Bildschirm kalibrieren

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t-franzl
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von t-franzl » Dienstag 31. Juli 2012, 20:38

Naja, wenn man etwas anderes als JPG haben will, dann geht das natürlich schon. Aber spätestens für die Dienstleister, welche zum Ausdruck JPG erwarten, wird man es ohnehin zu JPG exportieren müssen.

Zum Weiterbearbeiten behält man natürlich RAW, TIFF und wie sie alle heissen. :) Dafür ist JPG einfach zu beschränkt.

lg t-franzl
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maja
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von maja » Dienstag 31. Juli 2012, 21:17

... ich noch einmal , was heißt es für mich ich kann die RAW Fotografie vergessen weil ich meine Bilder so nie entwickeln werde.

@Cristina
[*Lightroom und Aperture bleiben zum Beispiel im RAW, außer man exportiert es.]

Wenn ich diese Bearbeitungsprogramme nicht habe geht es nicht, oder ?
Dazu müsste man noch den entsprechenden Drucker und Papier haben, das wird teuer.
Also was bleibt ich bleibe bei JPG und erspare mir die Einarbeitung im RAW.

LG, Marianne
Mit dem Herzen sehen !
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Lithographin

Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von Lithographin » Dienstag 31. Juli 2012, 21:26

Hallo Marianne !

Doch, natürlich geht es, keine Angst. ;)
Ich wollte damit nur sagen das man die Bearbeitung der RAW-Fotos nicht extra als JPEG speichern muß, die bleiben einfach RAW wie sie sind.

Willst Du so ein Foto ausbelichten, also Dir einen Abzug machen auf Fotopapier einfach auf das Bild mit der Maus, rechte Maustaste und auf Exportieren gehen.
Dann wird das Foto mit der Größe und Qualität die man eingestellt hat, geht ganz leicht, in den Ordner Deiner Wahl als JPEG exportiert.

Und genau das JPEG nimmst Du für das Ausbelichten bei dem Anbieter Deiner Wahl.
Wenn Du die Einstellungen für das Exportieren einmal hast, kannst Du sie immer wieder aufrufen und mußt sie nicht immer eingeben.

EIgentlich nur ein Klick, kontrollieren und fertig.
Einfacher geht es kaum.

Schönen Abend noch, Cristina

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maja
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von maja » Dienstag 31. Juli 2012, 21:34

Danke ... dann kann ich irgendwann mit dem RAW beginnen.

LG, Marianne
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Lithographin

Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von Lithographin » Dienstag 31. Juli 2012, 21:53

maja hat geschrieben:Danke ... dann kann ich irgendwann mit dem RAW beginnen.

LG, Marianne
Jederzeit, einfach melden, ich helfe wenn Du möchtest bei der "Einführung".
Kurze PN genügt.

Servus, Cristina

ahinterl
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von ahinterl » Mittwoch 1. August 2012, 15:33

Lithograph hat geschrieben: Hallo Andreas !

Ich komme ursprünglich aus dem Druckereigewerbe und habe Lithograph gelernt, damals noch "zu Fuß" mit Film, Raster und Ätznatron, Farbauszugsgeräten und Andruck.
Und ich habe mich langsam in die lektronische Bildbearbeitung und das Farbmanagement eingelernt, Fehler gemacht und sogar im Zuge der Fotoschule das "Farbmanagement" durchgezogen.
Das soll jetzt NICHT bedeuten das ich eine Fachrfau wäre, aber zumindest habe ich eine leise Ahnung von der Materie.

Um es mal in aller Deutlichkeit zu formulieren:

Ein vernünftiges Farbmanagement von Bildschirm und Drucker ist für die meisten von uns schlicht und ergreifend unbezahlbar.
Ich bin keine JPEG-Fotografin, sehe mich nicht als Ignorantin aber mache schon mal ein Foto mit dem Handy, aber dennoch ist eine "ordentliche" und für meine Augen richtige Darstellung am Schirm und Ausgabe am nichtkalibrierbaren Canon-Drucker Fakt.

