Labor für heutige Profis?

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Horka
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Labor für heutige Profis?

Beitrag von Horka » Montag 30. März 2015, 22:06

Ich habe, während ich auf meine Kamera wartete, mit der (natürlich) jungen und hübschen Azubi geklönt. Sie lernt, glaube ich, Fotoberaterin und Fotofachverkäuferin. Im Rahmen der Ausbildung gehen sie auch einige Zeit ins Labor.

Ist das nicht vertanene Zeit, bringt das was fürs Berufsleben? (Ich finde es gut, aus Sentimentalität?)

Horst
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partisan
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von partisan » Montag 30. März 2015, 22:14

Ich sehem das etwas anders: eben fundamentals!

Wir haben uns ja vor 2 Jahren mal etwas "gestritten" über das Zonensystem Horst, Push-Prozesse etc (damals ging es um die Belichtungsmessung).
Nicht, dass ich das drauf habe, aber das sind eben die fundamentals die sich nicht ändern, ich denke sie kann hier sehr viel lernen, auch über Papier etc und auch um generell ein Auge zu bekommen.

Ein Freund von mir ist Künstler und einer der letzten ausgebildeten Schriftsetzer im Lande , geschadet hat ihm das gewiss nicht :D

Ich finde es wirklich prima, dass sie diese Einblicke bekommt!
Jeder ernsthafte Fotograf (ich rede nicht von mir!) sollte wohl auch mal eine Zeit lang mit einer Mittelformat losziehen finde ich.


** mat
Lumix GM1, Oly OMD 5 II; pan 7-14mm, pan 12-32mm, pan 14mm, Voigtländer 17,5mm, pan 20mm, pan 25mm f 1,4, oly 45mm, pan 100-300mm, oly 300mm f4; Sirui T-025X mit C-10X, Manfrotto 190 CLB, Benro KB-2; PS CS6, LR6, Nik

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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von basaltfreund » Dienstag 31. März 2015, 07:24

Das macht bestimmt Sinn den Prozess von A bis Z zumindest mal die Nase reingesteckt zu haben.
Ob das was heute Labor bedeutet noch was mit Auflichtprojektor, Belichtungsflüssigkeit und Fixierer zu tun hat wage ich aber zu bezweifeln.
viele Grüsse aus der Eifel Michael
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Janer
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von Janer » Dienstag 31. März 2015, 07:55

Egal in welchen handwerklichen Beruf, überall gibt es Lehrgänge, dort werden bestimmt Sachen noch nach der alt herkömmlichen bzw. nach dem alten Verfahren gemacht!
So wie ich damals in meiner Dachdeckerlehre das Setzen der First bzw. Gradhauben in Mörtel drauf haben musste, was dann wiederum nur in zur Prüfung angewendete wurde, denn in der Praxis wurde es nie mehr so gemacht, auch werden die Dachziegel heute nur noch mit der Flex geschnitten, auf Lehrgang musste alles mit der Zange und per Hand gemacht werden.

Von daher ist das schon alles richtig so... ;)

Gruß Jan
Zuletzt geändert von Janer am Dienstag 31. März 2015, 07:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von Binärius » Dienstag 31. März 2015, 07:56

Man entwickelt ein sehr genaues Gespür für Farbstiche im Bild, wenn man diese mit Filtern im Vergrößerungsgerät ausmerzen will (muss).
Das kann man auch heute noch in der Digitalfotografie gut gebrauchen.
Nur mal so als Beispiel. ;)
Gruß Binärius aka Jens

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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von Guillaume » Dienstag 31. März 2015, 09:04

Ich halte das nicht für vertane Zeit, sondern für ausgesprochen wichtig. Ganz allgemein ist mir die Ausbildung heutzutage zu scheuklappenartig auf's jeweilige Ziel gerichtet. Vernachlässigt wird leider das Erlangen von Allgemeinwissen (die sogenannte geniale Halbbildung). Spezialisieren muss man sich nachher im Job sowieso - hat dann aber m.E. einen wesentlich größeren Wissenshintergrund, der nicht schaden sollte. Also ab mit dem Stift ins Labor :lol:
liebe Grüße.
Peter


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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von ThomasT » Dienstag 31. März 2015, 16:15

basaltfreund hat geschrieben:Belichtungsflüssigkeit
Meinst du Entwicklungsflüssigkeit oder tatsächlich Belichtungsflüssigkeit.

