Hallo Jackyo !
Zuerst mal finde ich es sehr gut das Du Dir über so ein Thema Gedanken machst und selbige auch noch hier im Forum zur Diskussion stellt.
Ob ich gut fotografiere sei dahingestellt, ambitioniert aber auf jeden Fall und einen Grund Dich zu steinigen sehe ich da mal überhaupt nicht, eher sollte man Dir zu Deinen Gedankengängen gratulieren.
Was ich jetzt sage geht sicher gegen den ganz großen Strom der digitalen Fotografie, ist NUR meine ganz persönliche Meinung und ich gebe auch unumwunden zu da manchmal sehr eigen zu sein.
Ich zäume das Thema jetzt mal von hinten auf und sage ganz provokant das ich Motivprogramme "eigentlich" ganz schlecht finde.
Aber Vorsicht - Wenn jemand Motivprogramme einsetzt, sich mit den EXIF-Daten entsprechend auseinandersetzt um zu lernen und zu begreifen warum das oder dies eingestellt wurde, dann kann ich es,
wenn auch wiederstrebend, gelten lassen.
Aber:
In den meisten Fällen haben die Programme nur einen Effekt.
Sie gaukeln den Konsumenten vor einfach das entsprechende Motivprgramm wählen zu müssen und schon machen sie ganz tolle Fotos.
Keiner weiß was, warum, wie eingestellt wurde und Fragen kommen meist erst dann, wenn es gar nicht mehr hinhaut.
Dann kommen Fragen wie: Ich habe das, dann dies und auch das Programm benützt aber meine Bilder sind alle unscharf..............
Wie viele Motivprogramme haben unsere Kameras ?
10, 15, 20 oder gar mehr ?
Und da gibt es auch noch das ominöse Handbuch. Das ergibt dann eine ganz tolle Mischung.
X Motivprogramme von denen keiner weiß was sie eigentlich machen und ein Handbuch in das keiner mehr reinsieht.
Und jetzt kehre ich das ganze ins Extreme um.
Meine erste Spiegelreflex hatte genau 4 Einstellungen.
- Belichtungszeit
- Belichtungskorrektur
- Blende
- Filmempfindlichkeit
Da lasse ich jetzt mal den Transporthebel oder Rückspulentriegelung außen vor.
Sage und Schreibe 4 Einstellungen. Und der Witz dabei ist. Ich brauche jetzt bei der digitalen Fotografie auch nicht mehr wenn ich unterwegs bin.
Wenn ich weiß, was diese 4 kleinen Sachen machen, beherrsche ich meine Kamera und weiß wann, warum, was passiert.
Und wie soll ich jetzt jemandem der Probleme bei den Motivprogrammen hat erklären was zu machen ist wenn die 4 nur spanische Dörfer sind ?
Ich sehe das Motivprogramm als Zeichen unserer Zeit.
Interessiert mich nicht wie es geht, Hauptsache schnell und wie bekomme ich das Bild in (Irgend ein Social Network).
Ich weiß, jetzt werden mich einige steinigen die damit was gelernt haben, aber die meine ich nicht.
Mir persönlich wäre es sogar am liebsten wenn es bei meiner G3 diesen ganzen Firlefanz nicht geben würde, oder ich ihn in irgend welche unendlichen Tiefen eines Submenüs verbannen könnte wo ich vergesse das es sie gibt.
Wie gesagt. Für Einsteiger, die lernen WOLLEN mag es sinnvoll sein, und die nehme ich auch gar nicht in diese Gleichung rein.
Aber wenn das mal 5 von 100 sind ist es schon hochgegriffen.
Meines Erachtens ist es auch ein Irrglaube anzunehmen das man schneller lernt. Ich sehe es sogar als riesen Umweg an.
Wenn man früher eine Kamera kaufte gab es ein Heftchen mit den einfachen Grundregeln der Fotografie und was man wo einstellen sollte.
Grundregeln die übrigens grundsätzlich auch heute noch gelten.
Das hat man schön durchgelesen, andächtig einen Film eingelegt und dann ging es los.
Ich kann mich noch erinnern das ich, gerade am Anfang ganz genau überlegt habe was denn nun warum und wie einzustellen sei, weil ja jeder Klick Geld kostete.
Aber genau diese Überlegen VOR der Aufnahme ließ mich lernen.
Jetzt fragt man NACH der Aufnahme was falsch ist weil man vorher nicht überlegte, macht ja das Motivprogramm.
Klar, es gibt sie, aber ich sage daß das Gros der Konsumenten damit absolut nichts lernt.
Bis man lernt wo welches Szenen / Motivprogramm zu finden ist und wie man es wieder ausschaltet hätte man auch die 4 gelernt.
Gruß, Cristina