Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

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Javier
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Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Javier » Samstag 6. Oktober 2012, 11:57

Liebes Forum,

micht beschäftigt der Unterschied zwischen den o.g. beiden AF-Modi und das Prinzip des 1-Feld-AF wird mir dabei nicht so recht klar. Ich benutze für die G2 das Buch von Frank Späth und irgendnwie verstehe ich die Technik nicht, die hinter dem 1-Feld-AF steckt.

Beispiel: Ich benutze meistens den 23-Feld-AF. Hier gibt es 23 Messfelder und bei der G2 hat man aufgrund des Touchscreens die Möglichkeit, 9 verschiedene Messfeldgruppen durch Fingertippen auszusuchen. Laut dem Buch, hat jede "Messfeldgruppe" 4-6 Messfelder. Dort, wo ich die Messfedlgruppe also ausgesucht habe, stellt der Autofokus also besonders scharf. Bei der Wildlife-Fotografie suche ich also immer eine Messfeldgruppe aus, die dem Kopf- und Körper des Tieres abdeckt. Wenn ich das Tier formatfüllend fotografiere, kann ich meistens nur eine Messfeldgruppe auf dem Kopf "platzieren", dort wird dann besonders scharf gestellt, richtig?

Bei dem 1-Feld-AF kann man durch Betätigung der Richtungstasten das AF-Kreuz, was ja für einen einzigen Messpunkt steht, beliebig platzieren. Und jetzt komme ich nicht mehr mit.....Es gibt jetzt die Möglichkeit, das Kreuz "aufzuziehen", am Einstellrad. Aus dem AF-kreuz wird dann ein Feld mit rechten Winkeln. Welche Konsequenzen hat das "Aufziehen"? Werden dann automatisch alle anderen Messfelder aktiviert, die in diesem aufgezogenen Bereich liegen...? Dieser AF-Modi hat doch nur ein Messfeld, oder nicht? Kann mann also durch das Aufziehen, mehr Messfelder zum Scharfstellen aktivieren, um so über die höchste Messfeldzahl beim 23-Feld-AF (=6 messpunkte) hinauszukommen? Anders gefragt, warum sollte mann das Kreuz aufziehen, wenn von den 23 Messfeldern sowieso nur eines zum Scharfstellen zur Verfügung steht?

Wer weiss hier weiter? Danke!
Javier
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winterhexe
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von winterhexe » Samstag 6. Oktober 2012, 12:14

bin ebenso gespannt auf antworten, denn genau diese frage beschäftigt mich ebenfalls... bisher hab ich nämlich immer gedacht, dass dann eben der schärfebereich genauso gross ist, wie der aufgezogene rahmen...

Lenno

Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Oktober 2012, 12:45

Den 1-Feld-Af Rahmen größer machen bedeutet tatsächlich das ein größerer Bereich zur Scharfstellung herangezogen wird.
Wenn man sich das ganze noch in 3D vorstellt, z.B bei der Porträtfotografie. Hier wird bevorzugt auf die Augen scharfgestellt,
die anderen Bereiche dürfen ruhig etwas weichgezeichneter erscheinen. Wenn ich da aber den 1-Feld AF zu groß einstelle, sagen wir über das ganze Gesicht, kann es passieren, das bei Leuten mit großen Nasen, wie z.B. bei mir, auf diese, und nicht auf die Augen scharfgestellt wird. Deßhalb den Rahmen möglichst klein einstellen und die Augen anvisieren. (Im Falle von Porträtfotografie)
Ist natürlich nur geschickt, wenn sich das Motiv nicht bewegt, genauso wie der Pinpoint AF. Aber mit diesen beiden kann ich eben sehr genau einen ganz bestimmten Bereich scharfstellen.

Lenno

Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Oktober 2012, 13:22

Ich habe mal eben jemanden gebeten ruhigzuhalten ....
Einmal fotografiert mit groß aufgezogenem 1-Feld Autofokus (linkes Bild)
einmal fotografiert, mit ganz kleinem Autofokus, (rechtes Bild,)
Man kann sehr gut erkennen das beim groß aufgezogenen Feld mehr Bereiche hinzugenommen werden,
sehr schön zu sehen am Fell und Fuchsnase von der Fuchshaube.
Beim kleinen AF Feld wird wirklich nur der kleine Bereich scharfgestellt, ich habe bei beiden extra mit Offenblende mit dem 14mm
Objektiv, fotografiert um eine kleine Schärfentiefe zu haben. (auf Stativ)

1.jpg
1.jpg (324.46 KiB) 4842 mal betrachtet
Für eine vergrößerte Ansicht einfach aufs Bild klicken.
Bildschirmfoto 2012-10-06 um 14.08.43.jpg
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Rolf
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Rolf » Samstag 6. Oktober 2012, 13:39

In diesem Zusammenhang fällt mir noch eine andere Frage ein:

Beeinflusst der AF eigentlich den Programmshift bei "P"?
Konkret: Wird die Blende weiter geschlossen, wenn der AF (z.B. im 23-F-Modus) "erkennt", dass dass die zu fokussierenden Objektive eine große Tiefenstaffelung aufweisen?