Wenn dann wäre das interessant. Ich kannte "Naßabtastung" nur von Cinefilm beim Filmabtaster.
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von ThomasT » Dienstag 31. März 2015, 16:17

Binärius hat geschrieben:Man entwickelt ein sehr genaues Gespür für Farbstiche im Bild, wenn man diese mit Filtern im Vergrößerungsgerät ausmerzen will (muss).
Das kann man auch heute noch in der Digitalfotografie gut gebrauchen.
Nur mal so als Beispiel. ;)
Yup. Ich konnte das früher sehr gut schätzen. Jede Fehlschätzung kostete 30 min Zeit.
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von jessig1 » Dienstag 31. März 2015, 17:00

Hallo,

da kann sie sich glücklich schätzen, daß sie so was "Altes" noch lernen darf.

Mein Junior, jetzt Kfz-Mechaniker, hatte in seiner Lehrzeit nie etwas über Vergaser gehört/gelernt.
Gruß Jürgen

Alle wußten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wußte das nicht und hat es einfach gemacht.

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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von x-DIABLO-x » Dienstag 31. März 2015, 17:11

Ich denke mal das irgendwann mal wieder nen Boom kommt wo einige viele auf Analog machen wollen, wohl weil jeder viele digitale Bilder machen kann, da sie ihre Ansprüche höher schrauben wollen. Man überlegt sich 2mal ob man bei analog das Bild macht als bei digital wo man jeden Sch... auf die SD-Karte bannt. Und da kann man froh sein wenn man jemanden findet der nen bissel Ahnung hat vom Labor.
Gruß Sven

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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von Lenno » Dienstag 31. März 2015, 19:26

Horka hat geschrieben:Ich habe, während ich auf meine Kamera wartete, mit der (natürlich) jungen und hübschen Azubi geklönt. Sie lernt, glaube ich, Fotoberaterin und Fotofachverkäuferin. Im Rahmen der Ausbildung gehen sie auch einige Zeit ins Labor.

Ist das nicht vertanene Zeit, bringt das was fürs Berufsleben? (Ich finde es gut, aus Sentimentalität?)

Horst
Keinesfalls, da ich ja auch diese Ausbildung vor zig Jahren mal durchlaufen habe,
kann ich verraten das es sehr bei der Bildbearbeitung hilft.
Gewisse Werkzeuge in Photoshop kann man wohl besser benutzen weil man das mal vor langer
Zeit per Hand gemacht hat - und deshalb weiß wie es reagiert.

Ein Farbverständnis wie ein Foto aussehen sollte dauert - hjm ja, eben genau so lang wie die Ausbildung.

Für SW - würd ich die gleiche Zeit nochmal draufschlagen, könnte aber sein daß das von Typ zu Typ verschieden ist,
ich habe mich mit SW schwerer getan. Wenn ich gesehen habe wie mein Vorgesetzter in der SW Abteilung für tolle
SW Bilder gemacht hat, mit dem richtigen Kontrast und den verschiedenen Gradationen, hab ich immer nur gestaunt.
SW ist eben nicht SW.

Leider bekommen die heutigen Azubis nicht mehr so viel von all dem mit, besonders wenn es nur ein kleiner Laden ist,
von Vorteil war wenn man in einem Fotolabor alle Bereiche einmal durchlaufen konnte.

Vermissen tu ich trotzdem nichts, komplimentäre Farbstiche ausfiltern, damals unmöglich - heute kein Problem, Juhu!

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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von Horka » Mittwoch 1. April 2015, 08:37

Ich finde es gut, wenn die jungen Leute ins Labor gehen. Sie haben ja noch einige Zeit mit analogen Filmen (und deren Nutzern) zu tun. Dann ist es gut, wenn man auch praktische Erfahrung mit der Verarbeitung hat.

Aber ist das manuelle Umgehen mit Filtern wirklich besser für das Farbenverständnis als die heutigen didaktischen Möglichkeiten am Computer?