Du sagst kostet ?
Es ist schlicht und ergreifend sauteuer, so sieht es aus.
Kalibrierbarer Monitor mit entsprechender Darstellung in mindestens 24", kalibrierbarer Drucker, die entsprechnden Profile und Papiere die auch etwas mehr als nur einen Pappenstiel kosten.
Damit das Ganze Sinn macht dürfen jetzt nur originale Patronen um richtig fette Kohle benutzt werden.

In der Prager Fotoschule habe ich investiert wie eine Blöde. Das hat mich ein Heidengeld gekostet, nur um mit den anderen mithalten zu können.
All das gekauft, kalibriert und nach kurzer Zeit aufgegeben. Ich konnte es finanziell nicht durchhalten und habe es wieder zu Fuß probiert und mich auf meine Augen, mein Farbgefühl verlassen.

Die Zeiten ändern sich, jetzt ist es ein popeliger 22" BenQ um gerade mal 150 Euro und ein 70 Euro Canon Drucker, noch dazu mit günstigen Zubehörpatronen.
Mehr ist nicht drin, aber eine gute Darstellung und Ausdrucke sind absolut möglich. Ich habe mir den Schirm und Drucker manuell, selber eingestellt und die Darstellung meiner bearbeiteten RAW deckt sich so mit den Drucken und Ausbelichtungen das ich zwar einen Unterschied sehe, dann ist aber schon Schluß.

Es hilft alles nichts immer wieder zu lesen daß das XY Objektiv nichts ist, und das es ohne Kalibrierung der reinste Dilettantismus ist.
Ich sage das es geht, und zwar verdammt gut, man muß sich nur etwas Zeit nehmen.

Vielleicht bin ich ja eine Ignorantin, aber ich kann ganz gut leben damit.

Cristina
Hallo Cristina!

Ich drück' mich schriftlich wahrscheinlich ungünstig aus und es kommt oft so rüber als wär' ich ein klugscheißerischer und überheblicher A*sch! Dabei bin ich wie ein Kaninchen (meine nächsten Verwandten übrigens): nett und bescheiden (grins)!
Wenn ich etwas Tau von einer Materie habe und Notleidende in der rauen See ausmache, packt mich fallweise das Helfersyndrom und ich hoffe, dem Einen oder Anderen mit meinen "geistigen Ergüssen" (kicher) irgendwie beistehen zu können. Zeitweise schieß' ich dabei wohl über's Ziel hinaus...

Nach viel Lehrgeld (wehr zahlt das nicht?) und Mühen (was ist man nicht alles bereit, in sein Hobby reinzubuttern) bin ich selber letztendlich auch auf dem Stand angelangt, dass ich einen einfachen Bildschirm und nur 6-farb-Drucker verwende ("keep it small and simple"). Allerdings sind die kalibriert, die Investition in Colorimeter und Spektrometer hab' ich mir "geleistet" (ächz, mein Konto...). Eines Tages geht sich vielleicht doch noch ein wide gamut Bildschirm aus (argl, Herzinfarkt, Gehirnschlag, das schöne Geld!). Ich "entwickle" RAW und bin auch etwas perfektionistisch bei den Ausdrucken (räusper, eine Marotte kann sich jeder leisten), ohne ein bisschen Farbmanagement, wenn auch abgespeckt, kann ich mir's beim besten Willen nicht vorstellen.

Wer nicht so ähnliches Zeug macht wie ich und JPEG fotografiert, hat's da doch etwas leichter und kommt vielleicht wirklich gut ohne Kalibration aus. Für die Meisten sind nun mal das Foto an sich, seine Aussage, sein Inhalt wichtiger als dessen Qualität. Solche Leute drucken nur sehr selten oder gar nicht aus und schauen sich ihre Fotos lediglich auf Bildschirmen aller Art an (TV, Laptop, Handy,...). So bleiben Qualitätsmängel unsichtbar, Fotos müssen damit auch nicht nachbearbeitet werden. Diese Fotografen haben mit Farbmanagement nix am Hut und brauchen's auch nicht wirklich. Genausowenig wie all diejenigen, die meinen, ohne geht's besser als mit, und dreinreden lass ma uns sowieso net.

Sowas in der Art hab' ich ursprünglich gemeint. Von mir aus soll jeder auf seine Weise glücklich werden, mir isses wurscht, was jeder macht, solange er sich sozial verhält dabei (gut gesagt, was?).

