Datensicherung auf M-Disk

Hier könnt Ihr Euch, völlig unabhängig davon, welche Kamera Ihr besitzt, über Themen rund um die Fotografie unterhalten und Bilder präsentieren.
Benutzeravatar
Easy
Beiträge: 560
Registriert: Samstag 22. Dezember 2012, 15:08

Re: Datensicherung auf M-Disk

Beitrag von Easy » Mittwoch 12. August 2015, 12:26

Lenno hat geschrieben:Fotos auf Archiv-Fotopapier drucken lassen. Bei guter Entwicklung mit anschliessender guter Wässerung und guter Lagerung
sind 100 Jahre realistisch.
Hallo David,
aus Unwissenheit und Neugier...was kostet der laufende Meter Archiv-Fotopapier?

Danke.
blaue_elise hat geschrieben:da ich keine staatsgeheimnisse fotografiere und mein berühmtheitsgrad sich (entgegen meiner persönlichen meinung) sehr eingeschränkt darstellt, habe ich mich neben der sicherung auf einer gespiegelten externen festplatte für meine time capsule und eine cloud als weitere externe sicherung entschieden.
Hmmm, cloud lehne ich grundsätzlich ab, da ich noch einigermaßen die irrige Vorstellung haben will, irgendwie doch noch Herr über meine Daten zu sein. :mrgreen:

Ich finde die Bankschließfachvariante gar nicht so übel.
Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass etwas von außen passiert (Wasser, Strahlung, Einbrecher...etc.) doch sehr gering, da zum anderen auch gleichbleibende klimatische Bedingungen herrschen.
Weiterhin ist es eben keine Sicherung, die hinter mir im Schrank liegt, sondern noch einmal räumlich außerhalb.
Wenn bei uns was brennt, ist im Zweifel auch meine 2. Festplatte futsch und die verkohlten und verschmolzenen SD-Karten und USB-sticks müssten auch erst einmal wieder gesucht und ausgelesen werden.
Zuerst - DMC-LX 2 -> vergessen in einer LH-A380
Danach - DMC-LX 5 -> "versenkt" auf La Graciosa
Jetzt - DMC-LX 7 -> es gibt sie noch = HURRA!!!
..volle Kanne bei https://www.flickr.com/photos/holgileinchen/

Benutzeravatar
icetiger
Beiträge: 3446
Registriert: Sonntag 18. September 2011, 09:20
Wohnort: Mittelfranken

Re: Datensicherung auf M-Disk

Beitrag von icetiger » Mittwoch 12. August 2015, 22:52

Na, da habe ich ja ganz schön was ausgelöst mit meiner Frage.
veo hat geschrieben:Mal ganz ketzerisch gefragt: Muss man wirklich die elektronischen Daten mit sehr viel größerem Aufwand sichern, als alles andere einschließlich der Erbstücke, was man über die Jahre angesammelt und liebgewonnen hat? Die Truhe mit dem Leinen der Urgroßmutter ist auch weg nach einem Brand.
Ja und nein: Die Truhe mit den Erbstücken lässt sich natürlich nicht einfach kopieren und irgendwo lagern. Dafür ist der Verlust vielleicht doch eher zu verschmerzen, als der Verlust von tausenden Fotos oder - noch schlimmer - wichtigen aktuellen Unterlagen. Gegen Feuer und Hochwasser ist die Truhe natürlich auch empfindlich, gegen Fehlbedienung oder ähnliches aber bei weitem nicht so sehr. Ein kurzer Spannungsimpuls, ein unbedachter Mausklick, einmal im falschen Moment gestolpert - schon kann heute alles verloren sein.

Anders ausgedrückt: Die alten Ägypter hatten eine sehr unempfindliche Speichertechnik, Backup war da eher unnötig. Die Schreib- und die Zugriffsgeschwindigkeit waren sehr gering, besonders handlich waren die Datenträger (Steintafeln) auch nicht gerade. Wenn eine Steintafel zerbrach, konnte man diese Fragmente dafür auch nach Jahrhunderten wieder herstellen.

