Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Alles rund um die Superzoomer von Panasonic – von der legendären FZ50 bis zu FZ200, von der TZ1 bis zur TZ31
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Wolfgang B.
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Wolfgang B. » Mittwoch 5. Februar 2020, 14:38

Werner, das ist aus gutem Grund so, das ist wegen der dann einsetzenden Unschärfe durch Lichtbeugung so.

Dein Problem ist, dass Dir da ganz viele fotografische Grundlagen fehlen. Modellautos zu fotografieren, dass ist zwar nicht die Königsdisziplin aber den ein oder anderen Fortschritt muss man dazu schon gemacht haben.

Das musste ich auch feststellen, als ich vor 10 Jahren von einer kleinformatigen Canon auf einen MFT-Sensor umgestiegen bin. Der MFT-Sensor ist noch etwas größer als bei Deiner FZ. Und da musste ich dann feststellen, dass die Tiefenschärfe eine ganz andere, sprich geringere war.

Versteh mich bitte nicht falsch, das soll jetzt nicht wie Hohn klingen, aber mit einer guten Handykamera würdest Du bezogen auf Tiefenschärfe in Deinem speziellen Fall bessere Ergebnisse erzielen.

Beste Grüße, Wolfgang
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Horka
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Horka » Mittwoch 5. Februar 2020, 15:28

Wolfgang B. hat geschrieben:
Mittwoch 5. Februar 2020, 11:02
Ich kann Dir hier nicht die Funktionsweise des menschlichen Auges erkläre. Das ist kompliziert.

Aber eins ist wichtig: Das menschliche Auge sieht nur punktuell scharf, genau wie eine Glaslinse. Das kannst Du auch selbst ausprobieren. Du darfst aber den Fokus nicht verändern.

Durchgehende Schärfe ist eine Illusion. Es liegt lediglich ansatzweise an der Illusionskraft des Gehirns, wenn man glaubt, eine großes Spektrum scharf zu sehen.
Damit ist Jackyos Ansatz trotzdem richtig, denn wichtig ist nicht, was das Auge übermittelt, sondern was das Gehirn daraus macht.

Wenn mir mein Kopf sagt, dass das Modellauto durchgehend scharf ist, werde ich ihm nicht mit dem Argument der Physik des Auges widersprechen.

Horst
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Wolfgang B.
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Wolfgang B. » Mittwoch 5. Februar 2020, 17:24

Ne Horka,

wenn ein echter Jaguar in einer wirklichen Straßenszene durch einen Spielzeugfilter aussieht wie bei einem Spielzeugauto, dann sage ich: Halt die Klappe Auge, Du spinnst.

Wenn aber ein Modelljaguar durch Stacken so aussieht, wie ein echter, dann dann hau ich dem Auge ein blaues.

Die Ergebnisse von Sennheiser & Co sind teilweise faszinierend, insbesondere die Insekten. Auch diese blaue S 3/4 für Spur N sieht gut aus, wirkt aber nicht so ganz natürlich.

https://lumix-forum.de/viewtopic.php?f= ... &start=510

Meine allerersten Gehversuche mit der shuttershock geplagten GH2 sahen da anders, und wie ich finde, imposanter aus. Zumindest wenn man von der miesen Grundschärfe wegen shuttershock absieht.

https://lumix-forum.de/viewtopic.php?f= ... ft#p138818

Ich sagte aber schon weiter oben, dass es bei einem Fragesteller, dem offensichtlich einige Grundlagen fehlen, nicht unbedingt angesagt ist, gleich mit Hoher Schule zu experimentieren.

Die Frage, ob stacking natürlich aussieht, ist aber in diesem Thread OT.

Beste Grüße, Wolfgang
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Horka » Mittwoch 5. Februar 2020, 18:15

Wolfgang B. hat geschrieben:
Mittwoch 5. Februar 2020, 17:24
Die Frage, ob stacking natürlich aussieht, ist aber in diesem Thread OT.
Ich bleibe OT, weil ich IT keine Ahnung habe ;) und weil ich das Thema interessant finde.

Ich glaube, das Spielzeugaussehen hat zwei Gründe:

Bei diesen kleinen Dingen sind die Gegenden im Augenschatten, nicht das Motiv selbst, für den Betrachter unscharf. Daraus schließt er auf geringe Entfernung.

Im Laufe der Bilddarstellung hat sich der Betrachter daran gewöhnt, dass mangels Stacktechnik in früheren Zeiten auch das Modell teilweise unscharf abgebildet ist und schließt aus Gewohnheit auf kurze Entfernung.

Für mich ist natürlich, wenn das Modell durchgehend scharf und die Umgebung unscharf ist.

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Wolfgang B.
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Wolfgang B. » Mittwoch 5. Februar 2020, 19:02

Mag sein, aber Dein Gehirn sieht das anders als Du :o :P :D

Aber wenn Du willst, kannst Du Dir ja auch eine neue Handykamera kaufen!

