Hallo Gerd,
sorry, wenn ich Dich jetzt nocheinmal nerve, aber ich möchte ein paar Sachen nochmal genauer darstellen und höre dann auch schon wieder damit auf.
Warum? Ich habe nicht nur hier im Forum die Erfahrung gemacht, dass es den 10fachen Aufwand bedeutet einmal unklare oder falsche Darstellungen wieder zu berichtigen.
Immer wieder werden diese Aussagen auf den tisch gelegt.
Nichts gegen Dich, aber man muss aus diesem Grund diese Zusammenhänge sehr präzise formulieren.
Du hast geschrieben:
Ein Objektiv mit einer guten Abbildungsleistung ist aus meiner Sicht auch ein gutes lowlight-Objektiv.
Ein Anfänger würde diese Aussage missverstehen. Das ist eben nicht so. Das sind zwei Dinge (Lichtstärke und Auflösung) die nichts miteinander zu tun haben im Idealfall aber beide bei einem guten Objektiv vorliegen. Das Lumix 20er hat lt. mehreren Quellen tatsächlich schon bei 2.0 eine gute Auflösung und ist somit (weil es auch schon lichtstark ist) lowlight-fähig.
Dann hast Du geschrieben:
Wenn das Licht, das durch das 20 mm auf den Sensor kommt, vom Sensor besonders rauschfrei umgesetzt werden kann, hat dies für mich mit Lowlighttauglichkeit zu tun.
Lowlightfähigkeit eines Objektivs bestimmt NUR die Lichstärke und Auflösung. (s.o.)
Für das Rauschen ist der Kamera/Sensorverbund zuständig. Das ist ein anderes Thema. Das Rauschen würde zunehmen, wenn man z.B. die ISO aufgrund zu geringer Lichstärke des onjektivs hochdrehen müsste, oder der Sensor verhältnismäßig warm werden würde weil er lange unter Strom steht, die Kamera sich durch starke Somnneneinstrahlung erwärmt etc.
Das muss man klar trennen.
Noch zu deinem folgenden Satz:
Je nach Tiefenschärfewunsch kann ich bei statischen Motiven auf einen anderen Punkt fokusieren durch gedrückthalten des Auslösers, als der später folgende Bildausschnitt. Auch hier sind bei den Objektiven große Unterschiede zu erkennen.
Etwas eigenartig formuliert, meine Tastatur macht aber auch desöfteren Probleme.
Es ist aber richtig, dass die Tiefenschärfe wie ich auch oben geschrieben habe u.a. von der Entfernung zum Objekt abhängig ist. Nichts anderes wolltest Du wahrscheinlich damit aussagen. Falsch ist allerdings, dass es beim Thema Tiefenschärfe sehr große Unterschiede bei ansonsten gleichen Parametern zwischen Objektiven gibt!
Ein Nachlassen der Auflösung an den Rändern hat nichts mit der Tiefenschärfe zu tun.
Hier beschreibst Du eine Randcharaklterristik (Auflösungsverlust) und keine der Schärfeausdehnung.
Das Nachlassen an den Rändern ist einzig und alleine eine Eigenschaft eines Objektivs und nicht der Tiefenschärfe. Genauso wie Vignetierung, chromatische Abberation, Verzeichnung, Coma, Astigmatismus, Bokeh, Lensflares, Größe, Gewicht etc. Objektiveigenschaften sind. Tiefenschärfe ist einzig und alleine von den von mir im oberen Beitrag beschriebenen Faktoren abhängig.
Natürlich muss man die Stärken und Schwächen eines Objektivs im Gesamtzusammenhang sehen. Die Eierlegende Wollmilchsau gibt es auch bei Objektiven nicht. Es ist die große Kunst der Entwickler zu einem bestimmten Preis bestimmte Eigenschaften darszustellen. Es gibt z.B. nur sehr wenige Zooms mit wirklich TOP-Auflösungen und Verzeichnungen bei womöglich noch großer Lichstärke und diese sind dann verhältnissmäßig bis saumäßig teuer.
Bei Festbrennweiten im Normalbereich (umgerechnet ca. 50mm Vollformat) sieht die Sache schon anders aus und deshalb hast Du mit Deinem 20er auch soviel Freude.
In diesem Sinne viele Grüße
Andreas