Genug gequatscht, frohes Fotografieren euch allen - Pax vobiscum (hihihi, das musste jetzt sein).
Andreas

Lithographin

Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von Lithographin » Mittwoch 1. August 2012, 17:28

Hallo Andreas !

Jetzt habe ich Dich auch verstanden und so kommt es auch rüber bei mir.
Na ja, ich bin wohl auch etwas eigen.

Gruß, Cristina

copytexter

Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von copytexter » Mittwoch 1. August 2012, 19:29

ahinterl hat geschrieben:Nach viel Lehrgeld (wehr zahlt das nicht?) und Mühen (was ist man nicht alles bereit, in sein Hobby reinzubuttern) bin ich selber letztendlich auch auf dem Stand angelangt, dass ich einen einfachen Bildschirm und nur 6-farb-Drucker verwende ("keep it small and simple"). Allerdings sind die kalibriert, die Investition in Colorimeter und Spektrometer hab' ich mir "geleistet" (ächz, mein Konto...). [...]
Glückwunsch. Man muss aber schon einen sehr guten Drucker haben und sehr viele Bilder damit drucken, damit sich eine solche Anschaffung überhaupt lohnt. Bei den meisten (auch Berufsfotografen) beginnt und endet der Workflow, um den es beim Farbmanagement ja geht, nämlich am eigenen PC. Alles weitere wird in der Regel von anderen Stellen erledigt: Printservice, Bildagentur oder -redaktion, Grafikabteilung ... Und die haben wieder ihre eigenen Spielregeln.

Insofern ist auch die Aussage von t-franzl, dass irgendwann sowieso (fast) alles als JPG endet, gar nicht so falsch. Klar, man kann die Originaldaten im RAW- oder TIF-Format auf dem Rechner behalten und sich die Bilder mit Lightroom alleine auf seinem eigenen Monitor ansehen. Aber jegliche Ausgabe, ob als 9-mal-13-Abzug, als Poster, als Foto in einer Werbebroschüre oder im Internet führt früher oder später (fast) unweigerlich zu JPG. Meist früher.

Man dürfte sein am hardwarekalibrierten Wide-Gamuth-Monitor entwickeltes und bearbeitetes 18-Megapixel-Bild also gerne als verlustfrei komprimierte TIF-Datei im AdobeRGB-Farbraum an eine der genannten Stellen schicken. Die machen sehr wahrscheinlich sowieso ein 90-Prozent-JPG in sRGB draus. Und in den meisten Fällen wird man den Unterschied im Ergebnis nicht mal merken.

Womit ich jedoch gewiss niemandem den Spaß am „Farbmanagement“ nehmen will. Wer den Produktionsprozess komplett kontrollieren will und über entsprechend hochwertige Hardware verfügt - warum nicht? Als allgemeingültige Empfehlung macht es jedoch wenig Sinn. Es kommt eben auch in diesem Zusammenhang darauf an, was man - Überraschung! - letztlich mit den Bildern macht.

Als Faustregel mit recht hoher Trefferwahrscheinlichkeit gilt: Wer Farbmanagement wirklich braucht, der weiß auch, dass er's braucht, warum er's braucht und wie's funktioniert.

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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von wozim » Mittwoch 1. August 2012, 19:49

copytexter hat geschrieben:Man dürfte sein am hardwarekalibrierten Wide-Gamuth-Monitor entwickeltes und bearbeitetes 18-Megapixel-Bild also gerne als verlustfrei komprimierte TIF-Datei im AdobeRGB-Farbraum an eine der genannten Stellen schicken. Die machen sehr wahrscheinlich sowieso ein 90-Prozent-JPG in sRGB draus. Und in den meisten Fällen wird man den Unterschied im Ergebnis nicht mal merken.
Das ist definitiv falsch.
Wenn ich für Flyer, Folder, Poster und Bücher, oder auch für Zeitschriften Bilder erstelle, müssen es PSD- oder Tif-Dateien oder auch PDF's mit eingebetteten Profilen im CMYK-Farbraum sein.
Und die werden auch drucktechnisch so bearbeitet.
Ich muss die Bilder in der entsprechenden Form und Qualität liefern.
Jede gute Druckerei wird sich hüten, da Änderungen vorzunehmen. Sonst könnte es passieren, dass ein kompletter Satz auf ihre Kosten eingestampft und neu gedruckt werden müsste.