Gruß
Rolf
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Lenno

Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Oktober 2012, 13:54

Das Programm "P" schlägt erstmal eine Blende/Zeitkombination vor.
Man kann dann manuell, so wie du sagst das Programm shiften, und die Blende vergrößern oder verkleinern,
womit man natürlich auch Einfluss auf die Schärfentiefe nimmt.
Das dies den 23 Feld AF beeinflusst, kann ich mir nicht vorstellen, er wird genauso arbeiten wie sonst auch,
aber dadurch das du durch das shiften Einfluss auf die Schärfentiefe nimmst, bekommst du auch unterschiedlich
aussehende Bilder, mit je nachdem größerer oder kleinerer Schärfentiefe.

Rolf
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Rolf » Samstag 6. Oktober 2012, 14:08

Lenno hat geschrieben:... Das dies den 23 Feld AF beeinflusst, kann ich mir nicht vorstellen, ..
Ich meinte genau andersrum, Lenno: Ob die die AF-Messung die Programmautomatik beeinflusst, so dass bei großer Tiefenstaffelung der Objekte eine kleinere Blendenöffnung gewählt wird (wobei ich vermute, dass keine Beeinflussung stattfindet)

Gruß
Rolf
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Lenno

Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Lenno » Samstag 6. Oktober 2012, 14:13

Ich denke eigentlich nicht, versuche doch mal mit Programm P ein Motiv anvisieren, einmal mit dem 1Punkt AF und schalte dann um auf das 23Feld Af, ändert sich dann etwas in der Blende/Zeit Vorwahl die das Programm P vorschlägt.?

Rolf
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Rolf » Samstag 6. Oktober 2012, 14:21

Soweit ich das auf die Schnelle testen konnte, ändert sich nixxx . . .

Gruß
Rolf
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von available » Samstag 6. Oktober 2012, 16:29

Hallo Javier und liebe Lumixer,

ich denke Lenno hat die verschiedenen AF-Felder ganz gut erklärt.

Leider kann ich Deinen Kenntnisstand nicht einschätzen, aber ich hole mal ganz groß aus weil ich denke, dass es für den ein- oder anderen vielleicht von Interesse sein könnte.


Man muss sich aber bei der ganzen Schärfethematik, welche in meinen Augen einen sehr (besonders bei mFT, das der kontrast AF zwar schnell ist, aber der Teufel öfters im Kontrast liegt) hohen Stellenwert hat über eines im klaren sein.

Es gibt nur eine Ebene (Kalotte in genau einer Entfernung um die Kamera) welche wirklich in Abhängigkeit von den technischen Randbedingungen der Kamera/Objektiv und atmosphärischen Bedingungen wirklich scharf ist. Je weiter sich Objekte von dieser Entfernung entfernen desto größer werden die Zersteruungskreise und unschärfer wird das Bild in diesem Bereichen. Dies fällt bei Vergrößerungen nochmals mehr ins Gewicht, da die Zersteuungskreise nochmlas vergrößert werden.

Früher (bis in die 80er Jahre) bevor es den AF gab wurde nur von Hand scharfgestellt und der Fotograf musste aktiv entscheiden wo der Fokus liegen soll. Das war aus oben genanntem Grund natürlich absolut richtig so und der Fotograf hatte und hat bei benutzung des MF auch immer noch die volle Kontrolle über das Bild!

Dann wurde durch Konika der AF eingeführt. Eine für Fotografen bedeutende Erleichterung bei vielen Themengebieten, mit welchem frühere "Jahrhundertaufnahmen" mit unten genannten Einschränkungen weitaus leichter zu bewerkstelligen waren.

Ich bin nicht der absolute AF-Experte. Das ist ein seht komplexes Thema, aber soviel dazu.
Es gibt neben dem AF-System (Phasen- oder Kontrast-AF; inzwischen auch Hybride) eben wie Du geschrieben hast auch an den Gs die Möglichkeit Einzel oder Mehrfeld in unterschiedlichen größen und Positionen zu einzusetzten. Was ist der Vor- und Nachteil?

Der Vorteil des sehr kleinen 1-Feld AF ist, das dieser genau das macht was der Fotograf früher mit dem MF tat (Vorraussetzung Licht und Kontrast sind ausreichend vorhanden)
Die Schärfe wird bei genauem Arbeiten exakt positioniert und den Rest macht der gute Fotograf mit Kenntnis seiner Senorgröße, Auflösung der Kamera, die Blendeneinstellung, den Abstand zum Motiv und zum Hintergrund und durch die Brennweite (Ingesamt Schärfentiefe).

Der Nachteil ist, dass dieses Vorgehen für Schnappschüsse ungeeigneter, da langsamer ist. Die Qualität ist aber am höchsten und man ist normalerweise schneller als mit dem MF!
Bei Landschaftsaufnahmen oder in der Architektur ist das kleinste Einzelfeld neben dem MF die beste Wahl, da normalerweise genügend Zeit vorhanden ist und man eine Wahl der Fokuslage auch mit diversen anderen Parametern abstimmen kann. (Schärfentiefe)
(Übrigens, sobald der Einfeld-AF der Gs mit sehr kleiner Feldeinstellung zu wenig Licht für die Fokusbestimmung zur Verfügung hat stellt er auf das maximale Einfeld um.)

