Freistellen mit der FZ1000 II

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ahnungslos
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Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von ahnungslos » Samstag 6. Juli 2019, 09:08

Bei welcher Kombination (jenseits des Makro-Bereichs) aus offener Blende und großer Brennweite habe ich denn die beste Freistellung, sprich: geringste Tiefenschärfe?

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Lenno
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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 09:16

Je näher du zu deinem Objekt gehst.
Und je länger die Brennweite ist.
Blende offen.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von ahnungslos » Samstag 6. Juli 2019, 09:41

Näher ans Objekt ran aber Brennweite gleichzeitig möglichst lang ist ja ein Konflikt. Ebenso gibt es den Konflikt offene Blende u. lange Brennweite. Es muss doch da irgendwo ein Optimum geben, also einen Sweetspot. Läßt der sich nicht sogar irgendwie errechnen?

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 09:50

Klar lange Brennweiten erweitern den Mindestabstand zu deinem Objekt.
Verglichen aber mit einer kürzeren Brennweite die weniger Abstand zum Objekt hat, würde die längere Brennweite trotzdem einen
unschärferen Hintergrund herstellen.
Deshalb greift man ja auch zu einem Objektiv das eine möglichst große Blendeneinstellung zulässt.
Da hat man halt bei den Systemkameras bauart bedingt weniger Möglichkeiten, da mit zunehmender Brennweite auch die Blende verändert wird.
Mach doch einfach mal ein Versuch und stell eine lange Brennweite ein, auch wenn du 2-3 Meter von deiner z.B. Blume weg bist, wirst du einen
schönen unscharfen Hintergrund hinbekommen. Du kannst dies noch weiter ausreizen wenn du z.B. eine Raynox Makrolinse davor machst.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von ahnungslos » Samstag 6. Juli 2019, 10:38

Wie gesagt geht es mir nur konkret um die FZ1000 II, die mit längerer Brennweite eine kleinere maximale Blendeöffnung hat und auch nicht um Makrofotografie. Die Distanz zum Motiz, z. B. einer Person, könnte ich frei wählen. Irgendwo muss das Optimum liegen. Diese Frage haben sich bestimmt doch schon andere Fotografen auch gestellt.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 10:47

Und nochmal:
Das Optimum an maximaler Freistellung liegt bei der größtmöglichen Blende (auch wenn diese mit der Brennweite abnimmt)
und der längsten optischen Brennweiteneinstellung und den minimalsten Mindestabstand zum Objekt.

Manchmal wirst du aber mit dieser Einstellung nicht den nötigen Raum haben und musst vielleicht eine andere Brennweite nehmen,
dann gilt eben diese Brennweite und die dort mögliche größtmögliche Blende bei minimalsten Mindestabstand zum Objekt.

Ob sich vielleicht eine geringere Brennweite mit größerer möglichen Blendenöffnung in der Anmutung der Hintergrundunschärfe
einer längeren Brennweite mit kleinerer Blendenöffnung ähneln würde ich einfach mal testen.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von ahnungslos » Samstag 6. Juli 2019, 16:54

Demnach müsste ich dazu dann ja im absolutem Weitwinkel fotografieren, da nur bei der Startbrennweite 25 mm die große 2,8 Blende zur Verfügung steht. Schon ab 26 mm zieht sich im A-Modus die Blende zu! Denn ich habe Dich jetzt so verstanden, dass die möglichst große Blendenöffnung Priorität vor der möglichst langen Brennweite hat.
Und wie gesagt: Wir nehmen an, dass ich eine beliebige Distanz zum Objekt einnehmen kann. Und natürlich, dass ich das Objekt immer gleich, d. h. z. B. bildfüllend abbilde.
Einfach testen ist so eine Sache, da ich annehme, kleine Unterschiede gar nicht verlässlich zu sehen. Ich bin zunächst zufrieden, wenn ich weiß, wie die idealen Einstellungen theoretisch sein müssten.
Das Ausprobieren in der Praxis kommt dann später.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 17:44

Es gibt da keine Einstellung die man als Allroundtipp geben kann, sie ist immer Situationsbedingt anders.
Ich habe dir nur auf deine Ausgangsfrage geantwortet wie du die maximalste Hintergrundunschärfe hinbekommst.
Ob diese sich dann auf deine Fotografiesitutation übertragen lässt, ist rein theoretisch und du musst in der Praxis eben selbst entscheiden.