ps: Da ich häufig mit Druckereien zusammen arbeite, ist die Kalibrierung des Monitors Pflicht.
Meinen Drucker kalibriere ich nicht mehr, da ich keine Bilder selbst drucke.
Ich halte die Kalibrierung des Monitors immer dann für absolut notwendig, wenn ich mit Druckereien zusammenarbeite.
Ansonsten ist es eine Glaubensfrage, die jeder für sich entscheiden muss.
Gruß Wolfgang

https://www.flickr.com/photos/fz100/

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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von t-franzl » Mittwoch 1. August 2012, 20:09

wozim hat geschrieben:Ich halte die Kalibrierung des Monitors immer dann für absolut notwendig, wenn ich mit Druckereien zusammenarbeite.
Ansonsten ist es eine Glaubensfrage, die jeder für sich entscheiden muss.
Ganz genau so sehe ich dies auch. Professionelle Ergebnisse setzten eben professionelle Methoden voraus.

Wenn ich mit Druck aber diverse Billiganbieter meine (in meinem vorigen Post bezog ich mich darauf), dann sieht die Sachlage natürlich anders aus, und die Kombination aus JPG und Monitor reicht im Prinzip aus, mit und ohne Farbmanagement. Nur darf ich dann eben keine Wunder erwarten.
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von wozim » Mittwoch 1. August 2012, 20:36

t-franzl hat geschrieben:Wenn ich mit Druck aber diverse Billiganbieter meine (in meinem vorigen Post bezog ich mich darauf), dann sieht die Sachlage natürlich anders aus, und die Kombination aus JPG und Monitor reicht im Prinzip aus, mit und ohne Farbmanagement. Nur darf ich dann eben keine Wunder erwarten.
Ich trenne ganz strikt zwischen "Ausbelichtern" und Druckern.

Beim Ausbelichten seiner Bilder reicht wirklich eine rein visuelle Beurteilung. Da wird oft heftig gebügelt.
Gruß Wolfgang

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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von t-franzl » Mittwoch 1. August 2012, 20:42

Recht hast du, Wolfgang. Da eingangs von Druckern die Rede war (und ich diesen Sprachgebrauch übernommen habe), aber offenbar Ausbelichter gemeint waren, wurde meine obige Aussage ('meist JPG etc.') doch sehr missverständlich und schrie förmlich nach Korrektur.

Vielleicht sollten wir alle diese beiden Begriffe besser auseinanderhalten, um Mißverständnisse zu vermeiden.
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von copytexter » Mittwoch 1. August 2012, 21:46

wozim hat geschrieben:Das ist definitiv falsch.
Vorsicht! ;-)
Wenn ich für Flyer, Folder, Poster und Bücher, oder auch für Zeitschriften Bilder erstelle, müssen es PSD- oder Tif-Dateien oder auch PDF's mit eingebetteten Profilen im CMYK-Farbraum sein.
Die CMYK-Daten generiert aber normalerweise NICHT der Fotograf, sondern der Grafiker, Layouter, Setzer, whatever. Jeder, der schon mal eine Broschüre oder Zeitschrift in der Hand hatte, weiß, dass Fotos in der Regel nur eines von vielen Elementen einer Drucksache sind. Hinzu kommen Texte, Tabellen, grafische Elemente usw. Die optisch möglichst attraktive Zusammenführung all dessen ist der Job von GrafikerInnen. Und die arbeiten während des Gestaltungsprozesses mit niedrig aufgelösten Daten, die erst ganz zum Schluss durch hoch auflösende ersetzt werden (Reinzeichnung). Separation, Konvertierung, Profilierung und Erzeugung der druckfähigen PDF-Dateien findet heute weitgehend automatisch innerhalb von professionellen Layoutprogrammen wie Indesign und XPress statt.

