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von Rossi2u » Montag 12. März 2018, 13:39
Die Größe der Offenblende, die Brennweite und die Abstände zwischen Kamera, Motiv und Hintergrund sind schonmal die technischen Faktoren die da rein spielen. Die kannst Du nicht beeinflussen bzw. nur insofern, dass Du die Abstände entsprechend wählst.
Es gibt aber noch weitere Punkte, die beim "Rendering" des Bokehs eine Rolle spielen. Da sind Objektivkonstruktion, Anzahl und Art der Linsen, die sich beim Bokeh bemerkbar machen. Und da hat ein (Mega-)Zoom wie das der FZ82 mit ihren X Linsen im Strahlengang schonmal konzeptbedingte Eigenschaften, leider meist nachteiliger Art, was das Bokeh angeht. Denn die Festbrennweiten in den Smartphones haben weniger Linsen und damit auch eine geringere Anzahl von Übergangsflächen und Materialunterschieden, in denen dann der ganze Unfug angestellt wird, der mühsam auskorrigiert werden muss/müsste.
Und dann arbeiten Smartphone-Kameras meist noch mit hinterhältigen Tricks, die die Fotokameras nicht drauf haben: Sie bearbeiten die Bilder stärker - teilweise sogar bis es (bzw. die Farben) knallt/en. Daher gehe ich schwer davon aus, dass die Bildbearbeitung in den Smartphones ihr Teil dazu beiträgt, dass das Bokeh, speziell wenn man dann noch in irgendwelche Portrait-Modi schaltet, massiv "cremig" gerechnet wird. Die Smartphone-Hersteller (bzw. die Programmierer der Fotosoftware in den Smartphones) scheren sich nicht um authentische Bilder - die müssen "convenient" sein, also allen Nutzern so gut gefallen, dass sie die dedizierten Kameras zu Hause lassen. Allen Bedien- und Nutzungskrücken zum Trotz ...
Da muss man die Bilder kaum sehen, um den Grund dafür festzustellen ... Ähnliche Kommentare hab ich schon gehört, als die selige EOS 30D (oder war es schon die 40?) auf den Markt kam: "Meine Kompakte macht ja schönere Bilder als die Spiegelreflex." Schönere - ja - weil sie nämlich in der kompakten Kamera schon bearbeitet wurden wie sonst was. DSLRs haben sich das damals noch verkniffen, da war ohne "Entwicklung" der Bilder kein bzw. kaum Staat zu machen ... Ich arbeite in einem technikaffinen Umfeld, und als der Kollege das Jammern über die "schlechten" Bilder aus der EOS anfing, wurde er herzlich ausgelacht ...
Ähnliches wird hier passiert sein - abzüglich des Auslachens, denn so etwas kann nicht jeder wissen, der irgendwie in die Fotografie reingespült wird, ohne vorher schon Berührungspunkte dazu zu haben. Im Zweifelsfall wird die Bearbeitung auf den ersten Blick auch besser aussehen als etwas, was aus einer DSLR mit Kleinbild-Sensor herauskommt - und erst recht auf dem winzigen Smartphone-Display. Aber wehe man guckt mal genauer in das Bild hinein oder versucht, es zu vergrößern ...
Pana GH3+BGGH3|12-35|45-150|14|20 II
Oly E-PL7|45|C-180 1,7x
Fujifilm X10
K. Rockwell: "Even Ansel said: The single most important component of a camera is the twelve inches behind it."
Ich hoffe, nicht auf verlorenem Posten zu stehen...