Aber die machen zurzeit wahnsinnige Softwaranstrengungen, um Dir Unschärfen vorzugaukeln. :lol:

Beste Grüße, wie immer
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von wozim » Mittwoch 5. Februar 2020, 19:12

Aber jetzt mal bitte zurück zum Thema. :P
Gruß Wolfgang

https://www.flickr.com/photos/fz100/

G3, GX80, 14 - 140 mm 3,6 - 5,6, Oly 45 mm 1:1,8, Sigma 19 mm und 60 mm 1:2,8, umfangreiche Altglassammlung, div. Raynox-Linsen

hans_01
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von hans_01 » Mittwoch 5. Februar 2020, 21:08

Katsche hat mit den roten Pfeilen die "Unschärfe-Problemzonen" in seiner Aufnahme eingezeichnet.

Ursache ist eine zu geringe "Schärfen-Tiefe" aufgrund eines zu nahen Abstandes der Kamera zum Objekt beim Fotografieren.

Ich habe jetzt mein Diktiergerät (ist Auto-Ersatz) auf kariertem Papier in verschiedenen Abständen fotografiert.
Sowohl das Auto wie auch die Papier-Karos in der Nähe des Autos sind immer ausreichend scharf abgebildet worden.

Test-Szenario:

TZ202, f8, Brennweite 49,6 mm (KB 135 mm) konstant, Aufhell-Blitz

Abstände / Tiefen-Schärfe laut DOF-calculator vom GImperator:
60 cm / 2,5 cm
70 cm / 3,5 cm
80 cm / 4,6 cm

D. h. wenn ich mit der Kamera einen Abstand halte von 80 cm, habe ich bestimmt eine ausreichende "Schärfen-Tiefe", um die Oberflächen des Autos scharf darzustellen.

Bei 80 cm Abstand muss der Bildausschnitt etwas stärker beschnitten werden.

Aber mit einem Abstand von 60 und 70 cm bekommt man auch gute Ergebnisse.

Aufgabenstellung ist und war für mich der Blickwinkel den Katsche in den beiden Fotos aufzeigt.

Wichtig ist Katsche offensichtlich eine aussagekräftige Darstellung der 3 Seiten (Front, Dach, Längsseite).

Fokus-Stacking ist meiner Meinung nach dann erforderlich, wenn ich eine Perspektive habe, wo sich das Objekt weit in den Raum hineinstreckt.

Dann muss ich mehrere "Schärfen-Tiefen" hintereinander schalten, um eine zusammenhängende homogene "Tiefen-Schärfe" zu erhalten.

SG
Hans

schwarzvogel
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von schwarzvogel » Donnerstag 6. Februar 2020, 09:22

Es ist vielleicht eine gute Idee die Möglichkeiten seiner Kamera erst einmal kennenzulernen.
Hilfreich dazu könnte mal eine Versuchsreihe (! :mrgreen: ) mit verschiedenen Brennweiten- und Blenden-Einstellungen und Millimeter-Maßstab oder Millimeterpapier sein. ;)
Mehr (kleiner) als Blende 8 geht bei der FZ1000 eh' nicht, wäre auch nicht zwingend nötig.
Ich habe mir für eigene Tests mal dieses Teil besorgt:
https://www.amazon.de/gp/product/B00SO6 ... UTF8&psc=1
Die vielen Beiträge von @sennheiser zum Fokusstacking hier im Forum zeigen die Möglichkeiten, welche in einer FZ1000 stecken !!
Manchmal bedauere ich fast meine FZ1000 zugunsten MFT abgegeben zu haben ... :?
mfG schwarzvogel

caprinz
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von caprinz » Donnerstag 6. Februar 2020, 09:55

Hallo,

für durchgehende Schärfentiefe von vorn bis hinten gibt es außer Stacking eine andere Option.
Man benutzt andere Werkzeuge, Kamerasysteme und beschäftigt sich mit Scheimpflug, Tilt/Shift Objektiven.
Gruß Carsten

Aloysius
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Aloysius » Donnerstag 6. Februar 2020, 16:09

Hallo,

mit meinen Augen sehe ich alles von vorn bis hinten scharf. Also ist das die natürliche Sichtweise. Das Foto mit Bokeh ist vielleicht künstlerisch wertvoll resultiert aber letztendlich aus physikalischen Einschränkungen von Optik. Auch beim Stacking kann man freistellen aber das Hauptmotive trotzdem von vorn bis hinten scharf abbilden.