Deutlich verbessert waren Schreib- und Zugriffsgeschwindigkeit und auch die Handlichkeit schon bei den alten Papyrusrollen. Die Haltbarkeit war gegtenüber den Steintafeln dafür nicht mehr so gut - aber immer noch besser, als bei heutigem Papier.

Heute haben wir Datenträger mit extrem hoher Speicherdichte bei gleichzeitig extrem kurzen Schreib- und Lesezugriffen sowie sehr komfortabler Suchfunktion. Dafür sind dies Datenträger deutlich empfindliocher, als die Steintafeln oder Papyrusrollen. Ein Backup ist unumgänglich. Klar, man kann seine Daten in die Cloud auslagern (bis zu welcher Menge eigentlich?) - um die Sicherung kümmern sich neben dem (neugierigen?) Betreiber dann auch NSA, BND, KGB usw., auch wenn noch nicht geklärt ist, wie man im Bedarfsfall wieder an seine Daten kommt. Ein wichtiger Unterschied zur Steintafel und zur Papyrusrolle ist, dass man heutige Datenträger nur noch mit Hilfsmitteln (z.B. geeigneten Laufwerken) auslesen kann. Ältere Datenträger konnte man noch mit bloßem Auge (und dem richtigen Decoder (Sprachkenntnis)) auslesen.

So gesehen ist mir, damit komme ich zur ursprünglichen Frage zurück, grundsätzlich eine Sicherung auf eigenen Datenträgern doch deutlich sympathischer. Wie sicher die M-Disk wirklich ist, weiß hier aber offensichtlich auch niemand. Wie die Entwicklung weiter geht und ob die angedachten Nachfolger je wirklich erscheinen und sich durchsetzen, das steht natürlich noch in den Sternen.

Ach ja, das passt zwar nur bedingt zum Thema, aber hier noch ein Beispiel, dass auch früher manche Anwender mit der gerade aktuellen Technik ihre Probleme hatten https://www.youtube.com/watch?v=brAlzKHYFnA. :D

Icetiger

Benutzeravatar
veo
the artist formerly known as G3X
Beiträge: 6393
Registriert: Sonntag 29. April 2012, 13:27
Wohnort: Kurz vor Dänemark

Re: Datensicherung auf M-Disk

Beitrag von veo » Donnerstag 13. August 2015, 08:41

icetiger hat geschrieben:Wie die Entwicklung weiter geht und ob die angedachten Nachfolger je wirklich erscheinen und sich durchsetzen, das steht natürlich noch in den Sternen.
Nicht so weit weg. Der Trend geht ganz klar weg von den rotierenden Scheiben. Die Zukunft ist Fest- (USB-Stick, SSD) und Netzwerkspeicher. In spätestens 5 Jahren wirst Du Probleme haben, Treiber für Deine Scheiben zu finden ... und dann wirst Du einen Aufwand treiben müssen, wie die Archäologen mit den alten Ägyptern ;)
GX9+Vario 3,5/14-140+Vario 100-300+GII 1,7/20+M.Zuiko 1,8/45+Fisheye 8,0/9+Sigma 28-200 (Minolta adaptiert), TZ101, Sirui T-025X, Capture One 20
https://www.visionen-online.eu
Im Lumix-Foto- und Video-Forum: Kritische Bildbetrachtungen willkommen!