Man kann dir hier keinen Rat geben, denn mal hast du viel Platz um nach hinten gehen zu können, ein anderes mal stoßt du vielleicht an eine Wand
und du kannst nicht weiter zurückgehen. Dann kannst du eben nur nehmen was da ist und so wird dann eben das Ergebnis, mehr geht dann einfach nicht.
Zuletzt geändert von Lenno am Samstag 6. Juli 2019, 18:17, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von basaltfreund » Samstag 6. Juli 2019, 17:56

Versuch macht kluch :D :D :D
viele Grüsse aus der Eifel Michael
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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 18:04

Vielleicht hilft dir ja dieser Online Calculator mit dem du die Schärfentiefe anzeigen lassen kannst.
Die FZ hat glaube ich 1 Zoll großen Sensor.

https://www.dofmaster.com/dofjs.html

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von mopswerk » Samstag 6. Juli 2019, 18:08

Als Sensor 1 Zoll eintragen und mal rumspielen:
http://www.erik-krause.de/schaerfe.htm
Viele Grüße,Henrik
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MFT: Isch Over (Baut endlich wieder native 3:2 Sensoren). Nur noch eMount, und ab und an was Manuelles.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 18:11

Hier mal ein Beispiel, 2 unterschiedliche Brennweiten, 2 unterschiedliche Blenden aber 2 nahezu gleiche Ergebnisse.
Schärfe in der Bildmitte nach vorne und hinten Unschärfe.

Bei 25mm kann ich näher rangehen und ich konnte die Blende weiter öffnen, das 45mm ist vom Abstand größer und die Blende geschlossener
durch die längere Brennweite trotzdem eine ähnliche Anmutung wie mit kurzer Brennweite.
(Bilder sind mit einer MFT Kamera gemacht worden)

Bildschirmfoto 2019-07-06 um 19.08.42.jpg
Bildschirmfoto 2019-07-06 um 19.08.42.jpg (56 KiB) 435 mal betrachtet

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von ahnungslos » Samstag 6. Juli 2019, 20:15

Lenno hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 17:44
Es gibt da keine Einstellung die man als Allroundtipp geben kann, sie ist immer Situationsbedingt anders.
Ich habe dir nur auf deine Ausgangsfrage geantwortet wie du die maximalste Hintergrundunschärfe hinbekommst.
Ob diese sich dann auf deine Fotografiesitutation übertragen lässt, ist rein theoretisch und du musst in der Praxis eben selbst entscheiden.

Man kann dir hier keinen Rat geben, denn mal hast du viel Platz um nach hinten gehen zu können, ein anderes mal stoßt du vielleicht an eine Wand
und du kannst nicht weiter zurückgehen.
Dann habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt. Meine Ausgangsfrage war die theoretische Überlegung, wie man mit der FZ1000 II die geringste Tiefenschärfe jenseits der Makrofotografie erzielen kann, um etwas in der Größe einer Person freistellen zu können. Dazu wollten wir auch annehmen, dass ich den Abstand zum Motiv frei wählen kann und es eben keine Wand gibt oder so etwas. Du hast mir aber mit dem Hinweis auf den Online-Kalkulator weiter unten die perfekte Hilfe und Antwort geliefert. Vielen Dank Dir und auch den anderen, die ähnliche Tiefenschärfe-Rechner verlinkt haben!
Ich habe hier noch einen gefunden, der die Sache mit der Tiefenschärfe dank einer Simulation noch anschaulicher macht, wie ich finde: https://dofsimulator.net/en/
Da kann man schön mit rumspielen und er kennt sogar unsere Lumixe.
Das Ergebnis ist, dass die möglichst lange Brennweite der entscheidende Faktor für die gewollte minimale Tiefenschärfe ist und daher höchste Priorität haben muss. Die Blende würde man dann halt so weit aufmachen, wie die Brennweite es erlaubt.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Juli 2019, 20:57

ahnungslos hat geschrieben:
Samstag 6. Juli 2019, 20:15

Das Ergebnis ist, dass die möglichst lange Brennweite der entscheidende Faktor für die gewollte minimale Tiefenschärfe ist und daher höchste Priorität haben muss. Die Blende würde man dann halt so weit aufmachen, wie die Brennweite es erlaubt.
Das habe ich versucht die ganze Zeit dir Nahe zu bringen, schön das es nun besser für dich verständlich ist.

