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von LedZep » Sonntag 7. April 2013, 16:23
Mal 'ne Meldung zum Zwischenstand:
ich bin Lennos Vorschlag zum Konvertieren der RW2s meiner GH3 gefolgt.
Werde von nun ab alles in DNGs umwandeln, zumal meine kleine Olympus ja wieder ein eigenes RAW Format in Form der ORFs mitbringt.
Dann habe ich alles einheitlich in Form der DNGs vorliegen.
Werde das ohnehin nur für "wertvolles" Material machen.
Mit den DNGs konnte ich dann mit allen Programmen, die ich als Testversionen installiert hatte mal rumspielen.
Dabei hat sich gezeigt, daß ich, um überhaupt vernünftig beurteilen zu können, was da eigentlich gerade passiert, unbedingt eine vorher / nachher Vergleichsansicht benötige.
Abgesehen von Faktoren der Geschwindigkeit, Übersichtlichkeit, etc. bin dann ganz schnell bei Lightroom (V 4.3) und Raw Therapee hängengeblieben.
Dann habe ich - wie ich es generell gerne mache (Bier, Wein, Schokoriegel, & Co) - eine "Blindverkostung" der generierten Daten untereinander durchgeführt.
GH3 + Olympus E-PL3
Gleiche Motivsituation (je etwa 5 Fotos)
Gleiche Oblektive
Verschiedene Outputs mit LR und RT
JPEGs aus beiden Kameras mit den verschiedenen Vorgaben (Neutral, Vivid, Portrait, etc.) z.T. noch mit "customized" Einstellungen.
Am Ende ist es ein wenig ausgegangen wie das Hornberger Schießen.
Ohne zu wissen was ich mir gerade angucke haben mal die bearbeiten Versionen der RAW Dateien gewonnen, aber auch ab und zu die JPGs.
Die wesentlichen Befunde:
1. Die Kamera-JPGs schneiden immer dann recht gut ab, wenn man nicht so stark hineinzoomt, haben aber in Punkto Rauschen immer Nachteile gegenüber den diesbezüglich bearbeiten RAWs
2. Ohne Vorher / Nacher Vergleich produziert man viel Ausschuß
3. LR bearbeitete RAWs habe ich häufiger als "Seriensieger" gewählt, als die aus RT. Wobei ich einräumen muß, daß man im direkten Vergleich immer etwas zu den "knalligeren" Bildern tendiert.
Die mit RT bearbeiteten Fotos, waren am Ende meist einen Tick blasser, was allerdings in Punkto Farben meist näher an der Realität liegt (insbesondere wenn man die direkt im Bild plazierten "real-life-Farbtupfer" neben das fertige Bild hält.
4. Die Rauschreduktion von LR ist mit Abstand die beste und am besten dosierbar
5. Die Olympus produzierte die besten JPGs im "iEnhance-Modus" ohne weiteren Modifikationen, wobei mir einige Schnitzer generell bei Olympus aufgefallen sind:
Rot ist immer "way-too much", ein warmes gelb wird zu zitronig wiedergegeben, und grün etwas zu blaß. Insgesamt wirken die Oly Bilder auf Anhieb sehr leuchtend, was aber nicht immer der Realität entspricht
6. Die GH3 macht die besten JPGs im Modus "Standard". Sie sind eigentlich stets recht ausgewogen und haben mir durchweg besser, als die Oly-JPGs gefallen. Sie haben in der Blindtest-Beurteilung häufig den 2. Platz belegt zwischen den Bearbeitungen von LR und RT (auch mal anderherum), ab und zu auch Platz 1.
Beim reinzoomen kann man sie dann aber meist an der etwas fleckigeren Darstellung gegenüber den RAWs identifizieren, was dem Gesamteindruck in normalen Betrachtungsgrößen keinen Abbruch tut.
7. überhaupt muß man auspassen, daß man durch die RAW-Bearbeitung nichts verschlimmbessert. Verbesserungen im Detail (im vergrößerten Ausschnitt) sind zwar machbar, aber häufig auf Kosten des Gesamteindrucks.
Und was heißt das jetzt für mich ?
Ich werde wohl doch weiterhin überwiegend mit JPGs vorlieb nehmen.
Die Mühe zur Bearbeitung der RAWs werde ich nur gezielt in Einzelfällen auf mich nehmen (Faktor Zeit), da die Ergebnisse für den normalen Verwendungszweck nicht in jedem Fall (subjektiv) besser sind.
Dafür werde ich sicher zunächst mit RawTherapee auskommen. Lightroom wäre schon auch für mich interessant, vor allem wenn es um die Bearbeitung von Hight-Iso Fotos geht. Mal sehen vielleicht gibt es ja irgendwann ein Sonderaktion von Adobe - oder es kommt in absehbarer Zeit noch anderes brauchbares daher.