qualität und verliert durch technische Schluderei.

Gauß hat nicht gesagt, dass es reicht, wenn die Mathematiker ungefähr richtige Ergebnisse bringen und Feininger nicht, dass Bildschärfe unwichtig ist.

Lomografie ist derzeit nicht Thema im Forum.

Horst
Handliche Kameras

Aloysius
Beiträge: 125
Registriert: Dienstag 7. August 2012, 10:07

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Aloysius » Freitag 21. Juni 2019, 12:08

Hallo,

die beste Bildbearbeitung für das verwackelte Bild einer Blume ist, dass man dass Bild löscht. Verwackelte Bilder zu verwenden macht nur bei spektakulären Fotos Sinn. Etwa wenn ein bekannter Politiker ein Ei an den Kopf kriegt, wenn man einen Flugzeugabsturz fotografiert oder wenn ein Bär auf einem Kinderspielplatz sein Unwesen treibt. Die ganzen Spezialprogramme um verwackelte Aufnahmen zu retten sind rausgeschmissenes Geld un elendig langsam.

Mit freundlichem Gruß
Aloysius

Benutzeravatar
wozim
Administrator
Beiträge: 6498
Registriert: Mittwoch 25. Mai 2011, 07:37
Wohnort: Herten Westerholt

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von wozim » Freitag 21. Juni 2019, 12:15

Jock-l hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 20:26
Gauß hat nicht gesagt, dass es reicht, wenn die Mathematiker ungefähr richtige Ergebnisse bringen und Feininger nicht, dass Bildschärfe unwichtig ist.
Hat das jemand behauptet? Und von Lomografie war doch auch nie die Rede. :roll:
Gruß Wolfgang

https://www.flickr.com/photos/fz100/

G3, GX80, 14 - 140 mm 3,6 - 5,6, Oly 45 mm 1:1,8, Sigma 19 mm und 60 mm 1:2,8, umfangreiche Altglassammlung, div. Raynox-Linsen

Benutzeravatar
Jock-l
Beiträge: 8835
Registriert: Sonntag 10. Januar 2016, 13:26
Kontaktdaten:

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Jock-l » Freitag 21. Juni 2019, 13:13

... hier reibt sich jemand die Augen- nicht mein Zitat ;)
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol:

Benutzeravatar
Horka
Beiträge: 7805
Registriert: Sonntag 26. August 2012, 12:08
Wohnort: Südlich von Köln

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von Horka » Freitag 21. Juni 2019, 13:23

Jock-l hat geschrieben:
Freitag 21. Juni 2019, 13:13
... hier reibt sich jemand die Augen- nicht mein Zitat ;)
Aber trotzdem gut, oder? :)

Horst
Handliche Kameras

Benutzeravatar
mopswerk
Beiträge: 3394
Registriert: Freitag 13. Dezember 2013, 16:09
Wohnort: Nordbadische Provinz

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von mopswerk » Freitag 21. Juni 2019, 13:30

Horka hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 21:53
Ein emotionales Bild, das mich anspricht, gewinnt durch technische Qualität und verliert durch technische Schluderei.
"Schärfe ist ein bourgeoises Konzept" - Henri Cartier Bresson
Und was die Mathematik angeht, gibt es hier viele Einsichten, verpackt in Witze:
https://www.matheretter.de/mathe-witze ... dort ist mit Witz #79 aus der Fotosphäre genau das gesagt, was der olle Gauss an Unterschied von Rechnen und Mathe wohl gemeint hatte ;) .
Viele Grüße,Henrik
500px | Instagram
MFT: Isch Over (Baut endlich wieder native 3:2 Sensoren). Nur noch eMount, und ab und an was Manuelles.

Benutzeravatar
emeise
Beiträge: 3200
Registriert: Montag 29. August 2011, 21:37
Wohnort: Sindelfingen

Re: Bin ich ein Schärfe-Fanatiker?

Beitrag von emeise » Sonntag 23. Juni 2019, 11:51

x-DIABLO-x hat geschrieben:
Donnerstag 20. Juni 2019, 15:39
Schärfe-Fanatiker mhhh... mit Gimp mhhh.... . Hab mal dein verwackeltes Bild genommen und in Ps geladen (man bedenke ist nur nen Jpeg) hier mit Topaz Sharpen AI stabilisiert und dann mit einer Schärfaktion, die sich auf über 15 Ebenen in verschachtelten Smartobjekten beläuft, mit einer Schärfmaske nachgeschärft.
.
CUT_O.jpg
Beeindruckend !

Trotzdem hätte ich mir eine ausführlichere Beschreibung der Bearbeitung gewünscht., aber trotzdem einfach erklärt, für Dummis sozusagen ....
FZ18/FZ150 - verschenkt, FZ1K, TZ101, EOS40D/600D, GX7, E-M5 m II / 12-40 und 7-14mm 2.8 Pro
Wenn ich all mein Equipment aufzähle, ist die Seite vollgemüllt.

keep it simple
Grüßle, Dieter

Antworten