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Re: Freistellen mit der FZ1000 II

Beitrag von Der GImperator » Samstag 6. Juli 2019, 21:21

Hi ahnungslos,

ich denke, trotz deines empfundenen "Heureka"-Moments befindest du dich auf nem Holzweg.
Übrigens- deine Frage hab ich mir irgendwann auch mal so oder ähnlich gestellt und herumprobiert gehabt.

In der Nachbetrachtung: zugrunde lag eigentlich ein "ungeeignetes System". Mit 1/2,3"-Sensor und ner Blende, die mit steigendem Zoom bis zu f5.6 zwangsweise schließt, hat mans halt schwer.... System-Prinzip-bedingt.

Ich hatte dich eigentlich so interpretiert, daß es dir um "klassische Freistellung" (-> komplett und möglichst weicher HG, das Hauptobjekt hebt sich vollständig und klar vom HG ab) geht.
Dafür finde ich die DoF-Rechner-(Varianten) eher weniger geeignet. Klar, sie rechnen einem auch das aus... aber ICH sehe für derlei Ergebnisse bei der Portraitierungsfotografie keine sinnvolle Anwendung. Aus meiner Sicht ist das eher für andere Motivarten unter der Zielgebung, einen sinnvollen, fehlerfreien Tiefenschärfeverlauf vorher-zu-rechnen.

Was noch gar nicht erwähnt wurde und mit am meisten bewirkt: der Abstand von (motivischem) HG zur Schärfeebene.
Gehts dir nämlich um Personen, vor allem die, mit denen du ein Foto GEMEINSAM erarbeitest, dann geht für die besten Freistellungs-Einstellungen einfach dorthin, wo du neben deines Protagonisten im Vordergrund, einen Hintergrund im Frame hast, der in möglichst weiter Distanz zum VG-Hauptobjekt steht.

Ich finde in der Praxis die Parameter solcher Faktoren wie "Motivdynamiken", "Hauptobjekte-Größendimensionen", "Gesamt-Frame-Gestaltungsüberlegungen", "Location/Arbeitsbedingungen" u. vielleicht noch ein paar weitere, dermaßen wechselnd, daß eine Art multifunktionale "Sweet-Spot-Justierung für maximale Freistellung" bzw. das Suchen danach wenig Sinn macht.

Wenn das "dein Thema" ist, dann geht bei Cams mit dem Lumix-Logo kein Weg an mFT oder ner S1 vorbei. Für FZ`s ist dieses Gebiet zwar machbar, aber immer wieder ein K(r)ampf und Makelbehaftung, Kompromisse und runter-zu-schraubende Erwartungshaltungen gehören hier zum Programm.
Aber du willst ja mit der FZ1KII deine Freistell-Ergebnisse erzielen & keine Vergleichsvorschläge und Kaufempfehlungen lesen.
ANSTATT "Sweet-Spot-Findung" : orientiere dich eher an klassisch-erprobten Kompositionsvorgaben- probiere dich doch mal durch die Range der typischen "Portraitbrennweiten".... so ab dem Bereich 30mm bis max. 60, 80mm und nutze jeweils einfach immer die größtmögliche Blendenöffnung. Ergänzend dazu: die maximale BW bei der entsprechenden kleinsten Blende (f5,6 ? f6,3 ?...bei deiner Cam ?!?), die sich beim vollen reinzoomen ja automatisch einstellt.
HIERBEI (max. BW) wirst du im Versuch merken, ob das überhaupt (und wenn ja, wie & wo) für deine Motive und deine Kompositionswünsche praktikabel ist. Die ERGEBNISSE werden so oder so in ihrer "Freistellfaktor-Qualität" ähnlich sein. Zugewinn an Freistellpotential ergibt sich viel stärker aus den einbezogenen Distanzen (möglichst kurze Distanz Cam-> Hauptobjekt, möglichst große Distanz Hauptobjekt -> abgebildeter Hintergrund).
Alles andere halte ich für zu "unorganisch, praxisfern".
G70_Pana 14-140II_Pana 42.5 f1.7_Samyang 7.5mm f3.5_Oly m.zuiko 7-14mm f2.8_FZ150
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