Ich weiß, wie man aus Transistoren Gatter bildet und aus Gattern Computer. Das bringt mir beim Umgang mit Rechnern keinen Vorteil gegenüber den Leuten, die sich mit heutigen Mitteln dem Thema nähern. Ähnlich sehe ich das auch bei der Bildverarbeitung.

Horst
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von Guillaume » Mittwoch 1. April 2015, 12:55

Auf der anderen Seite würde ich gern wieder einmal mit meiner Mittelformatkamera losziehen. Habe ich aber nach den letzten drei sw Filmen nicht mehr gemacht, weil jedes von mir gewählte Labor die Negative mit Flecken und mit entwickelten Fusseln zurück gegeben hatten. Die Nachbearbeitung per Scanner mit Fussel-rausrechnen-Möglichkeit war mir zu aufwendig, weil der Scanner nicht alles raus gerechnet hatte. Wahrscheinlich hatten die nen Rentner reaktiviert und ihm einen Pott alte Entwicklersoße in die Hand gedrückt :mrgreen:
liebe Grüße.
Peter


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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von mikesch0815 » Mittwoch 1. April 2015, 13:08

Ich tendiere persönlich eher zu einem "Nein, braucht man nicht". Zum einen, weil die nun übliche Software, egal ob Lightroom mit Photoshop, DxO und Co viel mehr Lerneffekte hat (sofortiges Sehen), zum anderen weil irgendwann "alter Ballast" wegfallen sollte. Wenn es jemanden interessiert, wird er sich eh damit befassen.

Und Colormanagment ist so komplex und eine Welt für sich, daß einem dort Anleihen aus der analogen Zeit nur bedingt helfen.

so weit
Maico
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ThomasT
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Re: Labor für heutige Profis?

Beitrag von ThomasT » Mittwoch 1. April 2015, 13:19

Horka hat geschrieben: Aber ist das manuelle Umgehen mit Filtern wirklich besser für das Farbenverständnis als die heutigen didaktischen Möglichkeiten am Computer?
Ich bezweifel das.
Zumal man heute die komplette Gradationkurve (sogar für alle Farbkanäle getrennt - man hat ja bekanntlich in Photoshop davon 10!) kompliziert verbieten kann.
Gradationskurven sind das wichtigste Tool für Farbkorrektur.

Welche Grund, ausser Nostalgie, soll es für Analog geben. Digital ist heute besser als analog je war. Und das sage ich der sich lange geweigert hat, auf digital zu setzen. Noch 2006 habe ich analog photographiert.
Man mag die Verbilligung durch die digitale Technik bedauern. Aber die richtige Reaktion heisst nicht(!), deswegen auf andere alt und neu teure Nischen zu setzen. Sondern es den ganzen Knipsern zu zeigen, in dem man gute Photos mit wow-Effekt macht. Die Technik wird mehr und mehr irrelevant. Sie wird immer billiger und besser und Amateurkram und Profikram nähern sich qualitativ an. Der Profi hat neben der reinen Bildqualität noch ein paar andere Anforderungen. Es kommt nicht mehr darauf an, Technik zu besitzen und zu beherrschen. Sondern auf die "künstlerische Vision", auf das Auge. Ich bedaure diesen Trend auch. Sowohl beim Bild als auch beim Ton verstehe ich mich primär als Techniker. Und dann erst als "Künstler" der lediglich Content für die Technik bereitstellt. Die Technik fällt weg. Wir nähern uns als Photographen den Zeichnern an. Deren Technik (Bleistift) ist saubillig und hat jeder daheim. Trotzdem können einige Zeichnen und andere nicht. Niemand zeichnet besser, weil er einen besseren Stift hat. Bei technikbasierten Künsten denken das aber immer noch viele.
Blick fürs Bild. Blick für die Farben. Wissen was Zahlenwerte bedeuten. Verständnis von Physik und Sehprozessen. Welche Farbe hat z.B. (sRGB 8bit) ein Farbwert von (100, 50, 10)? Na, wer kann das sofort sagen und die Farbe auf einem Farbfächer zeigen?
Die meisten drehen doch nur an den Reglern ohne zu überlegen, was da mit den Pixel passiert. "heller" ist für die einfach nur heller. Aber was bedeutet heller mathematisch?
Grundlagen der Signaltheorie, qualitativ, sollte man auch kennen. Was ist Nyquisttheorem? Was ist Aliasing?
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