Wenn du also selbst gelegentlich solche druckfähigen Dateien erzeugst, auf welche Weise auch immer, dann tust du das genau genommen nicht als Fotograf, sondern als Grafiker oder Setzer. Dann kannst du natürlich auch selbst entscheiden, wie du die Daten verarbeitest. Normalerweise sind es aber völlig verschiedene Aufgaben, die auch von verschiedenen Spezialisten wahrgenommen werden. Und beim Austausch der Daten spielt TIF heutzutage de facto keine nennenswerte Rolle mehr. Wozu auch? (Spezielle Bereiche wie Kunstdruck, Produkt- oder Modefotografie sind ausdrücklich ausgenommen, machen aber nur einen sehr geringen Teil aller Drucksachen und der darin verwendeten Bilder aus.)

Versuche mal spaßeshalber, bei einer Bildagentur wie Fotolia TIF-Dateien in CMYK unterzubringen. No way. Die verlangen(!) sRGB-JPGs. Und wer kauft diese Bilder? Genau, hauptsächlich Werbeagenturen und Verlage, die diese Bilder für Drucksachen aller Art nutzen. In RGB. Weil es in 90 Prozent der Fälle das einfachste ist. Dafür wird aber gerne eine Auflösungsstufe höher genommen, damit man ein bisschen Spielraum hat.

Aber solche Fachsimpeleien dürften wohl für die wenigsten Leser hier von Interesse sein. Und bevor es jetzt in Klugscheißerei ausartet, wo jeder noch mal schnell ein paar Buzzwords unterbringt, klinke ich mich lieber aus und widme mich wieder der Praxis. Das Entwickeln von Print-Kommunikationsmitteln ist nämlich seit vielen Jahren mein Job.

Nichts für ungut.

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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von wozim » Mittwoch 1. August 2012, 23:11

copytexter hat geschrieben:Wenn du also selbst gelegentlich solche druckfähigen Dateien erzeugst, auf welche Weise auch immer, dann tust du das genau genommen nicht als Fotograf, sondern als Grafiker oder Setzer. Dann kannst du natürlich auch selbst entscheiden, wie du die Daten verarbeitest. Normalerweise sind es aber völlig verschiedene Aufgaben, die auch von verschiedenen Spezialisten wahrgenommen werden.
Wenn Du Bilder für Sience oder Nature einreichst, musst Du diese Kriterien erfüllen.

Und viele Druckereien nehmen Dir zwar diese Aufgabe ab, aber erstens mit einem saftigen Aufpreis und Du hast das Theater des Hin-und-her-schickens bis es passt.

Ich bin nun schon viele Jahre mit wissenschaftlicher Dokumentation beschäftigt und mit sRGB brauche ich keinem Verlag ankommen.
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Re: Bildschirm kalibrieren

Beitrag von ahinterl » Donnerstag 2. August 2012, 08:16

copytexter hat geschrieben:Glückwunsch. Man muss aber schon einen sehr guten Drucker haben und sehr viele Bilder damit drucken, damit sich eine solche Anschaffung überhaupt lohnt. Bei den meisten (auch Berufsfotografen) beginnt und endet der Workflow, um den es beim Farbmanagement ja geht, nämlich am eigenen PC. Alles weitere wird in der Regel von anderen Stellen erledigt: Printservice, Bildagentur oder -redaktion, Grafikabteilung ... Und die haben wieder ihre eigenen Spielregeln.
Dankeschön :)!

Fotografieren ist für mich nunmal ein Hobby. Solang ich kann und will leiste ich mir den Luxus. Natürlich habe ich bei meinen Hobbies auch immer das Wohl meines Geldspeichers im Auge ;), aber meine Hobbies sind für mich Spaßbringer und Freudenspender, deren reelle Auswirkung auf die "Wirklichkeit" die Kapitalvernichtung ist. Insofern denk' ich nicht sooo groß nach, was Sinn macht und was nicht. Ich drucke nunmal gern selber, das gibt mir was, auch wenn's sauteuer ist und vielen sträflich unvernünftig erscheint. Und wenn's nur ein Foto pro Monat ist. Außer Haus drucken macht mir keinen Spaß, deshalb lass' ich's.

Jedem das Seine - frohes Fotografieren!
Andreas

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