panne
Beiträge: 330
Registriert: Freitag 12. Oktober 2012, 16:10

Re: Datensicherung auf M-Disk

Beitrag von panne » Donnerstag 13. August 2015, 15:49

veo hat geschrieben:
icetiger hat geschrieben:Wie die Entwicklung weiter geht und ob die angedachten Nachfolger je wirklich erscheinen und sich durchsetzen, das steht natürlich noch in den Sternen.
Nicht so weit weg. Der Trend geht ganz klar weg von den rotierenden Scheiben. Die Zukunft ist Fest- (USB-Stick, SSD) und Netzwerkspeicher. In spätestens 5 Jahren wirst Du Probleme haben, Treiber für Deine Scheiben zu finden ... und dann wirst Du einen Aufwand treiben müssen, wie die Archäologen mit den alten Ägyptern ;)
Ich denke das siehst du, zumindest für den professionellen Bereich, falsch. DAS Datensicherungsmedium ist seit vielen Jahren unverändert das (Magent-) Band, eine Langzeitarchivierung erfolgt durch turnusmäßiges Umkopieren. Der Trend geht eher HIN zu rotierenden Scheiben, nämlich hin zu Festplatten, als Backup-To-Disk Schritt vor der Asynchronen Sicherung auf Bänder.

Das müssen wir Amateure nicht unbedingt nachmachen, mein Ansatz: Arbeitsdatenbstand lokal auf Festplatte, Backauf auf NAS im Netz, Backup von NAS auf USB-Festplatte. Die mobilen Festplatten lassen sich ggf. auslagern (Bank). Das ist kosteneffektiv und mit etwas Umsicht ist man auch vor Anwenderfehlern geschützt. CD, DVD und BlueRay sind nicht als Datensicherungsmedien geeignet, die Fehlerwahscheinlichkeit ist zu hoch.

Gruß
panne
GF3, E-M1.2, E-P5 ...

Benutzeravatar
veo
the artist formerly known as G3X
Beiträge: 6393
Registriert: Sonntag 29. April 2012, 13:27
Wohnort: Kurz vor Dänemark

Re: Datensicherung auf M-Disk

Beitrag von veo » Donnerstag 13. August 2015, 15:57

Da sind wir ganz einer Meinung, panne! über den gewerblichen Bereich habe ich nicht geschrieben. Da wird das Tape noch lange weiter existieren. Hier ging es um DVD und Konsorten. Die sind klar am Aussterben und die Sonderformen davon zuerst.
GX9+Vario 3,5/14-140+Vario 100-300+GII 1,7/20+M.Zuiko 1,8/45+Fisheye 8,0/9+Sigma 28-200 (Minolta adaptiert), TZ101, Sirui T-025X, Capture One 20
https://www.visionen-online.eu
Im Lumix-Foto- und Video-Forum: Kritische Bildbetrachtungen willkommen!

Benutzeravatar
Easy
Beiträge: 560
Registriert: Samstag 22. Dezember 2012, 15:08

Re: Datensicherung auf M-Disk

Beitrag von Easy » Freitag 14. August 2015, 12:49

Bänder sind schon ziemlich lange still und leise auf dem Rückzug.
Die Geschichte mit den Treibern für rotierende Platten wird viel eher auf Bandlaufwerke zutreffen.

Einfaches Beispiel, wie schnell waren die Zip-Laufwerke vom Markt, und die waren gut.
Dann kippte das langsam aber sicher auf die Bandlaufwerke.
Mögen diese als Sicherheitslaufwerke im profess. Serverbereich noch etwas länger überleben, stellt sich diese Frage im privaten m.E. gar nicht mehr.
Wer hat noch ein brauchbares Bandlaufwerk mit > win 7-Treibern?! ;)
An meiner letzten Arbeitsstelle haben wir beim Serverwechsel (NAS-System) 2012 von Band auf USB-Sicherungen umgestellt, da für die alten Bandlaufwerke (UNIX) keine Treiber mehr auftreibar waren und neue Bandlaufwerke von der Kosten-Nutzen-Relation nicht in Frage kamen.
Zuerst - DMC-LX 2 -> vergessen in einer LH-A380
Danach - DMC-LX 5 -> "versenkt" auf La Graciosa
Jetzt - DMC-LX 7 -> es gibt sie noch = HURRA!!!
..volle Kanne bei https://www.flickr.com/photos/holgileinchen/

Antworten

Zurück zu „Allgemeine Fotografie-Diskussionen“