Mit freundlichem Gruß
Aloysius

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Jock-l
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Jock-l » Donnerstag 6. Februar 2020, 18:01

caprinz hat geschrieben:
Donnerstag 6. Februar 2020, 09:55
Hallo,

für durchgehende Schärfentiefe von vorn bis hinten gibt es außer Stacking eine andere Option.
Man benutzt andere Werkzeuge, Kamerasysteme und beschäftigt sich mit Scheimpflug, Tilt/Shift Objektiven.
Ja, aber damit schießen wir über den hobbymäßigen Hintergrund etwas über das Ziel hinaus... ;)
Im bürgerlichen Leben ist Jürgen ein Allerweltsvorname, in Foren (oft vergeben) nutze ich Jockel in einer leicht veränderten Schreibweise -> Jock-l ;)
Mehr Lametta ist da nicht :lol:

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Anspo
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Anspo » Freitag 14. Februar 2020, 21:07

Hallo Katsche,

ich habe mir deine ersten Testfotos mal angeschaut.
Natürlich kannst Du auch mit der FZ1000 gute Fotos eines kleineren Objekts machen. Ich bin sicher das wird gelingen.
Ebenso wirst Du natürlich nicht die BQ mit einem Schnappschuss erlangen, wie sie etwa von unserem Rolf (Sennheiser) abgebildet wird. Geht auch nicht, ist ja Stacking (mit der FZ1000) ;)

ABER, es wird sicher gehen, dass Du auch ein annehmbares Bild deiner Automodelle präsentieren kannst, mit der FZ 1000. Davon bin ich überzeugt. also gib nicht auf ;)

Im Prinzip wurden Dir hier schon einge Antworten und Tips gegeben.
Und Die haben recht ;)
jackyo hat geschrieben:
Dienstag 4. Februar 2020, 16:39
So wie es aussieht hast Du an der Kamera wahrscheinlich so ziemlich alles falsch eingestellt.
David hat geschrieben:
Dienstag 4. Februar 2020, 19:15
das vielleicht auch der Mindesabstand unterschritten wurde.
Jock-l hat geschrieben:
Dienstag 4. Februar 2020, 19:32
Für das Licht/mögliche Licht: Ich würde das Set aufräumen, daß nichts im Wege ist und links und rechts weiße Flächen ->Aufhellung der Szene.
Der GImperator hat geschrieben:
Dienstag 4. Februar 2020, 20:22
Worum`s hier doch ausschließlich geht, ist das Verhältnis von BRENNWEITE - Abstand - Blende.
WFSimpson hat geschrieben:
Mittwoch 5. Februar 2020, 12:57
Leider ist ja bei der FZ1000 bei Blende 8 Schluss. Weiter abblenden ist da nicht.
Ok, setzen wir doch mal am letzten Zitat an,
Die FZ1000 bietet einen max. Blendenschluß von 8.0. Korrekt?

Mir geht es darum, Dir zun zeigen das es wirklich geht, auch für uns "Nicht-Stackinger"
Dazu habe ich mal meine Linsenauswahl auf das Stativ gepackt...nur um zu zeigen, das es möglich ist. Mir ist klar das meine G81 nicht mit der FZ1000 zu vergleichen ist aber die Grundidee sollte Dir helfen.

Ich habe die Einstellungen in "M" gemacht, Zugegeben war ich faul, den manuellen Weißabgleich nur beim 14-140 gemacht , die Einstellung dann so belassen. (man sieht wie die Linsen darauf reagieren ;) )
Egal, hier die Aufnahmen, kein Stacking, keine Beieinflussung oder Korrektur durch EBV, in DXO lediglich das RAW entwickelt (ohne DXO-Standard anzuwenden)
Lediglich auf 3:2 beschnitten, mehr nicht.


12-60 Pana
Bild
001_FW-Test_12_60mm Pana by Leo, auf Flickr

14_140 Pana
Bild
002_FW-Test_14_140_Pana by Leo, auf Flickr

15mm Pana
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004_FW-Test_15mm Pana by Leo, auf Flickr


45mm Oly
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003_FW-Test_45 Oly by Leo, auf Flickr


60mm Oly
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005_FW-Test_60mm Oly by Leo, auf Flickr

100-300 Pana
Bild
006_FW-Test_100_300mm Pana by Leo, auf Flickr

Was ich damit meine...

Alles geht, mit den richtigen Einstellungen und der richtigen Umgebung ;)
Gruß vom Leo

G81 & Pana 15/1.7 | 12-60/3,5 | 14-140 II | 100-300 II | Oly 60/2.8 // 45/1.8 | und sonstiges Gedöns Bild
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von jackyo » Samstag 15. Februar 2020, 09:01

Na also! Geht doch...

Viele Grüsse ;)
jackyo
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Jock-l
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Re: Grundeinstellungen für Nahaufnahmen

Beitrag von Jock-l » Samstag 15. Februar 2020, 09:56

jackyo hat geschrieben:
Samstag 15. Februar 2020, 09:01
Na also! Geht doch...
+1 und Danke für das praktische Vordenken seitens Leo ;)

...und daran denken, die Objekte mal in einem anderen, kleineren Winkel aufzustellen (kleinerer Winkel-> mehr Objekt/Motiv/Modellfläche wird in dier Schärfeenbene dargestellt).

Also nicht allein ein Set ausprobieren, sodern nach und nach variieren- Licht, Entfernung, Aufstellung ... sonst wird es u.U. konfus ;)
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