Objektive und der Kamera-Filterpack
Verfasst: Montag 2. August 2021, 09:19
An meine GX9 kann ich mit einem Kentfaith-Adapter meine Objektive für Pentax anschliessen. Im Telebereich funktioniert das gut, ich bekomme 58 - 85 - 100 - 120 - 150 - 200 - 300mm einwandfrei zum Laufen mit scharfen Bildern.
Im Weitwinkelbereich sieht das ganz anders aus: Ich habe ein Samyang Vollformat 12mm Fischauge und ein Samyang 14mm Vollformat Weitwinkel. Auf der Pentax KP liefern sie super Ergebnisse ab, offen scharf bis in die Ecken, eigentlich ein Traum, wenn da nicht ihre Grösse wäre...
Aus Neugier habe ich die an die GX9 geflanscht, Ergebnisse katastrophal: Bildmitte scharf, Ecken kompletter Matsch, obwohl das Vollformatobjektive sind, die nur auf mfT zu arbeiten bräuchten.
Die Erklärung kam mir bald:
Der mfT Standard beinhaltet einen dicken "Glasbaustein" vor dem Sensor, das haben Oly + Pana clever ausgetüftelt, Respekt. Dieser dicke Filterpack gehört in die optische Rechnung des Objektivs, reine mfT-Objektive "kennen" den Einfluss und liefern scharfe Bilder. Ein Samyang 14mm ist aber nicht auf diesen dicken Filterpack vorbereitet, und die schrägen Randstrahlen werden unkontrolliert abgelenkt: Bildfeldwölbung, Astigmatismus und Farbränder sind die zwangsweise Folge, das ist optisch unvermeidbar.
Der grosse Vorteil des dicken Filterpacks von mfT ist die Staub-Unanfälligkeit: der Dreck ist zu weit vom Sensor weg, so dass sein Schattenwurf viel stärker verschwimmt auf dem Bild, und mfT arbeitet in der Regel mit höheren Lichtstärken als APS-C oder Kleinbild, was den Effekt nochmals begünstigt.
Bei bestimmten Objektiven wird die Stärke des Filterpacks dann praktisch interessant / spannend:
Pergear hat z.B. das 12mm f2, gerechnet für APS-C und mfT. Es gibt Tester, die verwenden das 12mm f2 auf Sony oder Fuji und bescheinigen dem 12mm dann üble Bildfeldwölbung. Nun ist Bildfeldwölbung mit geeigneten Konstruktionsmassnahmen eigentlich kein Thema mehr, das ist hinzubekommen, aber nicht, wenn verschiedene Kameras verschieden dicke Filterpakete vor dem Sensor haben. Wer kann Angaben machen, ob mit dem Pergear 12mm f2 auf mfT Bildfeldwölbung ein Problem ist, speziell bei f2 und f2,8 ? Ich habe das Oly 12-45mm, das ist bei 12mm und f4 astrein, also macht ein weiteres Objektiv nur Sinn, wenn es bei grösserer Blende ähnlich gut ist.
Objektive wie Laowa 7,5mm f2 oder Laowa 10mm f2 sind ausschliesslich für mfT gerechnet, und den Effekt sehe ich, Schärfe bis in die Ecken bei f2,8. Das Laowa 9mm f2,8 ist auch für APS-C gedacht, da könnte es schon anders aussehen, Ausleuchtung höchstwahrscheinlich gut auf mfT, aber was ist mit Eckenschärfe, kennt das jemand? Die 9mm sind eigentlich eine interessante Brennweite.
Grüsse aus der Eifel
maro
Sorry für die viele Technik, aber ohne bekommt man es nicht gelöst
Im Weitwinkelbereich sieht das ganz anders aus: Ich habe ein Samyang Vollformat 12mm Fischauge und ein Samyang 14mm Vollformat Weitwinkel. Auf der Pentax KP liefern sie super Ergebnisse ab, offen scharf bis in die Ecken, eigentlich ein Traum, wenn da nicht ihre Grösse wäre...
Aus Neugier habe ich die an die GX9 geflanscht, Ergebnisse katastrophal: Bildmitte scharf, Ecken kompletter Matsch, obwohl das Vollformatobjektive sind, die nur auf mfT zu arbeiten bräuchten.
Die Erklärung kam mir bald:
Der mfT Standard beinhaltet einen dicken "Glasbaustein" vor dem Sensor, das haben Oly + Pana clever ausgetüftelt, Respekt. Dieser dicke Filterpack gehört in die optische Rechnung des Objektivs, reine mfT-Objektive "kennen" den Einfluss und liefern scharfe Bilder. Ein Samyang 14mm ist aber nicht auf diesen dicken Filterpack vorbereitet, und die schrägen Randstrahlen werden unkontrolliert abgelenkt: Bildfeldwölbung, Astigmatismus und Farbränder sind die zwangsweise Folge, das ist optisch unvermeidbar.
Der grosse Vorteil des dicken Filterpacks von mfT ist die Staub-Unanfälligkeit: der Dreck ist zu weit vom Sensor weg, so dass sein Schattenwurf viel stärker verschwimmt auf dem Bild, und mfT arbeitet in der Regel mit höheren Lichtstärken als APS-C oder Kleinbild, was den Effekt nochmals begünstigt.
Bei bestimmten Objektiven wird die Stärke des Filterpacks dann praktisch interessant / spannend:
Pergear hat z.B. das 12mm f2, gerechnet für APS-C und mfT. Es gibt Tester, die verwenden das 12mm f2 auf Sony oder Fuji und bescheinigen dem 12mm dann üble Bildfeldwölbung. Nun ist Bildfeldwölbung mit geeigneten Konstruktionsmassnahmen eigentlich kein Thema mehr, das ist hinzubekommen, aber nicht, wenn verschiedene Kameras verschieden dicke Filterpakete vor dem Sensor haben. Wer kann Angaben machen, ob mit dem Pergear 12mm f2 auf mfT Bildfeldwölbung ein Problem ist, speziell bei f2 und f2,8 ? Ich habe das Oly 12-45mm, das ist bei 12mm und f4 astrein, also macht ein weiteres Objektiv nur Sinn, wenn es bei grösserer Blende ähnlich gut ist.
Objektive wie Laowa 7,5mm f2 oder Laowa 10mm f2 sind ausschliesslich für mfT gerechnet, und den Effekt sehe ich, Schärfe bis in die Ecken bei f2,8. Das Laowa 9mm f2,8 ist auch für APS-C gedacht, da könnte es schon anders aussehen, Ausleuchtung höchstwahrscheinlich gut auf mfT, aber was ist mit Eckenschärfe, kennt das jemand? Die 9mm sind eigentlich eine interessante Brennweite.
Grüsse aus der Eifel
maro
Sorry für die viele Technik, aber ohne bekommt man es nicht gelöst