Für schnelle Motive und Schappschüsse bei denen man die richtige Position des kleinen AF-Feldes nicht voraussehen kann muss man allerdings mit Qualitätseinbußen nun etwas anders vorgehen um noch gute Ergenisse erzielen zu können.

Man überlässt sozusagen der Kamera mehr oder weniger die ganze Geschichte mit dem Nachteil, dass der Fokus eventuell eben nicht (ganz) passt.
Die Ungenauigkeiten resultieren aus einem von der Kamera gewähltem falsch positioniertem Feld, einer zu großen Feldgröße oder einer ungünstigen Mittellung mehrerer Felder.

Um ganz große Fehler auszuschließen wurde dieser Mehrfeld-AF eingeführt welcher dann selbstständig eben diese Mittellung der Entfernungen berechnet und diese dann wählt. Egal ob irgendein Gegenstand innerhalb des Bildes genau in dieser Entfernung liegt. Wahrscheinlich ist aber inzwischen etwas mehr intelligenz in diesem Mehrfeld-AF vorhanden. (Genaueres wissen Experten.)

Ich denke mir, dass das ganz große Einzelfeld den größten Kontrast für einen Entfernungsentscheidung wählt. Der Mehrfeld-AF ohne Anwählung einzelner Felder sucht auch den stärksten Kontrast. Diesen jedoch in mehreren Feldern und mittelt die Werte um die Entfernungseinstellung vorzunemen.

Dann gibt es, wei Du geschrieben hast noch die Möglichkeit mehrere Felder auszuwählen oder eine bestimmten Bereich im Motiv für die Entfernungsermittlung zu bestimmen.
Mit beiden Vorgehen werden die 23 Felder eingegrenzt.

Alle AFs (aber auch immer noch der MF) haben also ihre Vor- und Nachteile. Man muss sie richtig verstehen und je nach Themenfeld einsetzen.

Ich hoffe, ich habe mich einigermaßen verständlich ausgedrückt. Das ist auf die Schnelle immer etwas schwerer.

Viele Grüße und gutes Licht

Andreas
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von Javier » Samstag 6. Oktober 2012, 17:01

Vielen Dank an Lenno und insb. an Andreas.

Das Thema ist, wie ich es mir schon gedacht habe, wirklich sehr komplex und in der Kürze, wie es in dem Buch beschrieben worden ist, ließ es noch viele Fragen offen (für mich jedenfalls).

Bei sich bewegenden Tieren, habe ich immer, so wie du auch folgerichtig hervorgehoben hast,

("Für schnelle Motive und Schappschüsse bei denen man die richtige Position des kleinen AF-Feldes nicht voraussehen kann muss man allerdings mit Qualitätseinbußen nun etwas anders vorgehen um noch gute Ergenisse erzielen zu können.")

nicht den 1-Feld-AF benutzt, sondern eine der Messfeldgruppen genutzt, nur die Schärfe war nicht immer gegeben. Die Verwirrung kam jetzt auf, als ich das Buch von Uwe Skrzypczak (Wildlife-Fotografie speziell für die Serengetie) gelesen habe. Dort gibt es für jedes Bild eine Empfehlung, ob 1-Feld-AF, Mehrfeld-AF oder Tracking bevorzugt gewählt werden sollte.

Ich bin in 3 Wochen im Urlaub und werde es jetzt mal bei passenden Motiven und stimmenden Aussenbedingungen mit dem 1-Feld-AF versuchen und was ins Forum einstellen.

Danke und Gruss
Javier
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Re: Frage zu 23-Feld-AF und 1-Feld-AF

Beitrag von ahinterl » Samstag 6. Oktober 2012, 17:49

Kurz mein Senf, Andreas (der andere) hat das bereits sehr gut erklärt (ich setze voraus, dass Kontrast-AF verwendet wird):

In einem Satz:
Anzahl, Größe und Anordnung von AF Feldern bestimmen die Fläche im Bild, in der der Autofokus nach Kontrasten für die Schärfeeinstellung suchen darf.

Der Autofokus sucht dabei nach einem Algorithmus, der nur dem Hersteller bekannt ist.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Fläche, in der gesucht werden darf, desto unvorhersehbarer ist es, wo der Autofokus letztendlich scharfstellt. Will man besser vorhersehbare Resultate, muss man also diese Fläche verkleinern. Das kann man entweder durch Verringerung der Anzahl an AF-Feldern erreichen, oder, indem man ein einziges AF-Feld möglichst klein macht.

Nachteil bei kleinen AF-Flächen: Nachdem nur wenig Fläche für die Suche nach Kontrasten zur Verfügung steht, kann es sein, dass der Autofokus mangels geeigneter Kontraste gar nicht scharfstellen kann. Bei großen Flächen ist die Chance naturgemäß größer, verwertbare Kontraste zu finden - nur eben nicht unbedingt dort, wo der Fotograf das will ;).

Hoffe, das hilft :)
Andreas

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